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Projekt_A 4. Umsetzungskonzept, Stand Februar 2006

#2175

Vorwort

projekt A _ graz heißt ein transdisziplinärer und auf
Nachhaltigkeit angelegter Entwicklungsprozess, der seine
Verdichtung in Form einer international kommunizierten
Veranstaltung von Frühjahr bis Herbst 2008 haben
wird. In Architekturausstellungen, stadträumlichen Interventionen,
Symposien und Publikationen, aber auch in
speziellen Konzerten, Theater- und Tanzaufführungen,
Medienprojekten sowie Kunst- und Fotografiepräsentationen
wird projekt A _ graz in den öffentlichen Dialog
mit Wissenschaft und anderen Künsten treten. projekt A _
graz richtet sich an die lokale und regionale Bevölkerung
und Experten ebenso wie an ein nationales und internationales
Publikum. Schauplatz des von der plattform
architektur entwickelten projekt A _ graz , das Gebautes
und Gedachtes, Theorie und Praxis lokaler, regionaler
und internationaler Provenienz präsentiert, wird sowohl
das Land Steiermark als auch die Stadt Graz sein. Gleichbedeutend
mit der vielfältigen Veranstaltungstätigkeit
wird projekt A _ graz als Motor von Veränderungen im
baukulturellen Bereich fungieren und damit ein Mittel
zur erhöhten Standortattraktivität sein. Das projekt A _
graz trägt damit dazu bei, qualitatives und quantitatives
Wachstum in der Stadt und im Land möglich zu machen.


Was will projekt A _ graz

■ Die Stadt Graz und das Bundesland Steiermark liegen
in einer sich äußerst dynamisch verändernden geopolitischen
und wirtschaftlichen Region im Zentrum
Europas. Sie können ein Beispiel für Zusammenwachsen
im Europa der Regionen und die visionäre Kraft der integrativen
Planung einer europäischen Zukunftsregion
geben, in der die Einzigartigkeit des Standorts bewusst
gelebt und gefördert wird.
■ Graz und die Steiermark können auf ein reiches baukulturelles
Erbe und einen internationalen Ruf als Architekturstadt
und –land verweisen – vom UNESCO-Weltkulturerbe
über die Grazer Schule der Architektur bis zu
den zeitgenössischen Bauten in der Region. An diese
Tradition anknüpfend soll projekt A _ graz diese Bedeutung
international kommunizieren und reflektieren.
■ projekt A _ graz wird sichtbare und nachhaltige Zeichen
im Bewusstsein der Öffentlichkeit dafür setzen, wie
Architektur die Lebensräume der Menschen definiert
und wesentlich die Identität der Stadt und des ganzen
Landes bestimmt.
■ projekt A _ graz soll konkret für den steirischen Raum
zukunftsorientierte Maßnahmen in Form von städtebaulichen,
raumplanerischen und architektonischen
Projekten von höchster Qualität aktivieren und über
die Grenzen hinweg wirken.
■ projekt A _ graz verfolgt als nachhaltiges Ziel zum einen
die Hebung der Baukultur durch das Optimieren der
Prozesse im Umgang mit Planung, Vergabe und Realisierung
und zum anderen die zeitgemäße Wertschätzung
von Architektur als Nahversorgung mit kultureller
Lebensqualität.
■ projekt A _ graz basiert auf zwei Säulen:
Nachhaltigkeit und Transdisziplinarität.


Charakter

■ projekt A _ graz ist nachhaltig, weil die Prozesse hin zu
einem beispielhaften Zustand einer Architekturhauptstadt
mit internationaler Vorbildwirkung im Jahr 2008
nicht abgeschlossen sind, sondern fortwirken.
■ projekt A _ graz ist innovativ. Es wird Motor für Veränderungen
sein: Von der Einrichtung von qualitätssichernden
Maßnahmen wie Gestaltungsbeiräten über
die Vorbildwirkung der Öffentlichen Hand im Umgang
mit Baukultur, Vernetzung der Ausbildungsstätten und
optimale Formen der Vergabekultur bis zur überregionalen
Raumordnung und gelebter Architekturvermittlung.
■ projekt A _ graz kommuniziert europaweit die Architekurkompetenz
der Region. Damit wird es zu einem
wichtigen künstlerischen, kulturellen und wirtschaftlichen
Faktor, der die Standortqualität und Sicherheit für
Investoren erhöht.
■ projekt A _ graz ist anwendungsorientiert, indem auf
konkrete Themen und Fragestellungen der Region eingegangen
wird.
■ projekt A _ graz ist transdisziplinär, weil Architektur als
Querschnittsmaterie verstanden wird und die Zusammenarbeit
und Synergien mit verschiedensten Disziplinen
wie Kunst, Philosophie, Soziologie, Politik, Wirtschaft
u.v.a. gesucht wird.
■ projekt A _ graz sieht Architektur als integrative Kunstform
und sucht Dialoge. Wechselseitige Reflexion und
Interpretation der Disziplinen und Künste (wie Visual Art
oder Musik) machen die Mittlerfunktion von Architektur
erfahrbar.


