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Nächste Runde für "Kastner & Öhler Neu"

#2308

Am 20.10.2006 werden Vertreter der UNESCO im Grazer Rathaus mit Stadtpolitikern, der ASVK und dem K&Ö-Team die "abgespeckte" Version des geplanten Zu- und Umbaus des K&Ö-Stammhauses diskutieren und ihr Urteil abgeben. Sollte ein negativer Bescheid für die Umsetzung erfolgen, denkt man bei Kastner & Öhler über eine Abwanderung aus dem Grazer Zentrum in die Peripherie nach.

Nach Meinung des planenden Achitektenteams Nieto / Sobejano sollte dieser Fall nicht eintreten, da bei der Überarbeitung des Entwurfs die Einwände der UNESCO-Delegation im Juli weitgehend Berücksichtigung fanden. So wurden das ursprünglich konzipierte Raumvolumen um 35% und die Nettonutzfläche um die Hälfte reduziert. Außerdem soll die Dachhaut nun, anstelle des geplanten dunkelgrauen, einen rötlichen Farbton erhalten. Als Material stehen eloxierte Bronzegussplatten, die Stoß auf Stoß verlegt werden, zur Diskussion. Die Architekten sind überzeugt, dass es bei den Verhandlungen mit den beiden Abgesandten der UNESCO, Irene Wiese von Ofen (UNESCO) und Tamas Fejerdy (ICOMOS), am 20. Oktober in Graz keine Probleme geben wird, "wenn sich die politischen Kräfte der Stadt einig sind". Enriquo Sobejano empfindet manche Einwände der UNESCO zum Dachaufbau im Nachhinein als hilfreich und er meint: „Es ist nicht so, dass man sich auf den Schlips getreten fühlen muss, wenn man konstruktive Kritik akzeptiert und einarbeitet.“

Die Grazer Stadtpolitiker signalisieren geschlossen die Unterstützung des Projektes. Sollte die UNESCO wider Erwarten keinen positiven Bescheid erteilen, ist fraglich, ob die Stadtväter zu ihrer Haltung stehen werden, fürchten sie doch den Verlust des Welterbetitels, dessen Erhalt für die Grazer Bevölkerung laut einer Umfrage oberste Priorität hat. Allerdings würde ein negativer Bescheid und eine Entscheidung des Grazer Gemeinderates gegen die Umsetzung des K & Ö-Projektes zu der Schlussfolgerung führen, dass es für private Investoren, auch wenn diese wie im besprochenen Fall bereit sind, nach allen Regeln der Qualitätssicherung Wettbewerbsverfahren abzuwickeln, keine Planungssicherheit gibt und empfindliche Zeitverzögerungen sowie unerwartete Kosten in Kauf zu nehmen sind. Die langfristigen Konsequenzen dieser Schlussfolgerung liegen auf der Hand.

WEBSITE Kastner & Öhler Neu:
Die Kastenr & Öhler Warenhaus AG hat eine Website mit detaillierten Informationen zum Projekt und Expertenmeinungen eingerichtet. Folgen Sie dem unten angeführten Link.

Verfasser/in: Redaktion GAT Graz Architektur Täglich
Datum: 14|10|06

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Das Modell zeigt die "abgespeckte" Version des K&Ö-Dachaufbaues von Nieto Sobejano Arquitectos aus Madrid, die am 20. Oktober der UNESCO-Delegation im Grazer Rathaus zur Begutachtung vorgelegt wird.

Siegerprojekt von Nieto Sobejano Arquitectos, Madrid > urspünglicher Wettbewerbsentwurf

Die bestehende Dachlandschaft (rot umrandet) des Stammhauses von Kastner & Öhler, mit Blick vom Grazer Schlossberg.

Die beiden Kastner & Öhler-Vorstände Thomas Böck und Martin Wäg luden eine Abordnung von Arbeiterkammer und Gewerkschaftsbund zu einem „Ausflug aufs Dach", wo sie in den vergangenen Wochen bereits Stadtpolitiker aller Fraktionen hingeführt hatten. Die Funktionäre erklärten die volle Unterstützung des Projektes und sprechen sich, im Falle eines negativen Bescheids der UNESCO am 20. Oktober, für den Verzicht auf den Welterbetitel und die Realisierung des Projektes zugunsten der Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen aus. v. li.: Franz Gosch (Vizepräsident und FCG-Vorsitzender), Horst Schachner (ÖGB-Chef), Walter Rotschädl (AK-Präsident), Martin Wäg und Thomas Böck mit dem Modell, das die abgespeckten Version des Dachausbaus von Nieto/Sobejano zeigt. Foto: Stuhlhofer

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