_Rubrik: 

WB-Entscheidung
Wettbewerb Pflegewohnheim Graz-Andritz

Beim kürzlich entschiedenen geladenen, offenen Realisierungswettbewerb für das geplante Pflegewohnheim Graz-Andritz in der Statteggerstraße war der Grazer Architekt DI Dietger Wissounig nicht zu schlagen: Sein Vorschlag für eine moderne Betreuungsstätte für mehr als 100 Menschen wurde einstimmig zum Siegerprojekt gewählt und soll in den kommenden Jahren umgesetzt werden.
   
Sieben Wohngemeinschaften mit je 15 BewohnerInnen, insgesamt rund 5.900 Quadratmeter Bruttogeschoßfläche in einem 14.000 Quadratmeter großen Gelände, Baukosten von maximal elf Millionen Euro exklusive Einrichtung und Mehrwertsteuer - das sind die Eckdaten jenes Pflegewohnheims, das in der Statteggerstraße in Andritz durch die Wohnbaugruppe ENW errichtet wird. Der Baubeginn ist für Ende 2014 angepeilt, die Eröffnung des in Passivhaus-Standard geplanten Projekts in Mischbauweise unter maßgeblicher Verwendung des Baustoffes Holz wird 2015/2016 erwartet. Der Entwurf von Wissounig wurde aus den zehn Vorschlägen einstimmig zum Sieger gewählt. Juryvorsitzender war Arch. Rüdiger Lainer, Mitglied des Grazer Fachbeirates.

Pflegewohnheim der modernsten Generation

Wissounigs Planung wurde von der Wohnbaugruppe ENW ebenso als „optimale Lösung für ein Pflegewohnheim der modernsten Generation“ gewürdigt wie von den städtischen Geriatrischen Gesundheitszentren und der Stadtbaudirektion, die mit ihrem Referat für Hochbau den Architekturwettbewerb unterstützt hatte. Jede der sieben Wohneinheiten, die von jeweils 15 Menschen bewohnt werden, enthält einen familiären Wohn-Innenbereich und einen Hof, der für Zusammenkünfte und gemeinsame Aktivitäten genutzt wird. In dieser wohnlichen und sicherheitsgebenden Atmosphäre leben BewohnerInnen zusammen, finden Ruhezonen, Terrassen, Gärten und Spazierwege vor, bekommen die Möglichkeit gemeinsam zu kochen und in Alltagsnormalität - trotz hoher Pflegestufen - miteinander zu leben. Dies ermöglicht ein hochprofessionelles Pflegeteam, ergänzt um AltenfachbetreuerInnen. Auch die Fördervorgaben des Landes mit 50 Quadratmeter förderbarer Nutzfläche pro Bett wurden von Wissounig eingehalten. Dass der gesamte Komplex lediglich zwei Geschoße hoch ist und sich somit verträglich in die Umgebung einfügt, trug ebenso zum positiven Gesamteindruck bei wie auch die Tatsache, dass eine Reservefläche von rund 500 Quadratmetern zukunftsfähige Erweiterungen des Komplexes ermöglicht.

Architekt Wissounig: „Entwurf nimmt Anleihe an einem Dorf!“

Wie sieht der siegreiche Architekt DI Dietger Wissounig sein Projekt selbst? „Der Entwurf nimmt Anleihe an der Analogie eines Dorfes. Die Hausgemeinschaften entsprechen dabei den Einfamilienhäusern, die sich um einen halböffentlichen ,Dorfplatz‘ anordnen. Feierlichkeiten, die auch die umliegende Nachbarschaft einbinden, finden hier in regelmäßigen Abständen statt. Ein großes Wohnzimmer bildet das Herz der jeweiligen Hausgemeinschaft, quasi wie ein Einfamilienhaus. 15 BewohnerInnen orientieren ihre Zimmer zur gemeinsamen Mitte. Die räumlichen Zusammenhänge sind dabei so gewählt, dass eine familiäre Atmosphäre entsteht. Mit einem Satz: Möglichst viel vertrautes Lebensgefühl soll für den Bewohner spürbar werden.“

Für den Geschäftsführer der Geriatrischen Gesundheitszentren der Stadt Graz, Dr. Gerd Hartinger, schließt sich mit dem Bau des Pflegewohnheims Andritz nicht bloß eine Betreuungslücke, die sich in diesem Bezirk seit der behördlichen Schließung eines privaten Heimes aufgetan hat, sondern der Siegerentwurf ermögliche eine Versorgung des Pflegebedarfs im Grazer Norden auf höchstem Niveau.

WETTBEWERBSERGEBNIS
DIE REIHUNG IM ÜBERBLICK:

GEWINNER: Arch. DI Dietger Wissounig, Graz
Rang 2: Arch. DI Christian Andexer, Graz
Rang 3: Huss Hawlik Architekten ZT GmbH, Wien

Verfasser / in:

Stadt Graz - Stadtbaudirektion

Datum:

Do. 29/11/2012

Terminempfehlungen

Das könnte Sie auch interessieren

Infobox

Dietger Wissounig, Graz wird das Haus für mehr als 100 Personen in der Statteggerstraße in Graz-Andritz realisieren.

Kontakt:

Kommentar antworten