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Nachruf
Ein Planer, der Funktion und Eleganz vereinte

Die heimische Architekturlandschaft ist ohne seine Beiträge schwer vorstellbar, fast ein halbes Jahrhundert lieferte es wesentliche Entwürfe für verschiedenste Bereiche: das Team A Graz. Gegründet 1971 von Franz Cziharz, Dietrich Ecker, Herbert Missoni und Jörg Wallmüller. Die beiden Letzteren bildeten nach dem Tod von Ecker (1995) und Cziharz (1998) ein kreatives, vor allem in der Steiermark und in Kärnten aktives Planerduo. Am Wochenende (9. Jänner 2016) ist nun auch Jörg Wallmüller im 82. Lebensjahr gestorben.

Die Bandbreite der Schöpfungen des an der Grazer TU ausgebildeten Quartetts reicht vom Einfamilienhaus (zum Beispiel das Haus Riehle in Stattegg) bis zum Stadionkomplex (in Graz-Liebenau) sowie zur Revitalisierung (Schloss Gleinstätten). Dazu kommen zahlreiche Wohnbauten (etwa der Wohnpark Murpromenade oder der in der Andritzer Nordberggasse), Thermenanlagen (Bad Radkersburg, Köflach), Spitalsbauten (Psychiatrie am LKH Graz), Platzgestaltungen (Mariahilferplatz Graz), Büro und Geschäftskomplexe (darunter die Grazer Bundespolizeidirektion und das Fernmeldeamt in Graz-Gösting, die Bahnhofcity Graz mit der markanten schrägen Spiegelfassade).

Mit Jörg Wallmüller, der unter anderem auch Universitätslektor an der TU Graz für das Pflichtfach Baudurchführung war, verliert die Architektur einen so unaufgeregten wie präzisen Planer. Funktion und Eleganz zu vereinen, war ihm wichtig, nicht eitle Selbstverwirklichung und Originalität um jeden Preis.

Verfasser / in:

Walter Titz

Datum:

Wed 13/01/2016

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Arch. DI Jörg Wallmüller
08.06.1934, Coburg – 09.01.2016, Graz

Die Verabschiedung findet am Mittwoch, dem 20.01.2016, 11:00 Uhr, in der Pfarrkirche St. Veit statt.

Adresse
St.-Veiter-Straße 86
8046 Graz

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