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Eingang zur Volksschule und Neuen Mittelschule, Schulzentrum Feldkirchen, OÖ
Architektur: fasch&fuchs.architekten, ©: Hertha Hurnaus

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Bericht
Schul- und Kulturzentrum Feldkirchen / Donau

Was lange währt, wird endlich gut. Ein neunjähriger Prozess findet seinen erfolgreichen Abschluss.

fasch&fuchs.architekten, Wien gewannen 2005 den zweistufig ausgelobten, EU-weit offenen Wettbewerb für ein Schul- und Kulturzentrum in Feldkirchen an der Donau, Oberösterreich. Die Realisierung des Projekts erfolgte in 2 Phasen zwischen 2009 und 2014.


Phase 1: Kulturzentrum und Musikschule
Baubeginn: Juni 2009 / Fertigstellung: Nov. 2011

Der Turnsaal der Volks- und Hauptschule war thermisch und statisch am Ende seiner Lebenszeit angelangt. Die Gemeinde benötigte dringend einen Veranstaltungssaal, zu dem die Turnsäle in Mehrfachnutzung aufgerüstet werden sollten. Gemeinsam mit einer neuen Musikschule und in Synergie mit der Blasmusikkapelle sollte ein Kulturzentrum des Ortes entstehen. Aus ökonomischen Gründen war der Turnsaal zu erhalten und saniert seiner neuen Funktion zuzuführen. Das Konzept des neuen Kulturzentrums war also mit dem Bestand zu entwickeln.

Das Projekt von fasch&fuchs.architekten zielt jedoch nicht nur auf die innenräumliche Umsetzung des Kulturzentrums ab, sondern auch auf eine neue außenräumliche Komponente für das Gemeindeleben: eine Kulturarena, die in der Lage ist, einen neuen identidätsstiftenden Hauptplatz für Feldkirchen zu bieten.

Die neue, sanft ins Gelände eingebettete Musikschule ist die Basis für einen geneigten, weiträumigen Platz, der das dörfliche Geschehen mit dem Zugang zu den Galerien der Multifunktionshalle verbindet. Aufwändige Sanierungen und Adaptierungen der bestehenden Halle und der anschließenden Vereinsräume konnten den Bestand zusammen mit subtilen Eingriffen und Anbauten in ein schlüssiges und robustes innen- und außenräumliches Gesamtkonzept für einen Veranstaltungsort integrieren.

Phase 2: Schulzentrum 

Baubeginn: Juli 2012 / Fertigstellung: Sept. 2014

Die Sanierungen der mittlerweile zur neuen Mittelschule (NMS) übergeführten ehemaligen Sporthauptschule von 1974/75 (Arch. Reinhold Kroh) als auch der älteren Volksschule waren dringend erforderlich. Eine Wirtschaftlichkeitsstudie des Landes Oberösterreich (Bernhard Hinterreiter) zeigte, dass die Sanierung des Volksschultraktes ökonomisch nicht  vertretbar, in den Funktionen schwer mangelhaft und für die Etablierung neuer pädagogischer Konzepte ungeeignet war.

Für Planung und Baubeginn des Schulzentrums stand aus wirtschaftlichen Gründen ein äußerst knappes Zeitfenster zur Verfügung. Diese Vorgabe zeitigte eine äußerst produktive, konzentrierte und partizipative Projektentwicklung bei allen Projektbeteiligten: Bürgermeister, Gemeindevertreter und -vertreterin, Direktorin der VS, Direktor der NMS, ElternvertreterInnen, ArchitektInnen und FachplanerInnen.

Der Trakt der NMS war als Hallenschule in der räumlichen Anlage durchaus tragfähig und wurde als Ausgangspunkt für die Konzeption eines gemeinsamen Eingangs- und Verbindungsbaus und der daran anschließenden Volksschule gesehen.
Pädagogisch neue Wege – Clusterbereiche, Freiklassen, vorbereitende Räume für die Ganztagsschule, eine offene Bibliothek und nicht zuletzt die Aula, zentraler, beiden Schulen dienender Veranstaltungsort über mehrere Geschoße – wurden in ein räumliches Konstrukt übertragen. Um die erhebliche Trakttiefe der beiden Schulen mit natürlichem Licht zu versorgen, musste eine optimale Tageslichtführung konsequent bedacht werden. Akustische wie bauphysikalische Grundüberlegungen determinierten die Oberflächengestaltung.

Der positive Geist des gemeinschaftlichen Planungsprozesses zeigte sich nicht zuletzt in den speziell maßgeschneiderten Möbeln. Mit diesem von fasch&fuchs.architekten erarbeiteten Konzept konnte die Absicht des offenen Lernens komplettiert und die Mehrfachnutzung aller Räume unterstützt werden.

Neue pädagogische Konzepte und die Möglichkeit zur Ganztagsschule sind im Schulzentrum Feldkirchen aufgrund mulitfunktionaler Raumbelegungen und Raumnutzungen in einem Flächenangebot, das Standardschulen entspricht, räumlich umgesetzt worden.

Verfasser / in:

fasch&fuchs.architekten

Datum:

Fr. 21/11/2014

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Kommentare

skandalös! wie kann ein

skandalös! wie kann ein solches projekt für einen architekturpreis nominiert werden. die eklatante kostenüberschreitung des projektes (es ist von 25% und mehr die rede) wirft lange schatten auf anstehende "bildungsbauten".

Was skandalös ist:

Skandalös ist, dass hier etwas behauptet wird, wovon gar nicht "die Rede"sein kann, da bis jetzt laut verbindlicher Auskunft der Verantwortlichen (u.a. des Bürgermeisters und der Architekten) noch gar keine Endabrechnung des Bauvorhabens vorliegt.
Skandalös ist, dass Sie sich hinter der Anonymität verschanzen mit Ihrer diffamierenden Behauptung.
Skandalös ist, was derart unhaltbare Behauptungen als Absicht durchscheinen lassen: sich mit einer Diffamierung "rächen" zu wollen.
Auf das Niveau von bloßen Annahmen, Mutmaßungen und Behauptungen muss man sich als Antwortende nicht begeben.
Ihr Kommentar bleibt, aus welchen Gründen auch immer Sie ihn geschrieben haben, Schmiererei - feige, weil anonym, noch dazu.
Die Schule in Feldkirchen von fasch&fuchs hingegen scheint sich schon jetzt, kurz nach ihrer Inbetriebnahme als das zu erweisen, als das sie gedacht und geplant wurde: zukunftsweisend und in der Lage, Kinder, Lehrer und das Lernen positiv zu beeinflussen. Fragen Sie nach, direkt vor Ort!

Infobox

Schul- und Kulturzentrum Feldkirchen a. d. Donau, OÖ. Aufgrund eines gemeinschaft-lichen Planungsprozesses und offener Raumstrukturen können neue pädagogische Konzepte und ein intensives Gemeindeleben im eben fertiggestellten Gebäude-komplex verwirklicht werden.

Architektur:
fasch&fuchs.architekten

Wettbewerb 2005

Partizipative Planung
2006 – 2012

Bauphase 1
2009 – 2011

Bauphase 2
2012 – 2014

Das Projekt ist eines der drei nominierten für den Daidalos, den OÖ Architekturpreis 2014.

In der GAT-Reihe bauwerk.aktuell werden Architekturproduktionen innerhalb und außerhalb Österreichs präsentiert, die kürzlich fertiggestellt wurden. Bei der Kuratierung werden Projekte von AkteurInnen bzw. ProtagonistInnen mit Bezug zur Steiermark bevorzugt.

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