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Graz Open Architecture 2014. Fakultätsausstellung an der TU Graz. Foto: Institut für Gebäudelehre

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Interview
Zukunftspläne der Grazer Architekturfakultät
Dekan Stefan Peters und Studiendekan Hans Gangoly im Gespräch

2014 war ein ereignisreiches Jahr für die Architekturfakultät der TU Graz. Der Diplomstudienplan ist ausgelaufen, im Sommer wurden die letzten Diplomprüfungen abgehalten. Ebenfalls im Sommer fand Graz Open Architecture, die erste Semesterabschlussausstellung statt, an der alle Institute beteiligt waren. Es weht ein Wind von Veränderung.
GAT fragte bei Dekan Stefan Peters und Studiendekan Hans Gangoly nach.

In letzter Zeit ist vermehrt ein fakultätsmäßig einheitliches Auftreten der Institute zu beobachten, sei es die Ausstellung „Graz Open Architecture“ im Juni 2014 oder der Vortrag von Anne Lacaton in der Aula der TU Graz im September 2014, der gemeinsam mit dem HDA organisiert wurde. Welche Kooperationen werden innerhalb der Fakultät und mit anderen Institutionen angestrebt?

Peters: Beginnen wir bei Graz Open Architecture: diese Sommerausstellung am Ende des Semesters zeigte die Arbeiten, die unter dem Jahr entstanden. Die Institute, die Studierenden und die Zeichensäle haben diese Ausstellung gemeinsam organisiert. Dafür muss man kommunizieren, sich einigen, was man ausstellt, wie man das macht, wie das lange dauert etc. Das war ein guter Prozess. Für uns ist das natürlich auch eine Möglichkeit, uns innerhalb der TU zu platzieren, zu zeigen, was die Architekturfakultät leistet. Das sieht man gut an der Fülle der Arbeiten eines Jahres. Wir werden auf jeden Fall hinterhersein, dass dies auch weiterhin einmal im Jahr stattfindet. Dabei wird es wichtig sein, die Veranstaltung noch mehr an die Öffentlichkeit tragen. 
Gangoly: ... auch an die Architekturszene. Es ist wichtig, dass die KollegInnen sehen, was auf der Architekturfakultät passiert. Da gibt’s, glaube ich, ziemlich viele Missverständnisse oder verschiedene Erwartungshaltungen. Die Ausstellung ist ein wichtiger Punkt, um die Kommunikation zu starten. Und deshalb auch die ganzen gemeinsamen Aktivitäten mit dem HDA. 
Peters: Das halte ich auch für eine ganz wichtige Schnittstelle von uns – quasi in die Stadt. Wenn wir eine Ausstellung haben oder das HDA zu uns kommt, dann sind damit auch ganz andere Besuchergruppen verbunden. Ein Thema, das uns gerade beschäftigt, ist 150 Jahre Architekturfakultät. Im Rahmen dessen ist für nächstes Jahr eine Ausstellung geplant. Auch für den Designmonat Graz im Mai 2015 gibt es eine Kooperation mit einem Institut. 

Welchen Stellenwert hat Präsentation innerhalb der TU?

Peters: Es gibt an der TU Graz sieben Fakultäten und es steht immer die Frage im Raum, wie kann man die Leistung der Fakultät messen? Das ist für die Architekturfakultät besonders schwierig. Wir sind kein Drittmittelzugpferd, das 15 Mio. Euro pro Jahr umsetzt;  unser Kerngeschäft ist die Lehre und die Forschung in einigen Bereichen. Durch eine Open Architecture Ausstellung oder die Ausstellung der Diplomarbeiten beim GAD-Award können wir innerhalb von dreißig Minuten ein Bild vermitteln, was bei uns in einem Jahr passiert. 
Gangoly: Das Problem ist – wie jedes Vermittlungsproblem auch außerhalb der Uni: was bedeutet eigentlich Architektur machen? Man hat meiner Meinung nach in der Vergangenheit dieses völlige Nichtwissen, was wir eigentlich tun, viel zu sehr unterschätzt. Wir sind lange Zeit als Künstler ins Eck gestellt worden und versuchen nun seit geraumer Zeit, aus diesem Eck herauszukommen. Generell ist unser Ziel, die Fakultät als Ganzes vorzustellen – mehr als vorher.  

