Offener Brief an Bgm. Siegfried Nagl zur Nachbesetzung der Stadträtin / des Stadtrates in der Nachfolge Fr. Mag. Fluch

An
Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl

Rathaus
Hauptplatz 1
A – 8010 Graz

Graz, 31. März 2009

Betrifft:
Offener Brief zur Nachbesetzung der Stadträtin / des Stadtrates in der Nachfolge Fr. Mag. Fluch

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Mag. Nagl,

Als Präsident der Zentralvereinigung Österreichischer Architekten - Sektion Steiermark und als Vorsitzender des Kuratoriums des Hauses der Architektur erlaube ich mir in Vertretung der Mitglieder beider Organisationen, zur Bestellung einer Nachfolge für die Neubesetzung dieser ausgesprochen wichtigen Position innerhalb der Stadtregierung der Stadt Graz wie folgt Stellung zu nehmen:

Wir sehen die Neubestellung durchaus als Chance an, die Richtung der Politik, die im weitesten Sinne unseren Lebensraum bestimmt, neu zu definieren und der Gestaltung der Stadt neue Impulse zu verleihen.

Die Herausforderungen, denen sich die Stadt und deren Umland gegenübersehen, sind mannigfaltig und hier ohne Anspruch auf Vollständigkeit nur kurz aufgezählt, da bekannt:

• Bevölkerungszuwachs
• Transformation der Stadt von der Industrie hin zur Wissens- und Kreativstadt
aber auch:
• Reininghausgründe
• Neugestaltung Andreas-Hofer-Platz
• Thalia
• ECE
• Etc…

Aufgrund der daraus sich ergebenden Aufgaben und Herausforderungen stellt die Postion eines zuständigen Stadtrates/Stadträtin für die Planungsagenden eine entscheidende Rolle zur Definition der Lebensqualität in unserer Stadt dar.

Wir möchten daher an Sie, Herr Bürgermeister Nagl, gerade in diesem Moment den Appell richten, diese Position mit einer Person zu besetzen, die auch in der Sache Kompetenz und größtmögliche Unabhängigkeit zu den verschiedenen Interessensgruppen besitzt und über die täglichen (legislaturperiodisch und parteipolitisch bedingten) Probleme hinaus tatsächlich das Wohl der Stadt im Sinne hat. Es wird dringend jemand benötigt, der/ die auch manchmal querdenkend wieder langfristige Ziele gemeinsam mit der Bevölkerung und Fachleuten zu entwickeln bereit ist.

Vor allem die Stadtgestaltung in all ihren Ausprägungen (vom Straßenpflaster, über die Verbesserung der nicht zur Altstadt zählenden Zonen, bis zum nicht vorhandenen 20 – jährigen Entwicklungsplan etc.) sind Angelegenheiten höchster Priorität, die den sozialen Frieden sichern und eine Grundlage der Wirtschaft darstellen. Kreative Zugänge bei gleichzeitiger Definition der Qualitäten der Gestaltung in Zeiten der Krise sind hier gefragter denn je.

Ebenso wichtig wie die fachliche Kompetenz ist es aber auch eine kontinuierliche Arbeit der neuen Planungsstadträtin/ des neuen Planungsstadtrats zu ermöglichen. Denn für Planer ebenso wie Beamte und Investoren ist es wesentlich, einen stabilen Ansprechpartner in der Politik vorzufinden, der/ die klar Position zu wichtigen Themen der Stadtplanung und Architektur in Graz bezieht, um längerfristige Ziele umsetzen zu können.

Wir wünschen uns daher eine Stadträtin/ einen Stadtrat mit Kompetenz, Weitblick, Kreativität und einem positiven Gestaltungswillen, im Sinne der Qualität, die diese Stadt braucht und verdient.

Mit freundlichen Grüßen

Martin Krammer
Präsident der Zentralvereinigung der Architekten – Sektion Steiermark
Vorsitzender des Kuratoriums des Hauses der Architektur

Datum:

Wed 01/04/2009

Kommentare

person mit weitblick

Wichtig wäre eine Person, die die Stadt als Ganzes begreift und stadtlanung nicht bloß als Sockenstopferei und Anlassfallplanung für Investorenwünsche betreibt. Eine Person, die sich auch den mächtigen Investoren entgegenzustellen wagt, jemand der eine vision von der stadt hat. Fluch ist über einen formalfehler gestolpert. dahinter steckt aber sicher etwas anderes. sie wurde eigentlich gegangen und das verspricht nichts gutes für bevorhstehende Kür der/des Nachfolger/in.

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