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Radfahren und Raum gerecht verteilen

Es ist ein österreichisches Spezifikum und ziemlich anachronistisch, dass hier das Auto immer noch die am besten "geschützte Art" ist. Frau/Mann muss nicht nach Kopenhagen fahren, um aktive und bewusste Politik für eine gerechtere Raumverteilung zu erleben. Ganz einfach, weil Radfahren als wünschenswert und nicht als störend empfunden wird.
Rundherum in unseren Nachbarländern wird Stadt neu gelebt und erlebt. Auch Dank einer logischen Neuverteilung des Raumes zugunsten menschlicher Fortbewegung und Begegnung.
Ohne Angst werden Begegnungszonen, autoarme/freie Zonen ausgebaut und den Menschen der öffentliche Raum zurück gegeben - und das politisch breit getragen (siehe Lubljana, Barcelona etc.)
Bei uns hingegen wird um jeden cm gefeilscht, als ginge es um das nackte Leben und am Ende gewinnt meist der Platz für das fahrende und (vor allem!) stehende Auto.
Als ehemalige Verkehrsreferentin weiß ich, wovon ich rede - leider blieb ich nicht nur politisch oft alleine, manchmal fehlte mir auch eine deutlich hörbare öffentliche Meinung für eine andere Mobilitätspolitik in unserer Stadt.
Viele gute Ideen, konkrete fachlich einwandfreie (und oft gar nicht teure) Konzepte und eine Stadt mit idealen Vorbedingungen (!) - aber wenig Mut bei den politischen Mitbewerbern um dann auch entsprechend die notwendigen Beschlüsse mitzutragen. Geradezu irrational war z.b. die Diskussion um die Radanhänger, die ich fördern wollte. Der Förderung wurde von den anderen Parteien nicht zugestimmt, weil es so "gefährlich" sei. Wahrheit ist wohl: weil die RadlerInnen noch (!) mehr Platz genommen wenn sie mit Anhängern fahren, was sie ja zum Glück trotzdem tun....
Ich bin froh um jede Initiative in diese Richtung und habe auch deshalb die Einfüjhrung des Graz-City-Guides aktiv und gerne unterstützt und nutze ihn selbst regelmäßig, in Graz, Wien, Salzburg, etc. Über mein Umweltressort gibt es außerdem einige Radförderungen, auf die ich an dieser Stelle hinweisen will: Lastenrad, Serviceboxen, Fahrradabstellboxen etc. siehe unter

http://www.umwelt.graz.at/cms/ziel/4919547/DE/

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