Recent comments


  • Gut, dass Sie diesen Betrag geschrieben haben, Herr Fiedler. Habe eben einen längeren Beitrag dazu geschrieben- zur Studie und der Thematik-, habe ihn aber plötzlich verloren und kann ihn nicht mehr finden. Ich will das nicht mehr nachholen, aber den einen Aspekt dieses Textes möchte ich ergänzend darstellen:

    Ein Verkehrsnetz mit Straßen, Straßenbahnlinien, Buslinien ist eines der Instrumente, mit denen räumliche Entwicklungen beeinflusst und gelenkt werden können. Meist sind diese Netze schon so weit gediehen, dass ein Weiterführen geradezu kontraproduktiv ist. Das gilt besonders für den Individualverkehr.

    U-Bahn Linien eröffnen ganz neue Wege. Sie betreffen eine schnelle unterirdische Erschließung von Arbeitsplätzen, Einrichtungen der öffentlichen Verwaltung, des Gesundheits- und Bildungswesens, der Erholung u. a., die sie mit Wohnen vernetzen. Das ist ein großer Gewinn, wenn er auch beschränkt ist - wenn ich es richtig verstehe -, dass Stationen innerhalb von maximal 20 Minuten zugänglich sein sollen. (Für mich ist das etwa die Distanz von der Glacisstraße bis zum Roseggerghaus in der Annenstraße. So weit würde ich zu keiner U-Bahnstation gehen).

    Aber das ist nur ein Aspekt, für mich ein erfreulicher, wenn auch sogar untergeordneter. Der wesentlicher Aspekt liegt im Potenzial, das jede U-Bahnstation für zukünftige Entwicklung örtlich bietet und das gesamte Liniennetz für den städtischen Siedlungsraum insgesamt. Zusammen mit einem regionalen S-Bahnnetz kann man auf dieses Weise Regional- und Landesplanung betreiben. Investitionen des öffentlichen und privaten Sektors folgen einem Metrosystem, unabhängig davon, ob das bedacht ist oder nicht.

    Mit möglicherweise oberflächlicher Kenntnis der Studie habe ich den Eindruck gewonnen, dass dieser Aspekt nicht entsprechend berücksichtigt worden ist. Auch die involvierten Personen weisen darauf hin.

    Vielleich schreibe ich dazu. Doch was nützte es?

    Autor: Bernhard Hafner

  • Vielen Dank für die wahren Worte!
    Gestaltungsbeirat gibt es in den betroffenen Gemeinden keinen mehr! Es bleibt der Baubehörde überlassen das Ganze zu beurteilen.

    Autor: Anonymous

  • Danke für den Betrag, und die Schilderung der traurigen Entwicklung. Vor ein paar Jahren gab es schon einzelne Irritationen, heute haben wir aber, so fürchte ich, schon verloren. Und wie überall: der Gestaltungsbeirat kann bei Willigen (Bauwerbern und Gemeinden) Verbesserungen bewirken. Bei diesen "Kalibern" ist er leider machtlos.
    "In einer Domäne werde ich ihn nicht kaufen, genauso wenig, wie ich in einem Chalet oder einer Luxussuite nächtigen werde" Dem kann ich nur zustimmen, frag mich nur wer das eigentlich will ...

    Autor: Johannes Haberl

  • Frau Czermak, ich kann Ihren Worten nur beipflichten, besser hätte ich es nicht formulieren können. Die Idee des Kulturerbes finde ich großartig. Wer verfolgt diesem Gedanken. Im gesamten Viertel sind ja schon fürchterliche Sünden begangen worden. Der Fraß schreitet voran.Für eine Stadt die Weltkulturerbe Stadt ist, ist es eine Schande wie mit diesem Erbe umgegangen wurde und wird. Wir wissen, dass es in Graz ein Baunetzwerk gibt, deren Baugesinnung "Schachteln sind" und "Verdichten" heißt . Schon Dr. Friedrich Bouvier, bis 2007 Landeskonservator, schrieb in "Die gefährdete Gartenstadt" von: "Profitgier, gepaart mit unzureichenden gesetzlichen Regelungen, lässt in letzter Zeit in erschreckendem Ausmaß die Bebauung von begrünten Innenhöfen und Villengärten zu. Eine viel zu hohe erlaubte Baudichte leistet der Zerstörung der Grazer Grünressourcen besorgniserregenden Vorschub. Die negativen Beispiele häufen sich, wie etwa die Errichtung eines Bürohauses in der wohl nobelsten Grazer Villenstraße, der Schubertstraße.Vorhandene Schutzmechanismen sind unzureichend und wirkungslos.

    Autor: Neu

  • danke für diesen kommentar - dieser wahrheit ist nichts hinzuzufügen !!!!!!