Zielpublikum

Wenn auch projekt A _ graz ein komplexer, nachhaltig
wirksamer und transdisziplinärer Prozess ist, so manifestiert
es sich doch auch in einer medial multiplizierten, breitenwirksamen
Veranstaltung. Somit gibt es zumindest drei
Arten der Rezeption:
■ primär: aktives Besuchen der Veranstaltungen
■ sekundär: interessiertes Verfolgen „aus der
Entfernung“ (z.B. durch Qualitätsmedien)
■ tertiär: Informationsvermittlung durch
Massenmedien, Werbung, Bekannte
Grundsätzlich sollen durch einen entsprechenden Mix von
Maßnahmen und Veranstaltungen folgende Zielgruppen
die überwiegenden Adressaten im Rahmen des projekt A
_ graz sein:
■ 50% Regionale und lokale Bevölkerung
■ 30% Nationales, internationales
Publikum, Medien
■ 20% Kultur- und architekturinteressiertes
Fachpublikum


Nachhaltigkeit

Aufbauend auf den Beschlüssen des Landes Steiermark und
der Stadt Graz zur Förderung einer engagierten Architekturpolitik
und Baukultur sollen diese Vorgaben mit Leben
erfüllt werden.
In Initiativen von Städten, Ländern und des Bundes manifestiert
sich ein steigendes Interesse an Architektur von
Seiten der Politik, Verwaltung und Wirtschaft.
projekt A _ graz verbessert die Produktionsbedingungen
der Architektur, des Städtebaus, der Regional- und Landschaftsplanung
sowie der Grün- und Freiraumgestaltung.
Architektur als Imageträger für Region und Stadt erhöht
die Qualität und Attraktivität des Standortes – auch für
Investoren.
projekt A _ graz stärkt in Form von Architekturvermittlung
auf breiter Basis die Voraussetzungen für Bürgerbeteiligung
und Mitbestimmung und unterstützt die Identifikation der
Menschen mit ihrer Lebenswelt.
projekt A _ graz fördert als zukunftsorientierte Maßnahme
die Sicherung und den Ausbau eines qualifizierten und
differenzierten Bildungsangebotes.
projekt A _ graz verbessert das Zusammenwirken aller am
Entstehen eines qualitätsvollen Lebensumfeldes Beteiligten.
Mit dem Ziel, Graz und die Steiermark in Kooperation
mit Nachbarn, mit der Region und mit der erweiterten
EU als mustergültige Architekturregion zu positionieren
werden Prozesse vorausschauender Planung installiert und
Maßnahmen für eine nachhaltige Strukturverbesserung
gefördert. Diese richten sich an alle, die die Qualität der
Lebenswelt mitbestimmen und die Rahmenbedingungen
dafür definieren. Davon profitieren die Bevölkerung, die
Stadt, das Land und die Region.


Nachhaltige Aktionsfelder

Qualitätssichernde Maßnahmen
■ Einrichtung von Gestaltungsbeiräten
■ Stadtforum Graz
■ Vernetzung der Ausbildungsstätten
■ Optimierte Formen der Vergabekultur

Objektbezogene Maßnahmen
■ Forcierung von Bauten
(2008 als Fertigstellungsjahr)
■ Unterstützung von best practice Modellen
■ Sanierung historischer Gebäude

Strukturbezogene Maßnahmen
■ Weissbuch Baukultur:
Status quo und Maßnahmenkatalog
■ Gezielte Fördermaßnahmen für junge Architekten
(auch Standortsicherung)
■ Attraktivitätssteigerung des Standorts durch
Hebung der Planungssicherheit
■ Wirtschaftliches Potential durch Baukultur fördern
■ Verstärkte Architekturvermittlung
■ Berufsqualifizierende Maßnahmen für alle am
Bauprozess Beteiligten

Städtebauliche Maßnahmen
■ Verstärktes Augenmerk auf überregionale
Raumplanung und internationale Entwicklungen
(siehe europäische Integration
z. B. Raum Graz-Maribor)


