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PLATFORM AUSTRIA, Biennale Architettura 2021 – On-Stage (Collage, Ausschnitt). Bild: Screenshot Red. GAT; siehe Link labiennale.at
©: labiennale.at

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Empfehlung
Architektur-Biennale 2021

Österreich-Beitrag – Plattform-Urbanismus
Digitale Plattformen nehmen unbestritten immer mehr Einfluss auf die Formen unseres Zusammenlebens. Gerade die Erfahrungen der vergangenen Monate, in denen Plattformen oft als Retter in der Not aufgetreten sind, haben den Wandel sozialer, wirtschaftlicher und politischer Verhältnisse deutlich vor Augen geführt. Der Österreich-Beitrag zur Biennale Architettura 2021 PLATFORM AUSTRIA will die tiefgreifenden Veränderungen, die damit in der Gestaltung unserer gebauten Umwelt einhergehen, zur Sprache bringen. Dazu verwandelt er den Pavillon selbst in eine Plattform der Auseinandersetzung darüber, wie wir uns die Architektur der Zukunft vorstellen.
Viele Aspekte unseres Alltags – arbeiten, lernen, einkaufen, sich treffen und austauschen – sind ohne Plattformen nicht mehr denkbar. Plattformen ändern aber nicht nur die Art und Weise, wie wir leben, sondern nehmen auch maßgeblich Einfluss auf die Gestalt unserer Städte. Gewachsene städtische Strukturen, öffentliche Einrichtungen und gewohnte Formen sozialer Organisation geraten zunehmend unter Druck. Der Sorgsamkeit langfristiger Planungen steht der Ruf nach sofortiger Wunscherfüllung in einer „City-on-Demand“ gegenüber.
Die wichtigste Ressource von Plattformen ist unsere Beteiligung. Die Kuratoren Peter Mörtenböck und Helge Mooshammer machen sich diesen Umstand zunutze und reklamieren das Recht auf Mitsprache bei den Rahmenbedingungen künftiger Entwicklungen. Sie öffnen den Österreich-Pavillon als einen Diskursraum über die durch Plattform-Urbanismus angetriebenen Veränderungen, ganz im Sinne der Frage How will we live together?, dem Thema der Biennale Architettura 2021.

In einem Video, das auf Einladung der Biennale Architettura 2021 für die Reihe „Biennale Sneak Peek“ produziert wurde, geben Peter Mörtenböck und Helge Mooshammer erste Einblicke in die Thematik des Plattform-Urbanismus.
Siehe Link > labiennale.org–austria

Ein zentrales Element von PLATFORM AUSTRIA sind die Beiträge nationaler und internationaler ExpertInnen, die auf Einladung der Kuratoren verschiedene Aspekte von Plattform-Urbanismus in Blog-Beiträgen beleuchten. Ab sofort werden auf den Social-Media-Kanälen und im Newsfeed der Website www.platform-austria.org diese ExpertInnen laufend vorgestellt und inhaltliche Teaser veröffentlicht.
Im Kontext der anhaltenden COVID-19-Krise legen die Kuratoren großen Wert auf eine starke Verschränkung der vor Ort und online präsentierten Inhalte, um eine möglichst gute Zugänglichkeit für alle interessierten Personen zu schaffen. In der Gestaltung der Ausstellung im Pavillon wird den Blog-Beiträgen der ExpertInnen ein besonderer Platz eingeräumt: Eine raumgreifende Video-Installation in beiden Flügeln der Hauptgalerie macht diese Analysen in animierter Form erlebbar. Darüber hinaus werden detaillierte visuelle Studien der Mechanismen von Plattform-Urbanismus gezeigt.