Wie möchte sich die Fakultät in Zukunft positionieren? Ist das Studium technisch genug, wie sieht es aus mit praxisnaher Ausbildung?

Gangoly: Da muss man zunächst erst einmal fragen: wozu dient die Ausbildung eigentlich? Wir als Universität müssen sagen, wir bilden nicht primär aus, damit ein Architekturbüro AbsolventInnen direkt nach der Ausbildung übernehmen kann, sie an Schreibtische setzt, Aktenordner auf den Tisch knallt und sagt: "Da, leg los!". Wir wollen Leute ausbilden, die in der Lage sind, bestimmte Themen zu erkennen und die, die mit Architektur zu tun haben, zu bearbeiten. Dass ein gewisser technischer Aspekt dafür notwendig ist, ist völlig klar. Und zumindest in meiner Wahrnehmung – und das sage ich sowohl als Studiendekan als auch als jemand, der mit MitarbeiterInnen arbeitet, die hier ausgebildet wurden, – wird der Sinn der Ausbildung voll und ganz erfüllt, auch der technische Aspekt. 

Wie sieht es aus mit Forschung in der Architektur? Wo steht sie jetzt und wo sollte sie vielleicht stehen?

Gangoly: Forschung wird immer wichtiger. Wir sehen auch, wie die Verbindung zwischen Lehre und Forschung zu funktionieren beginnt. Aus Fragestellungen der Lehre ergeben sich plötzlich Forschungsthemen und umgekehrt. Aber ich glaube, die Forschungslandschaft ist keine, die der Architekturfakultät entgegenkommt. Wir führen nicht nach einer Fragestellung ein Experiment durch und tragen das Ergebnis in eine Tabelle ein. In städtebaulichen Dingen oder im Smart-City-Bereich können wir durchaus selbstbewusst sein und sagen: "Ohne uns geht das nicht".  Nur müssen wir dann die Rolle auch tatsächlich aktiv übernehmen, die uns da ermöglicht wird.

Smart-City-Forschungsprojekte erfolgen oft in Zusammenarbeit mit anderen Fakultäten wie z.B. Bauingenieurwesen, Maschinenbau oder Verfahrenstechnik. Wie wichtig ist die Vernetzung mit anderen Fachbereichen?

Peters: Wir sind sehr breit aufgestellt, das geht vom Künstlerischen über das Engineering bis zum Entwurf. Die Stärke der Architektur ist, Einzeldisziplinen zusammenzubringen, was man auch an den interdisziplinären Anträgen merkt. Wir haben gerade einen Forschungsantrag mit vier anderen Fakultäten aufbereitet, der TU-intern eingereicht wird. Dieses fakultätsübergreifende Forschungsprojekt wurde im Wesentlichen von unserer Fakultät betrieben. Das ist etwas, wo wir uns viel stärker einbringen können und wofür wir die Rahmenbedingungen schaffen müssen. Das heißt vor allem ein Budget für Personen zur Verfügung zu stellen, die sich ausschließlich dem Schreiben solcher Forschungsanträge widmen können. 
Gangoly: Es gibt z.B. auch bei zwei Projekten Kooperationen mit verschiedenen Instituten der Montanuni Leoben. 

Wie sieht es  mit Internationalisierung aus? Im Vergleich zu anderen Studiengängen gibt es praktisch keine englischen Lehrveranstaltungen. Würde ein englischer Master den Studierenden neue Möglichkeiten eröffnen bzw. braucht man so etwas überhaupt?

Gangoly: Ich wüsste keinen Grund, warum man in Graz ein Architekturstudium auf Englisch abhalten sollte. Gerade das Diskutieren über Konzepte und Entwürfe, das Motivieren zu einem kreativen Prozess in einer fremden Sprache ist extrem mühsam für alle Beteiligten. Die meisten AbsolventInnen arbeiten später im mitteleuropäischen Raum. Wenn man dann auf Englisch kommunizieren muss, dann tut man das sowieso. Diese explizite Fragestellung nach dem Englischen stellt sich daher nicht. 
Peters: Die gelebte Praxis ist ja die, dass Studierende in einem Studio auch auf Englisch betreut werden können. 
Gangoly: Wir wollen jedoch, wenn es gelingt, einen spezialisierten Master anbieten (zusätzlich zum normalen), der eine ganz bestimmte Ausrichtung hat, in Kooperation z.B. mit Wärmetechnik, Bauingenieurwesen, Informatik. Bei dem wäre es eventuell sinnvoll, ihn in Englisch anzubieten
Peters: Dieser inhaltlich zweite Master wäre für weniger Studierende, z.B. 30, gedacht, fokussiert auf eine Thema. Das darf nicht überstürzt werden, passt aber grundsätzlich in die TU-Entwicklung betreffend Internationalisierung. Unser Zugang ist dabei eher über den Inhalt als über die Sprache. 