Transdisziplinarität

Architektur umgibt jeden und ist Raum als Gebautes und
Gedachtes, Visionäres und Kritisierbares. Raum ist substanzieller
Teil des Lebensumfeldes und der Umgang damit
symbolisch für die Gesellschaft.
Die Auseinandersetzung mit Raum im Speziellen und im
Alltäglichen ist untrennbar verbunden mit allen anderen
Disziplinen und soll in allen kulturellen Sparten thematisiert
werden, in der freien Kulturszene wie in den etablierten Kulturinstitutionen.
Transdiziplinarität beschreibt den Prozess
des Austausches zwischen den Disziplinen und entsteht nur
dann, wenn die Wirklichkeit der AnwenderInnen miteinbezogen
und in offenem und transparentem Dialog interagiert
wird. projekt A_graz misst sich auch an den Beiträgen zur
Problemlösung und am gesellschaftlichen Nutzen.
projekt A_graz sucht dazu den Austausch zwischen Kulturen,
den Kultursparten, den verschiedenen Kunst-, Kulturund
Bildungsinstitutionen, der Szene und dem internationalen
Publikum.
Bevölkerung und Fachpublikum bekommen die Möglichkeit,
sich auf verschiedensten Ebenen mit Architektur und
Raum zu befassen und gesellschaftliche, politische und
soziale Fragestellungen und Visionen zu entwickeln.
projekt A _ graz ist transdisziplinär, getragen von Kunstund
Kultur, der Bevölkerung und Gästen, Politik und Wirtschaft,
der Stadt sowie des Landes.
Literatur, Musik, Theater, Tanz, Visual Art, Fotografie, Film,
Medienkunst und bildende Kunst mit ihren lokalen und
internationalen VertreterInnen sind integraler Bestandteil
der Definition von Architektur als künstlerischer Querschnittsmaterie.
projekt A _ graz ist an der Nahtstelle von Architektur, Kultur
und Alltagsleben und verbindet die Beschäftigung mit
Raum mit verschiedenen Kunstformen, lokalen Traditionen
und Institutionen, Geschichten und Eigenheiten und wird
Bühne für neue Ideen.


Transdisziplinäre Beispiele
Architektur u n d Bildende Kunst
Moderne
Kunst am Bau
Kunst im öffentlichen Raum
Stadt und Land
Öffentlicher Raum
Interventionen und Installationen
Experimente
■ Musik
Bespielung von Architekturen
Bühnenbild
Klanginstallationen
■ Literatur
■ Theater
■ Tanz
■ Fotografie
■ Film/Video
■ Medienkunst
■ Philosophie
■ Kunstgeschichte
■ Kulturwissenschaften
■ Wirtschaft
■ Medizin
■ Soziologie
■ Psychologie


Veranstaltungen zur Architektur
Themen- und Sparten übergreifend

■ Ausstellungen
zu Architektur (historischer wie zeitgenössischer),
Stadtplanung, Stadtforschung, Raumplanung,
Landschaftsgestaltung, Design, Verkehr,
Kunst und Bau
Bauausstellung
Messe

■ Führungen und Rundgänge
Stadtführungen durch die große historische Dimension
(Weltkulturerbe) und bestehende
zeitgenössische Architektur-Qualität
Exkursionen zu verschiedenen Themen
Atelierführungen

■ Aktionen, Events und Installationen
Experimente in der Stadt (zu Verkehr u.v.a. )
Temporäre Installationen
Interventionen im Stadtraum

■ Konferenzen, Vorträge und Workshops
Symposien
Diskussionen
Vorträge
Publikationen
Periodika
Internet
Feste


Veranstaltungszeitraum

2008 ist die Verdichtung der bereits vorangegangenen Prozesse,
die auch nach 2008 fortgesetzt, evaluiert und ständig
verbessert werden müssen.
Das projekt A _ graz will sich – unter Berücksichtigung
anderer, bereits fixierter Veranstaltungen – in die Jahresdramaturgie
2008 einfügen.
Für eine halbjährige Dauer des projekt A _ graz (z.B. von
April bis Oktober) sprechen folgende Argumente:
● Größere Zeitressourcen für die Planung
● Komprimiertes Programm
● Steigerung der Aufmerksamkeit
des Publikums
● Steigerung der medialen Wahrnehmbarkeit
● Vergleichsweise reduziertes Budget
● Optimale Nutzbarkeit für den Tourismus
Sowohl in der Zeit vor dem offiziellen Start 2008, als auch
in der Zeit nach den sechs Monaten sind natürlich Vorprogramme
und weiterführende Aktivitäten möglich, da das
gesamte Projekt als Prozess mit einem fließenden Übergang
ins Jahr 2008 zu verstehen ist.


