bildungscampus_algersdorf_c_helmut_pierer.jpg
Bildungscampus Algersdorf, 2015-2016
Architektur: ARGE Mesnaritsch-Spannberger, ©: Helmut Pierer

_Rubrik: 

Bericht
Wenn gute Schulen Schule machen
Bildungsbau als Zukunftsinvestition

Symposium
Begleitend zur Ausstellungseröffnung fand ein Symposium mit GesprächspartnerInnen aus Theorie und Praxis rund um Themen der Schulplanung und des Schulalltags statt. Jeder der drei Themenblöcke wurde von einem zehnminütigen Impulsvortrag eingeleitet, dem kurze Statements der TeilnehmerInnen folgen. Abschließend fand jeweils eine offene Diskussion statt.

  • 1. Themenblock PROZESS
    Wenn eine Schule ihren Nutzern übergeben wird, ist das das Ergebnis eines jahrelangen Prozesses. Demographische Entwicklungsszenarien zeigen den Bedarf nach neuen Schulen auf. In einem komplexen Zusammenspiel werden Projektstandorte ermittelt, pädagogisches Konzept und Raumprogramm erarbeitet, Wettbewerbe vorbereitet, durchgeführt und schließlich der Schulbau realisiert und seinen NutzerInnen übergeben. Nicht selten folgen schon nach einigen Jahren erste Erweiterungen und Adaptierungen, um den “Organismus Schule” am Laufen zu halten.
    Wo sind die maßgeblichen Schnittstellen? Wie funktionieren die Zusammenhänge im Detail? Wo liegen die Verantwortlichkeiten? Wo besteht Verbesserungspotential in diesem komplexen Gefüge?
    Impulsvorträge
    – Ingrid Frisch, Hochbaureferat Stadt Graz, Projektkoordination
    – Heinz Reiter, Leitung Hochbaureferat Stadt Graz, Projektentwicklung, Projektplanung, Wettbewerbsabwicklung
    in Diskussion mit
    – Hans Gangoly, Gangoly & Kristiner Architekten, Professor an der TU Graz / Institut für Gebäudelehre
    – Georg Friedrich Spannberger, Architekt, ARGE Mesnaritsch-Spannberger, Planung Bildungscampus Algersdorf
    – Paul Pilich, Direktor des Bildungscampus Algersdorf
    – Harald Schabus, Direktor der VS Mariagrün
    Moderation: Elisabeth Koller, Kuratorin
  • 2. Themenblock SCHULALLTAG
    In den vergangenen Jahren sind beispielhafte Schulbauten in der Steiermark entstanden. Eine Baukultur, wie man sie sich auch in vielen anderen Bereichen nur wünschen kann, ist auf dem Vormarsch und verdient besonderes Augenmerk. Alle Beteiligten scheinen am selben Strang zu ziehen und für dasselbe Ziel zu arbeiten – die bestmöglichen Ausbildungs- und Lebensorte für unsere Kinder zu schaffen. Welchen Beitrag kann der Raum als “dritter Pädagoge” im Schulalltag tatsächlich leisten?
    Warum gab es solche räumlich progressiven Ansätze und Typologien schon vor Jahrzehnten? Wie kam es dazu und was war eigentlich in der Zwischenzeit los? Welche besonderen aktuellen Herausforderungen hat “Schule heute” zu bewältigen?
    Impulsvortrag
    – Karin Schwarz-Viechtbauer, Direktorin des ÖISS – Österreichisches Institut für Schul- und Sportstättenbau, Plattform SchulUMbau, Chefredakteurin Fachmagazin Schule & Sportstätten
    in Diskussion mit
    – Elisabeth Meixner, Amtsführende Präsidentin des Landesschulrates für Steiermark
    – Rudolf Egger, Leiter des Arbeitsbereichs Empirische Lernweltforschung und Hochschuldidaktik, Karl-Franzens-Universität Graz
    – Eugen Gross, Werkgruppe Graz
    – Johannes Wohofsky, balloon architekten
    Moderation: Bernhard Luthringshausen, Kurator
  • 3. Themenblock PERSPEKTIVEN
    Der Schulbau kann als Katalysator in vielerlei Hinsicht gesehen werden. Sei es, indem durch hervorragende Bauwerke an strategisch guten Standorten ein urbaner Angelpunkt in den jeweiligen Bezirken entsteht oder indem durch Adaptierungen von Gebäudebeständen eine zeitgemäße Pädagogik ermöglicht wird. Die viel zitierte Chancengleichheit beginnt bei der Ausbildung der Kinder, die Anforderungen wandeln sich stetig und die Politik sowie alle Beteiligten sind dazu aufgefordert ihr Bestes in diesem komplexen Zusammenspiel zu geben.
    Worin liegt das Potenzial eines Schulneubaus aus stadtplanerischer Sicht? Ist der Umbau bzw. die Erweiterung eines Bestandsgebäudes immer nur ein Kompromiss oder verstecken sich auch hier besondere Qualitäten? Welche zukünftigen Entwicklungen in städtebaulicher und in räumlicher Hinsicht sind zu erwarten? Sind wir für die “Schule von morgen” bereits heute gewappnet?
    Impulsvortrag
    – Christian Kühn, Professor an der TU-Wien / Abteilung Gebäudelehre und Entwerfen, Forschungsschwerpunkt Schulbau, Vorsitzender der Architekturstiftung Österreich, Mitglied des Beirats für Baukultur im Bundeskanzleramt seit 2009. Kommissär für den österreichischen Beitrag zur Architekturbiennale Venedig 2014
    in Diskussion mit
    Michael Mayer, Stadtplanungsamt, Stadt Graz
    – Rainer Plösch, GBG, Geschäftsbereichsleiter, Teamleiter Baumanagement
    – Günter Fürntratt, Abteilung für Bildung und Integration, Stadt Graz, Abteilungsleiter
    – Karlheinz Boiger, Hohensinn Architektur
    Moderation: Evelyn Temmel, Kuratorin

Verfasser / in:

Elisabeth Koller, Bernhard Luthringshausen, Evelyn Temmel
HDA – Haus der Architektur
Stadtbaudirektion Graz

Datum:

Mi. 24/05/2017

Terminempfehlungen

Infobox

Wenn gute Schulen Schule machen 
Bildungsbau als Zukunftsinvestition

Elisabeth Koller, Bernhard Luthringshausen und Evelyn Temmel, die KuratorInnen der Ausstellung, beleuchten die Hintergründe der Schau im Haus der Architektur in Graz. Diese beschäftigt sich mit gegenwärtigen Tendenzen im Schulbau in der Steiermark und stellt parallel dazu einen Vergleich zu Entwicklungen und Konzepten aus den 1960er und 1970er Jahren her.

Ausstellungsbegleitend wurde am Eröffnungstag ein Symposium zum Thema abgehalten.

VeranstalterInnen
HDA in Kooperation mit Stadtbaudirektion Graz und der GBG

Ausstellung bis 12.06.2017
im HDA

Ergänzt wird der Artikel auf Seite 2 mit einem Rückblick auf das Symposium am 11.05.2017.

Kommentar antworten