Wie konkret sind diese Pläne des spezialisierten Masters?

Peters: Es ist keine vage Idee, wir arbeiten am Konzept zur Umsetzung, aber es ist zu früh, um eine Jahreszahl der Einführung nennen zu können. Dafür ist noch eine ausführliche inhaltliche Debatte notwendig. 

Um auf vergangenen Sommer zurückzukommen: Gab es Probleme beim Abschluss der langen Ära des Diplomstudiums bzw. beim Umstieg auf den Masterstudienplan? Hat alles funktioniert wie geplant?

Gangoly: Im Wesentlichen hat es gut funktioniert. Die meisten Diplomstudierenden haben es „geschafft“, bis auf einige Langzeitstudierende, die inzwischen schon den dritten Studienplanwechsel hinter sich haben. Im Herbst gab es einen „Nachholtermin“ für diejenigen, die aus familiären Gründen den Sommertermin versäumt haben, das waren ca. 20 Personen. Von den Studierenden, die auf den Master umsteigen mussten, gibt es keine offiziellen Rückmeldungen. 

Was ist neu, was fehlt, nachdem es kein Diplomstudium mehr gibt? Inwieweit sind Diplom- und Masterstudium vergleichbar?

Gangoly: Die Struktur ist eine andere, inhaltlich ist es auch etwas anders. Die letzten Jahre haben wir quasi schon das Masterstudium gelebt, auch wenn es noch zum Teil als Diplomstudium gelaufen ist. Durch die Parallelität von Diplom- und Masterstudium sind viele administrativen Probleme entstanden, v.a. weil die Diplomstudierenden einen Haufen Wahlfächer in ihren Wahlfachblöcken gebraucht haben, die die Masterstudierenden nicht mehr brauchen. Nachdem es jetzt keine Diplomstudierenden mehr gibt, werden wir in diesem Studienjahr sehen, wie das Masterstudium funktioniert, wenn es nicht überlagert ist.
Die grundsätzliche Änderung ist die, dass der Bachelor stringenter funktioniert. Das ist von uns bewusst gewollt. Mit dem Institut für Grundlagen der Konstruktion und des Entwerfens soll von  Anfang an klar sein, dass es nicht nur ums Entwerfen geht, sondern auch um das Zusammenspiel der Dinge auf konstruktiver Ebene. 
Wir wollen für den Bachelor eine solide Grundausbildung, die möglichst wenig dem Zufall überlässt. Das klingt jetzt vielleicht ein bisschen hart, aber ich glaube, das ist für die Ausbildung wichtig. Im Gegensatz dazu ist der Master in unseren Augen, wenn ihn Studierende wirklich nutzen wollen, extrem vielfältig. 

Man muss diesen Master nicht an der TU Graz machen. Kann eine geringere Anzahl Masterstudierender den Master an der TU Graz gefährden?

Gangoly:  Nein, das passiert sicher nicht. Das Lustige ist: Wir haben jahrelang über zu hohe Studierendenzahlen gejammert. Jetzt gibt es etwas weniger Studierende und plötzlich haben viele Leute die Panik. Also wir nicht.

Wie sehen denn die genauen Zahlen aus – auch im Vergleich zu früher?

Gangoly: Wir haben in den letzten Jahren rund 230 Erstsemestrige gehabt (ohne Erasmusstudierende oder Studienwechsel). Nachdem uns das Ministerium auferlegt hat, Zulassungsprüfungen durchzuführen, waren es im Jahr 2013 nur noch 136 Erstsemestrige und 2014 149. Interessant ist dabei folgende Entwicklung: Es gab 381 Anmeldungen, daraufhin mussten wir das Aufnahmeverfahren starten. Der erste Schritt des Aufnahmeverfahrens war ein Motivationsschreiben, das hat die Interessierten schon auf die Hälfte reduziert, 188 haben dieses Motivationsschreiben abgegeben. Von den 188 haben 149 inskribiert.
Unsere Erfahrungen zeigen, dass jene, die tatsächlich inskribiert haben, auch im Studium bleiben. Früher sind in der Regel von den 230, die inskribiert waren, in den ersten drei Semestern 80 wieder ausgestiegen. Was dazu kommt: Wir haben jetzt geburtenschwächere Jahrgänge. Die TU Wien ist von 1.000 Erstsemestrigen auf 680 geschrumpft. 
Was sich für uns positiv entwickelt, sind die Zugänge im Master. Wir haben 25% Einsteiger von außen in den Master. Wir sind die einzige Fakultät an der TU, die im Master deutliche Zugänge von außen hat. 