    Autor: wolfgang feyferlik

  • Wieso wurde die Studie nicht am 1.April präsentiert ?
    Da hätte der Inhalt dann dm Datum zugeordnet werden
    können.

    Autor: Anonymous

  • die Innenstadtenflechtung dauert bis 2024 - also 4 Jahre. ein u-Bahnbau soll angeblich nur 5 jahre dauern (ab uvp) - Unabhängig der Kosten - 26 Haltestellen !!!!! liebe leutln - dämmerts euch wer hier wieder verarscht wird.

    Autor: rotti

  • ..ist, dass Sie gleich in die Verteidigung gehen anstatt sich mit dem von mir aufgezeigten Problem zu befassen. Ich finde es unerträglich, dass Ortsbildsachverständige in den Gemeinden planen dürfen und dann ihre Stellvertreter*nnen, die auch in der Gemeinde planen, das Gutachten ausstellen. Diese Praxis ist mit der unabhängigen gutachterlichen Tätigkeit unvereinbar und sollte bei einer Überarbeitung des Ortsbildschutzgesetzes auch nicht mehr erlaubt werden.

    Ihre Belehrungen über die Schutzgebiete, die nicht ident mit dem Gemeindegebiet sind, finde ich sehr entbehrlich. Ich kenne das Ortsbildgesetz, da ich selbst auf der Liste der Ortsbildsachverständigen stehe. Im Beitrag ist das Schutzgebiet auch beschrieben und damit auch ersichtlich, dass diese auch für Sie wenig "erbaulichen Beispiele" im Schutzbereich liegen.

    Der Ausdruck "zahnloses Gesetz" stammt übrigens von einem hochrangigen Mitarbeiter in der Geschäftstelle, den ich zu den Mängeln in Birkfeld befragt habe.

    Autor: DI Elisabeth Kabelis-Lechner

  • Sehr geehrte Frau Kabelis-Lechner,
    Sie haben Recht, diese Beispiele sind wenig erbaulich. Trotzdem würde ich den Ortsbildschutz nicht als zahnlos bezeichnen, weil es viele Beispiele gibt, wo er gut funktioniert. (s. auch das Buch „Erhalten und gestalten – Ortsbildschutz in der Steiermark, Graz 2020).
    Ebenfalls richtig ist, dass es da und dort Ortsbildsachverständige gibt, die in „ihrer“ Gemeinde planen. In solchen Fällen wird das Ortsbildgutachten selbstverständlich von einem anderen Ortsbildsachverständigen verfasst. Dass Ortsbildsachverständige Konflikte mit BürgermeisterInnen scheuen, ist eine Verallgemeinerung, die leider die gute Arbeit vieler Ortsbildsachverständiger, die sich engagieren und gemeinsam mit den politischen Verantwortlichen und der Verwaltung das Ortsbild in vorbildlicher Weise weiterentwickeln, abwertet.
    Zur Rolle der Ortsbildkommission: Es gibt 63 Ortsbildgemeinden und jeweils bestellte Ortsbildsachverständige. Es ist nicht die Aufgabe der Ortsbildkommission, einzelne Gutachten der Ortsbildsachverständigen zu prüfen oder zu kommentieren, abgesehen davon, dass dafür weder die Kapazitäten der ehrenamtlich agierenden Kommissionsmitglieder ausreichen würden noch die Ortsbildkommission das Pouvoir hat, Gutachten für ungültig zu erklären (was übrigens gar nicht möglich ist, wenn ein rechtmäßig bestellter Gutachter ein solches verfasst).
    Was noch zu beachten ist, wobei ich nicht weiß, ob das im von Ihnen beschriebenen „Minus“ der Fall ist: Schutzgebiete in Ortsbildgemeinden sind nie ident mit dem Gemeindegebiet. Es handelt sich vielmehr um im Ortsbildkonzept festgelegte Zonen. Außerhalb dieser Zonen gilt das Ortsbildgesetz nicht, wobei jedoch jedenfalls § 43 Abs. 4 (allgemeine Ortsbildbestimmung) BauG anzuwenden ist.
    Eine Überarbeitung des Ortsbildgesetzes ist tatsächlich ein Desiderat (wie auch im oben genannte Buch beschrieben) und Sie können versichert sein, dass die Ortsbildkommission dahingehend aktiv ist.

    Autor: Eva Guttmann

  • Die innere Verbundenheit mit unserem Baierdorf beruht dann wohl auf meiner Namensgleichheit mit der Funktion und dem Geschlecht SUPPAN ;-)

    Autor: Gritzenweg

  • Siegfried Nagl hat sich mit dem Murkraftwerk und dem Speicherkanal ein Denkmal gesetzt. Die Zeiten ändern sich allerdings so schnell, dass sogar er noch einsehen wird, wie rückschrittlich und verantwortungslos diese Bauten waren. Gut möglich, dass er auch noch ihren Rückbau erlebt.

