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RECHTSDREH

Am Tag nach der Nationalratswahl in Österreich macht es für mich doch noch Sinn auf die mehr oder weniger differezierte Argumentation zur unkommentierten Wiedererichtung der ursprünglich 1939 erbauten Holzhalle am Grazer Messegelände Stellung zu beziehen. Denn es gibt meines Erachtens eine Beziehung zwischen den beiden Dingen. Das Ergebnis der Wahl beweist einmal mehr, wie unkritisch und salopp, ja wie "gesellschaftsfähig" der Umgang mit rechtem Gedankengut in diesem Land (immer noch)ist. Gewonnen wird mit Hetztiraden in Festzelten und im Bierdunst die das äußerst rechte Spektrum ansprechen. Mitgetragen - wenn nicht vorbereitet - wird diese dumpfe Geisteshaltung jedoch auch gerade von all jenen Intellektuellen, die es nicht schaffen eine klare Haltung zu Nationalismen, zu faschistischer Geisteshaltung, zu Ausländerhetze und ähnlichen Themen zu beziehen.
Gerade der Denkmalschutz müßte doch in seinem interdisziplinären Ansatz neben dem Erhalten von "technischen Leistungen und handwerklicher Qualität" auch fähig sein die kulturhistorische Kompononte mitzudenken, darüber zu schreiben und zu reden.
Das reflexartige "Verkrümmen, Hackenschlagen und bedenklich Argumentieren", das immer dann ausbricht, wenn historische Bearbeitung der jüngeren Zeitgeschichte nicht sorgfältig erfolgte, bringt unser Österreich genau dorthin, wo es seit gestern wieder so sichtbar ausgestellt wird: im äußersten rechten Rand des politischen Spektrums. Die Aufforderung "Wehret den Anfängen", die den älteren LeserInnen unter uns noch in Erinnerung sein dürfte, wurde und wird leider nicht wirklich gelebt.

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