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©: Zita Oberwalder

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Sonntag
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Beth Olamin - Alter Jüdischer Friedhof in Prag / Père Lachaise - Friedhof in Paris.

© Zita Oberwalder, 2007

Alter Jüdischer Friedhof in Prag
“Beth Olamin“ - “Haus der Ewigkeit“, auch „Guter Ort“

Abb. 01 - 15

wie heißt es, dein Land
hinterm Berg, hinterm Jahr?
Ich weiß, wie es heißt.
Wie das Wintermärchen, so heißt es,
es heißt wie das Sommermärchen,
das Dreijahreland deiner Mutter, das war es,
das ist´s,
es wandert überallhin, wie die Sprache,
wirf sie weg, wirf sie weg,
dann hast du sie wieder, wie ihn,
den Kieselstein aus
der Mährischen Senke,
den dein Gedanke nach Prag trug,
aufs Grab, auf die Gräber, ins Leben.

(Ausschnitt aus dem Gedichtsband die Niemandsrose von Paul Celan)

Wie der Name „Haus der Ewigkeit“ schon andeutet, ist ein jüdisches Grab für die Ewigkeit gedacht. Der jüdische Glaube verbietet die Auflösung von Gräbern. Aus Platzmangel behalf man sich mit einer Aufschüttung bereits bestehender Grabschichten und nun liegen bis zu zwölf Schichten solcher Gräber übereinander.

Der Jüdische Friedhof in Prag ist einer der bekanntesten jüdischen Friedhöfe in Europa und zählt zusammen mit der Altneu-Synagoge zu den bedeutendsten erhaltenen Baudenkmälern Prags. Angelegt wurde der Friedhof in der ersten Hälfte des 15.Jahrhunderts, der älteste Grabstein stammt aus dem Jahr 1439 (Dichter und Gelehrter Avigdor Kara), der letzte Grabstein 1787 (Moses Beck).

Auf diesem Friedhof befinden sich über 12 000 Grabsteine aber die Zahl der bestatteten Menschen liegt um die 100 000.
Die bedeutendste beerdigte Persönlichkeit auf dem Alten Judenfriedhof ist der Theologe und Pädagoge Rabbi Jehuda Liwa ben Bezal`el, genannt Rabbi Löw. (1520-1609) Er ist der Schöpfer des Golem. Das ist die Sage von der Schaffung eines künstlichen Wesens, der Hüter und Beschützer des jüdischen Viertels und aller Juden in Prag war. Der Reiseführer gibt an, dass der Geist Rabbi Löws und seines Golem hier immer noch zu spüren ist.

Auf vielen Gräbern liegen kleine Steine, die den Toten symbolisch bedecken sollen. Dieser Brauch stammt aus der Zeit der Wüstenwanderung, als man die Toten wegen der geographischen Lage mit Steinen begrub. Manchmal liegen unter den Steinchen auch kleine Zettelchen in der Hoffnung, dass die Wünsche, die darauf geschrieben wurden, sich erfüllen.

Interessant auch die Aufschriften und Symbole auf den Grabsteinen selbst. Nicht nur Name und Geburtsdatum sondern auch Geschichten aus dem Leben, gute Taten, Beruf und Rolle in der jüdischen Gemeinde sind festgehalten. Zeichen wie Weintrauben, Pinienzapfen oder Kronen, die für gute Eigenschaften stehen, findet man zusammen mit in Stein eingemeißelten Berufssymbolen wie z B Arztpinzetten, Schneiderscheren, Mörser oder Geige. Reliefs von Tierzeichen beziehen sich auf Familiennamen wie – ein Löwe für Löw aber auch Hirsch, Fuchs, Bär, Karpfen...

Der religiös verankerte Brauch verbietet Juden jede Grabpflege, sie meinen, dass mit dem Verwittern der umgestürzten Namen und Gebete tragenden Grabsteine auch die Erinnerung an diesen Toten, der nun in Abrahams Schoß ruht, zu Staube werden;

Der Alte Jüdische Friedhof in Prag liegt im ehemaligen jüdischen Viertel Josefov in der Prager Altstadt

ADRESSE:
Stary zidovsky hrbitov, Siroka Nr. 3 / 2
Metrostation: Staromestska

Täglich geöffnet außer Samstags und an jüdischen Feiertagen.
November-März: 9.00-16.30 Uhr
April-Oktober: 9.00-18.00 Uhr

Friedhof in Paris
"Père Lachaise"

Abb. 16 - 21

Ist einer der berühmtesten Friedhöfe der Welt und der größte Friedhof von Paris (44 ha). Benannt nach François d’Aix Lachaise auf dessen Gärten der Friedhof angelegt wurde. Die erste Beerdigung auf dem Friedhof fand am 21. Mai 1804 statt.
Verwinkelte Gassen laden zum Spazieren ein. Ein ungewöhnlicher Ort voll Poesie, einer unglaublichen Vielfalt von Gräbern, da es keine festgelegten Vorgaben dafür gibt und dazwischen die Vielfalt der Natur. Ein Dauergrab eine Concession à perpétuité kostet auf Père Lachaise 8.000 Euro. Eine große Zahl berühmter Persönlichkeiten ist hier begraben. Auf dem Friedhof liegen u.a. Honoré de Balzac, Georges Bizet, Ettore Bugatti, Maria Callas, Frédéric Chopin, Max Ernst, Jean-Baptiste Poquelin Moliere, Jim Morrison, Yves Montand, Marschall Ney, Edith Piaf, Simone Signoret und Oskar Wilde....

Grab von Jim Morrison, Sänger von the Doors: (Geografische Lage: 48°51'33,8" N, 2°23'37,2" O)

16 rue du Repos
et 8 Boulevard de Ménilmontant
75020 PARIS
U Bahn Gambetta, Père Lachaise
Öffnungszeiten : von 01. Januar bis 31. Dezember 2007 von 08:30 bis 17:30

Alle Fotos enstanden 2007
© Zita Oberwalder

ZITA OBERWALDER
Architektur Fotografin Graz Lienz
oberwalder_zita@inode.at

Verfasser / in:

Zita Oberwalder

Datum:

So. 28/10/2007
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