    Autor: Martin

  • graz war früher mal eine lebenswerte durchgrünte stadt mit weltberühmter grazer schule.
    heute betonwüste, aneinanderreihung häßlicher firlefanz klötze im ostblockdesign.
    bevölkerungswachstum um jeden preis macht es möglich. warum sollen sich die bauträger anstrengen wenn eh jede scheußlichkeit verkauft wird?
    eben.

    Autor: Anonymous

  • Ja, es gibt ihn noch! Am Ende der Sturzgasse knapp oberhalb des neuen Stegs steht er, der stehen gebliebene, alte Birnbaum mit seiner weit ausladenden Krone. Wie das kleine Wohnhaus daneben ist er durch eine Betonmauer vor Überflutung geschützt; so erinnert das Ganze an einen Koog oder Polder mit Deich im Wattenmeer. Daneben der großzügige asphaltierte Radweg, dann gleich der steile Uferdamm, dann die gestaute Mur. Von einer Absturzsicherung keine Rede - vielleicht soll man hier wirklich in die Mur "Sturz"en? Von etwaigen neu gepflanzten Bäumen an dieser Stelle und auch weiter "stau-abwärts" Richtung Kraftwerk ebenfalls keine Spur; es ist ja kein Platz dafür übrig geblieben. Schade, dass ich hier kein Foto unterbringen kann.
    Das ist jetzt keine Antwort auf die Frage, ob hier nicht strafbares Handeln oder Unterlassen vorliegt, sondern nur ein Hinweis auf das echte Ausmaß des Baummords an unserer Mur.

    Autor: Peter Laukhardt

  • "... sich ein wenig gepflanzt fühlen" ist wohl zu milde ausgedrückt, selbst als Sarkasmus. Wütend müsste man sein, Schadensersatz-Forderungen und Haftungsklagen müssten wir als kritische Stadtbewohner*innen aufstellen. All jenen gegenüber, die Fachleute und Warner*innen, die das kommen gesehen haben, verhöhnten, der Lüge bezichtigten, verfolgten und mit Klage bedrohten.
    Im Dezember 2016 schrieb ich im Feuilleton "Spectrum" der „Die Presse“ zum geplanten Kraftwerk: "Das Sachprogramm "Grünes Netz Graz", das die Maßnahmen und Ziele für die städtischen Grünräume zusammenfasst und im Sachprogramm Grünraum per Gemeinderatsbeschluss festgelegt ist, wurde in die Begutachtung der UVP nicht eingeschlossen, ja nicht einmal erwähnt." Der erste Satz meines letzten Absatzes lautete: "Was zählt, ist, dass die Stadt mit der dichten Uferbepflanzung einen sie charakterisierenden, erhaltenswerten Landschaftsraum verlieren wird."
    Die Folge meines damaligen Artikels, der aufwändig recherchiert war, ausschließlich auf auch in der UVP getroffenen Aussagen basierte und als Abschluss, deutlich gekennzeichnet, mein Resümee der Recherche ausdrückte:
    Die Energie Steiermark ließ ihren Pressesprecher bei der Presse intervenieren, weil ich in Doppelfunktion agierte. "Darf ich Sie darauf aufmerksam machen, dass Frau Karin Tschavgova derzeit in Graz in einer Doppelfunktion agiert? Einerseits tritt sie u.a. gegenüber Behörden als Redaktionsmitglied der Tageszeitung „Die Presse“ auf und fordert Informationen ein, andererseits ist sie Mitglied des Personenkomitees gegen die Errichtung des Murkraftwerks. (siehe Anhang).“ Abgesehen davon, dass ich nie als Redaktionsmitglied auftrat, wenn ich Informationen erbeten habe, sondern mich immer als freie Journalistin vorstelle, frage ich, was mir damals vorzuwerfen war. Die Reaktion des Herausgebers Rainer Novak möchte ich den Leser*innen nicht vorenthalten, weil sie deutlich macht, welche Abhängigkeiten und Netzwerke zu Entscheidungen führen, die weitreichend sind, ja ruf- und berufsschädigend sein können. Der Auftrag des Chefredakteurs an die Spectrum-Redaktion lautete kurz: "Bitte sofort abstellen, dass die Person sich als Presse-Mitarbeiterin ausgibt. Sonst müssen wir rechtlich gegen sie vorgehen." Zu diesem Zeitpunkt durfte ich bereits das 17. Jahr als freie Journalistin auf der Architektur & Design-Seite schreiben (lange vor der Bestellung des Chefredakteurs). Eine Klarstellung, dass ich mich nie als Redaktionsmitglied vorgestellt habe, reichte damals aus, um die Sache zu beenden, aber: So wird Druck ausgeübt, der andere, die in größeren Abhängigkeiten stehen, vielleicht dazu führt, keine brisanten Vorkommnisse und Geschichten mehr zu thematisieren.
    Ich konnte das verkraften, obwohl es mich ärgerte und kränkte, weil genau die freien Schreiber*innen im „Spectrum“ weitreichend die Qualität dieser Tageszeitung ausmachen. Die nun absterbenden Bäume am Murufer - diese umweltpolitische Schande, die jeder sehen kann - konnten den Maßnahmen für den Bau des Kraftwerks nicht standhalten.