„Von außen“ heißt aus welchen Regionen?

Gangoly: Die meisten kommen aus Deutschland, z.B. Aachen, Weimar, Berlin, Südosteuropa ist natürlich immer stark.
Peters: Zugänge werden durch ein attraktives Lehrangebot angezogen. Ein attraktives Lehrangebot entsteht zum einen durch die Inhalte, aber auch durch die Ausbildungsumgebung. Es ist schon lange Thema an der Fakultät, dass wir für die Lehre in Studios entsprechende Räumlichkeiten brauchen. Im Moment gibt es über den Campus verteilte Seminarräume, die man buchen kann, aber es gibt nicht das Studio. Wir sind im Gespräch mit dem Rektorat, dass unsere Fakultät diese Räumlichkeiten bekommt. 

Sprechen Sie damit den Ausbau des Dachgeschoßes für Studioarbeitsplätze an?

Peters: Ja, genau. 
Gangoly: Alle Studierenden, die im Ausland studiert haben und mit ihrer dortigen Arbeitssituation sehr zufrieden waren, hatten einen fixen Arbeitsplatz an der Uni. Und genau das wollen wir auch erreichen. Wir haben im Gespräch mit dem Rektor das räumliche Angebot der 10 besten Architekturschulen der USA und der 10 best gerankten in Europa mit unseren Räumlichkeiten gegenübergestellt: In den USA gibt es 100% Studierendenarbeitsplätze, in Europa 66-100% auf der Architekturfakultät. Wir haben –  wenn wir die Zeichensäle als solche hernehmen – 15%. Wenn der Dachboden ausgebaut würde, kämen wir gegen 35%. 

Wenn diese neuen Arbeitsplätze entstehen, sollen dann die Zeichensäle weichen, da Studierende bereits ihre Arbeitsplätze haben? Oder sollen beide nebeneinander existieren?

Peters: Das ist erst einmal nicht miteinander verquickt. Das eine schließt das andere nicht aus und soll es nicht ersetzen. Sowohl Lehrende als auch Studierende werden einen Prozess führen müssen – als Diskussion und Entwicklungsschritt. Ich sehe das nicht konfrontativ. Wir haben derzeit 2.000 Studierende, davon sind 1.300 prüfungsaktiv, ca. 200 davon haben einen Platz in einem Zeichensaal. Der Rest hat keinen ständigen Arbeitsplatz an unserer Universität. Das ist ein Zustand – verglichen mit anderen Architekturfakultäten – , der nicht in Ordnung ist.   

Sollen diese Arbeitsplätze dann fixe Arbeitsplätze pro Person sein?

Gangoly: Nein, es sollen Arbeitsplätze pro Person, pro Studienjahr, pro Semester sein.
Peters: Es soll möglich sein, dass Studio-TeilnehmerInnen ein Semester mit einem Lehrenden an einem Ort bleiben, um sich mit einem Thema zu beschäftigen.
Gangoly: Mit einer neuen  Arbeitsplatzsituation wird sich auch die Betreuung der Studierenden automatisch ändern. Außerdem kommen alle Institute, die in der Inffeldgasse sind, 2016 in die Kronesschule. So werden die meisten Lehrenden in einem sehr engen Umfeld präsent sein und können eine ganz andere Art von Betreuung bieten. 
Peters: Die Kronesschule ist das zweite große Infrastrukturthema nach dem Dachausbau der Alten Technik. Die Seminarräume dort würden ausreichen, dass die ersten zwei Semester in sieben/acht Seminarräumen gleichzeitig unterrichtet werden können. Wenn das zeitgleich passiert, entsteht eine gewisse Dichte an Lehrenden und Studierenden. Das ist etwas, was wir jetzt nicht haben und die große Chance, die die Kronesschule bietet. 
Die zweite Lücke, die wir als Fakultät echt haben, ist unser Werkstättenbereich. Die Kronesschule bietet die Chance, einen Werkstattbereich zu schaffen, der an das Grundlageninstitut angegliedert ist und dort mit der Lehre in den ersten Semestern verknüpft wird. Ein wichtiger Teil der Architekturausbildung ist, dass Studierende lernen, Modelle zu bauen. Das könnte ergänzt werden durch ein Masterlab in der Lessingstraße, wo man für das Masterstudium kompliziertere Modelle bauen kann. 
Gangoly: Mit diesen räumlichen Möglichkeiten wird sich auch das Bachelor-/Masterstudium entwickeln. Die angesprochenen räumlichen Komponenten werden auch Auswirkungen auf die Art der Lehre haben. 