Organisationsstruktur
(siehe auch Abb. 1, 2 oben rechts)

■ projekt A _ graz wird inhaltlich durch die Kultur- und
Architekturszene getragen. Eine organisatorische Anbindung
an eine bestehende Institution (wie z.B. Haus der
Architektur) wird angestrebt. Eine Betriebsgesellschaft
oder ein Profit Center sollen an diese Organisationsstrukturen
oder an andere Institutionen angegliedert werden.
Neugründungen sind nach Möglichkeit zu vermeiden.
Start up Phase (bis Februar 2008)
mit Entwicklungsteam projekt A
innerhalb des Vereins Haus der Architektur

■ Der Geschäftsführung (ohne Intendantenvollmacht) des
projekt A _ graz steht ein operativ tätiger, transdisziplinärer
Programmbeirat zur Seite, über dessen personelle
Zusammensetzung und Geschäftsordnung die lokale
Szene befindet. Die Geschäftsführung trifft alle Schritte
der Vorklärung der dem Programmbeirat zur Entscheidung
vorzulegenden Projekte. Die frühzeitige Zusammenarbeit
mit der freien Szene und anderen Kunst- und
Kulturinstitutionen wird, wie die Förderung der aktiven
Teilnahme, durch Spartenbetreuung angeregt.
■ Ab März 2008: Vollbetrieb
Verselbständigung des Entwicklungsteam projekt A
zur projekt A Betriebsgesellschaft


Zeitplan
(siehe Abb. 3 rechts oben)

Der Zeitplan wurde nun derart adaptiert, dass 2008 als
Austragungsjahr angenommen wird. 2009 erscheint auf
Grund der Tatsache, dass Linz Kulturhauptstadt Europas
sein wird, als kein geeigneter Termin. Um 2008 realisieren
zu können, muss jedoch eine zügige und intensive Weiterentwicklung
gewährleistet sein.


Nachwort

Mit projekt A _ graz – verstanden als Kulminationspunkt
in einem transdisziplinären und nachhaltigen Entwicklungsprozess
– besteht für Graz und die Steiermark die
Chance, sich auf Dauer als Architekturstadt und -region zu
etablieren. Es kann eine starke Marke geschaffen werden,
die große Breitenwirkung erzielt.
projekt A _ graz bietet die Möglichkeit mit der Vision einer
vitalen Stadt in die Zukunft zu investieren und die Stadt
und Region im nationalen und internationalen Standort-
Wettbewerb als Zentrum vorausschauender Politik und
kreativer Produktion zu verorten.
Für die Umsetzung kann auf den vorhandenen Stärken
(Architekturkompetenz, kreatives Potential, Wirtschaftskraft
etc.) aufgebaut werden und die positive Strahlkraft
von Architektur als sichtbarer Ausdruck für den kulturellen
Entwicklungsstand und die ökonomische Leistungsfähigkeit
genutzt werden.
Durch ein ausgewogenes Verhältnis zwischen lokaler Produktion,
Präsentation und international ausgerichteten
Veranstaltungen, zwischen Neuem und Arriviertem, zwischen
Experiment und Bekanntem, zwischen Gebauten
und Gedachtem, zwischen Theorie und Praxis wird das
Programm sowohl für in- und ausländische Fachleute wie
auch für die regionale Bevölkerung attraktiv sein.
Das projekt A _ graz hat das Potential, Graz und die Region
zu einem Ort zu machen, den zu kennen und zu besuchen
ein ‚Muss’ und den zu bewohnen ein Stück Lebensqualität
ist.

Plattform Architektur sind :

ARTIMAGE
Fakultät für Architektur der TU Graz
Forum Stadtpark
Haus der Architektur Graz
Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten
für Steiermark und Kärnten
stadtmuseumgraz
Zentralvereinigung der Architekten Österreichs
Landesverband Steiermark

KONTAKT:
Plattform Architektur
c/0 Haus der Architektur
Engelgasse 3-5, 8010 Graz
http://www.gat.st

www.gat.st ist das digitale Medium der Plattform Architektur

Verfasser/in: Plattform Architektur
Datum: 13|07|06

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projekt A_graz 2008 > Zeitplan

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