Die eingeladenen BloggerInnen setzen sich mit der Frage auseinander, wer bei Plattform-Urbanismus auf welche Art beteiligt ist: Wer sind die GewinnerInnen und VerliererInnen dieser Entwicklung? Und mit welcher Konstellation von AkteurInnen, Technologien und Werten haben wir es hier zu tun? Zusammen zeichnen sie ein komplexes Bild der Prozesse, mit denen das soziale Leben in Städten zum Zweck von privater Kapitalanhäufung neu gestaltet wird. Darüber hinaus diskutiert dieses Forum auch, welche alternativen Wege wir mit digitalen Plattformen (abseits von Online-Shopping, Gig-Work und Dating-Apps) eröffnen könnten, um ein gerechteres städtisches Leben anzustreben.
Die Beiträge behandeln Themen wie die Ökonomisierung des Alltags, die Machtkonzentration globaler Technologiekonzerne, die Erfassung von Daten und Erfolgsmetriken in „intelligenten“ Stadtquartieren, die Auswirkungen von E-Commerce auf die städtische Infrastruktur, die Verdrängung von öffentlichem Verkehr durch Flotten privater Mietfahrzeuge, die Prekarisierung von Arbeitsverhältnissen in der Gig-Economy, die Verteuerung innerstädtischen Wohnraums durch private Vermietungsportale im Internet, die Veränderung des Zusammenlebens durch Co- Living- und Co-Working-Modelle und die Steuerung von Emotionen mittels neuer Plattformdienste. (Text: labiennale.at)

BLOGBEITRÄGE
Ross Exo Adams, Tom Avermaete, Lucia Babina, Jochen Becker, Daniel Cardoso Llach, Ofri Cnaani, Teddy Cruz und Fonna Forman, Peggy Deamer, Fairwork Project, Pedro Gadanho, Benjamin Gerdes, Stephen Graham, Orit und Tal Halpern, Owen Hatherley, Gabu Heindl, Leo Hollis, Into the Black Box, Andreas Kofler, Bernadette Krejs und Andrea Börner, Maros Krivy, Peter Lang, Mona Mahall und Asli Serbest, Jonathan Massey, Sandro Mezzadra, Louis Moreno, Gerald Nestler und Sylvia Eckermann, Edgar Pieterse, Heidi Pretterhofer, Vyjayanthi Rao, Scott Rogers und Susan Moore, João Prates Ruivo, Saskia Sassen, Manuel Shvartzberg Carrio, Slutty Urbanism, Douglas Spencer, Matthew Stewart, Ravi Sundaram, Tiziana Terranova, This Machine Kills, Ignacio Valero, Matias Viegener, Alan Wiig. Diskussionen in Venedig mit ausgewählten Gästen dieser Runde sind geplant.

Kuratoren
– Peter Mörtenböck ist Professor für Visuelle Kultur an der Architekturfakultät der TU Wien und Research Fellow am Goldsmiths College, University of London. In seiner aktuellen Arbeit widmet er sich den Problematiken von urbaner Spekulation, globalem Ressourcenverbrauch und neuen Datenöffentlichkeiten.
– Helge Mooshammer arbeitet als Stadt- und Kulturforscher an der TU Wien und ist ebenfalls Research Fellow am Goldsmiths College, University of London. Er ist Initiator zahlreicher internationaler Forschungs- und Ausstellungsprojekte zu Fragen von (post-)kapitalistischer Stadtökonomie und urbaner Informalität.

Die beiden Kuratoren sind Gründungsdirektoren des Centre for Global Architecture, einer interdisziplinären Plattform zum Studium der planetaren Veränderungen heutiger Architektur- und Stadtproduktion. Peter Mörtenböck und Helge Mooshammer leben in London und Wien.

Ausstellungsgestaltung
Raumkonzept: Peter Mörtenböck & Helge Mooshammer
Gestaltung Holzelemente: mostlikely sudden workshop
Gestaltung Installation: Pretterhofer Arquitectos
Visuelle Gestaltung: Christof Nardin, Bueronardin

Verfasser / in:

Redaktion GAT

Datum:

Fri 14/05/2021

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Infobox

Architektur-Biennale 2021

17. Internationale Architekturausstellung
Biennale Architettura 2021

Thema
How will we live together?

Hauptkurator
Hashim Sarkis

22. Mai – 21. November 2021

Österreich-Beitrag 2021
PLATFORM AUSTRIA
Zum Plattform-Urbanismus

Kuratoren
Peter Mörtenböck & Helge Mooshammer, Centre for Global Architecture

Die offizielle Eröffnung des österreichischen Pavillons findet im Rahmen der Preview-Tage vom 20.–21. Mai 2021 in den Giardini della Biennale in Venedig statt.

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