Werden in der Zukunft viele LVs geblockt sein?

Gangoly: Das hat auch mit der zukünftigen Raumressource zu tun. Das Blocken war für uns eine gewisse Notlösung, mit Raumressourcen umzugehen und auch wegzugehen. Wenn wir die Chance haben, dieses Masterstudio zu bespielen, wird sich das vielleicht wieder ändern. 
Wie Roger Riewe mit seinen Studierenden in Honkong war, wie wir in Istanbul und Chile waren: So etwas ist im Rahmen der Lehrveranstaltungen nur möglich, wenn wir blocken können. Das ist in meiner Wahrnehmung eine sehr erfolgreiche Art zu arbeiten. Wenn es uns gelingt, die Masterstudios tatsächlich zu verorten, wird sich das etwas ändern. Eine Idee des Blockens war auch, Gäste einladen zu können, so wie gerade Markus Penell von Ortner & Ortner, die kommen dann für eine Woche oder zwei, aber niemals für ein Semester jeweils einmal die Woche. Das Thema Kooperationen ist mit einer geblockten Lehrveranstaltung wesentlich einfacher handzuhaben, als wenn sich eine Lehrveranstaltung übers ganze Semester zieht.
Ein Aspekt ist schon auch, die Studierenden zu zwingen – im positiven Sinn – sich mit einem Thema ausschließlich auseinanderzusetzen. Das hat einen sehr realen Hintergrund, denn wenn ich in einem Büro anfange, muss ich entwerfen. Nicht nächste, übernächste Woche oder wann ich Lust habe, sondern jetzt! Vorher war es so: am Mittwoch ist Korrektur und am Dienstagabend beschäftige ich mich ein bisschen mit meinem Entwurf. So kann man nicht entwerfen. 

Je verschulter der Studienplan, je straffer das Programm, umso mehr drängt sich in den Augen vieler ein Vergleich mit der Ausbildung an einer FH auf. Wie kann man mit wenigen Worten diesen Vergleich aus dem Weg räumen?

Gangoly: Ich glaube nicht, dass es verschult ist. Man hat immer die Freiheit, sich sein Studium zu gestalten. Das hat früher Zeit gekostet und würde jetzt auch Zeit kosten. Der Unterschied zur FH ist, dass der Druck, dass alle durchkommen müssen, noch größer ist als bei uns. Die FH hat einen Erfolgszwang, den wir nicht haben. Ich glaube, man kann eine FH-Ausbildung mit einer Universitätsausbildung nicht vergleichen. Wir haben ganz wenige, die von der FH kommen und in den Master einsteigen, aber es ist kein Massenphänomen. 
Peters: Der Prozess unserer Themenausarbeitung braucht viel Zeit, viele unterschiedlichen Charaktere, viel unterschiedliches Wissen. So etwas kann ich nur an der Uni abbilden. An der FH habe ich nicht die Möglichkeiten, die ich an der Uni habe. Das sind zwei verschiedene Systeme mit inhaltlich und personell verschiedenen Strukturen. 

Verfasser / in:

Yvonne Bormes

Datum:

Mi. 22/04/2015

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Kommentare

fh uni

danke für die nicht erklärenden worte des unterschieds fh versus uni

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Dekan Stefan Peters und Studiendekan Hans Gangoly im Gespräch über ein geeintes Auftreten der Architekturfakultät der TU Graz, das Auslaufen des Diplomstudiums, Pläne für einen speziellen Master, Kooperationen mit anderen Fakultäten und Institutionen und vieles mehr.

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