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lieber streitbar als todlangweilig

Lieber Günter Eichberger,
Robert Menasse schimpfte über die seiner Meinung nach menschenverachtende Auffassung von Oscar Niemeyer (das war der, der Brasilia geplant hat) und Le Corbusier von Stadt und Stadtplanung. Abgesehen davon, dass diese beiden Architekten Teil des Allgemeinwissens auch von Schriftstellern sein sollten wie Brecht, Hemmingway, Martin Walser oder Thomas Bernhard einer von Architekten, wird - wer Menasse kennt - diese seine "Suada" als Teil einer Strategie erkennen, die die wortreiche Übertreibung zur schriftstellerischen Methode macht und das Werk so als einzigartig charakterisieren will. Da hat Menasse natürlich gegen unsichtbare, schier unbezwingbare Windmühlen zu kämpfen, die Bernhards Reich abschirmen und unerreichbar machen - aber immerhin lebt M. noch und kann "life" seine Wirtshaustisch-Gegenüber unterhalten mit Suaden und Schrullen zu so vielen Themen, dass es mitunter nicht nur interessant und streitanregend, sondern auch sehr amüsant ist. Menschen mit umfassendem Wissen und breit gefächerten Interessen sterben leider eh aus.

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