    Autor: Karin Tschavgova

  • Danke für diese profunde und treffliche Analyse des Jetzt.

    Autor: Alfred Bramberger

  • Leider ist die Gefahr einer drastischen Veränderung des noch vorhandenen vorstädtischen Ortscharakters akut. Einige Häuser rund um den Baiernbrunnen wurden bzw. werden schon "erneuert".
    Daher versucht die "BürgerInitiative Gritzenweg - RETTET den GRÜNGÜRTEL" seit Juli 2020, die baulichen Entwicklungen an diesem idyllischen ehem. Zufahrtsweg in die seinerzeit hier befindlichen Weingärten möglichst schon in der Planungsphase zu erkennen und auf eine schonende und verträgliche Ausführung der Projekte zu drängen.
    Dazu wurde an der Adresse https://www.openpetition.eu/gruenguertelgraz eine Online-Petition eingerichtet, die noch bis 11. August 2021 unterstützt werden kann.

    Autor: Anonymous

  • Man darf bei allen Verdichtungsbestrebungen auch den Effekt der lokalen Erwärmung – Stichwort Wär-meinseleffekt (urban heat island effect) nicht außer Acht lassen. Ich denke dass die Altvordern mit ihrer offenen Bauweise nahe dem angrenzenden Berglandes sensibler waren als jene von heute. Im Sinne der Erhaltung der Lebensqualität sollten Frischluftschneisen erhalten bleiben. Außerdem erfreut mich in dem besagten Zwischenraum eine herrliche alte Zierkirsche, die mit ihrer rosa Blütenpracht im Frühjahr weithin in den Straßenraum wirkt. Man sollte sie unter Naturschutz stellen.

    Autor: Flaneuse

  • Ich weiss , wo wir in den nächsten Lockdowntagen spazieren gehen.
    Was aber, wenn dieses Gebiet bald nicht mehr begehar ist, weil es total verbaut ist etc...
    Wenn alles gleich gemacht wird, dann gibt es leider auch keine beonderen Ziele um Spazieren zu gehen.
    Zunehmend verliert Graz an seinem individuellen Charakter
    Elisabeth und Tomasz

    Autor: DI Elisabeth Kabelis-Lechner

  • Die Dilatation der Zeitrechnung könnte mit dem Jahr Zweitausend begonnen haben. Der Film 2001 "Odyssee im Weltraum" von Stanley Kubrick markierte den Wechsel der Jahrhunderte in ein Jahrtausend und gab ihm mit der Zahl 1 einen neuen Zauber. Dieser lebte im Grazer Kulturjahr 2003 und bis in das Jahr Zweitausend10 fort. Dann wurde es schon etwas mühsam, 2013, naja und erst 2017, wie Apollo 17- schon längst vergessen! Im eigentlich SENSATIONELLEN JAHR ZWEITAUSENDZWANZIG holte uns die Vergangenheit wieder ein. Klimakrise, Umweltzerstörung, Vertriebene, Pandemie, Kriege, Not, Mißachtung der Menschenrechte, Armut - auch im Geist der westlichen Welt geben in einer vorsintflutlichen populistisch kapitalistischen Welt aus dem letzen Jahrhundert wieder kräftige Lebenszeichen. Der Zauber ist gegangen. Vielleicht sollten wir es in Zukunft mit "21" versuchen?

    Autor: Christian Andexer

  • Guten Tag! Die Frankstraße ist mir eine der liebsten Grazer Strassen, ich setze mich hiermit für sie ein. Ist es nicht möglich- das 1.x vielleicht sogar, diese Strasse als Kulturerbe zusehen? Ensembleschutz wird in Deutschland auch in Wohngegenden praktiziert. Miteingeschlossen die Vorgärten....
    An Wohnraum herrscht ein Überangebot, wird aber nicht publik gemacht.
    Bis dann, Brigitte Czermak

    Autor: Brigitte Czermak
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