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ORTE, Architekturnetzwerk NÖ, Krems, Bibliothek
©: Andreas Buchberger

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Bericht
ORTE Jahresprogramm 2017

Das 1994 gegründete Netzwerk bietet auch 2017 wieder Vielfältiges und Interessantes für ein besseres Verständnis zeitgenössischer Architektur.

KRITIK
Von Achleitner bis Zschokke - Architektur braucht Kritik ist die Hypothese, die ORTE 2017 in fünf Salons anhand ausgewählter Texte zum Schreiben über Architektur verifizieren will. Zur Diskussion stehen Fragen wie: Welche wirtschaftlichen, akademischen und gesellschaftlichen Faktoren bedingen den Zustand der heimischen Architekturpublizistik? Was sind die Qualitätsmerkmale guter Architekturkritik? Welche Kriterien sind an die Auswahl und die Beurteilung von Bauten anzulegen? Welche Sprache ist angemessen? Und wo verlaufen die Grenzen zu Marketingtexten, Projektlobbying und Live Style-Journalismus rund um Architektur? AutorInnen, MedienvertreterInnen, VerlegerInnen, ArchitekturvermittlerInnen, PlanerInnen und alle Baukulturinteressierten sind dazu herzlich eingeladen.

WOHNEN

Das Thema Wohnen bleibt ein Hotspot und so veranstaltet ORTE semesterweise zwei Wohnbaufrühstücke, die von der Architekturpublizistin Franziska Leeb moderiert werden. Mehrere Jahre lang wurden in dieser Reihe konkrete Themen des Wohnbaus in Niederösterreich in interdisziplinären Gesprächsrunden diskutiert. In entspannter Atmosphäre wurden (ohne Publikum) Standpunkte und Fachwissen ausgetauscht und trugen zum besseren Verständnis der jeweils anderen Positionen und Blickwinkel bei. Angesichts aktueller Problemstellungen wie dem demografischen Wandel und dem Bevölkerungszuwachs in zentralen, urbanen Lagen und der Abwanderung in peripheren Regionen wird ORTE dieses Format nun wieder aufgreifen. Eingeleitet durch ein Impulsreferat eines Experten oder einer Expertin diskutieren im Anschluss etwa zwölf VertreterInnen verschiedener Institutionen und Disziplinen das jeweilige Thema. Die Diskussionen werden aufgezeichnet und zusammenfassend auf der ORTE-Website und in Fachmedien bzw. Tageszeitungen publiziert.

REISEN
Auch Exkursionen stehen 2017 wieder auf dem Programm. So führt am 21. April 2017 eine Reise unter dem Titel ASTREIN! Holzbau in Niederösterreich zu fünf ausgezeichneten Bauwerken. Vermittelt werden die Vorzüge des nachwachsenden Rohstoffes anhand bester planerischer Lösungen sowie ihrer vorbildlichen Verarbeitung. Eine zweite Tour widmet sich am 10. Juni 2017 dem Pionier Roland Rainer, der eine ganze Architektengeneration prägte. Die Exkursion und führt ins südliche Niederösterreich, wo seine Bauten von seiner Tochter Johanna Rainer vorgestellt werden.

GEHEN

"Gehen ist die einfachste Art, sich einen Ort oder eine Landschaft zu erschließen. Jeder Spaziergang ist ein Unikat und jede Wahrnehmung darin eine Momentaufnahme.“ In der Tradition der Promenadologie Burckhardts wird dieses interaktive Format aus dem Vorjahr in kleineren und größeren Orte Niederösterreichs fortgesetzt. Die sogenannten GEHspräche werden 2017 in Poysdorf und St. Pölten stattfinden.

BUCH
Am 18. Mai 2017 veröffentlicht ORTE gemeinsam mit der Kunstbank Ferrum – Kulturwerkstätte den nunmehr 5. Band in der Reihe Architekturlandschaft Niederösterreich und gibt damit einen umfangreichen Überblick über 70 Jahre Architektur vom Historismus zur Moderne. Er versammelt typologisch geordnet Bauwerke, die zwischen 1848, dem Jahr der österreichischen Revolution und des Regierungsantritts von Kaiser Franz Josef I, und 1918, Ausbruch des Ersten Weltkriegs und Ende der Monarchie, in Niederösterreich entstanden sind. Theophil Hansen, Sicardsburg & van der Nüll, Heinrich von Ferstel, Carl von Ghega, Fellner & Helmer, Otto Wagner, Josef Hoffmann, Theiß & Jaksch, Jože Plečnik, Josef Maria Olbrich, Clemens Holzmeister und Josef Frank sind nur einige der Architekten, deren Werke in dem Band dokumentiert werden.

RESIDENCE
Als Projektpartner des Programms AIR – Artist in Residence – einem spartenübergreifenden, vom Land Niederösterreich geschaffenen Programm, das Stipendien an Kunstschaffende aus den Bereichen Bildende Kunst, Literatur und Architektur vergibt – wählt ORTE jährlich die Architects in Residence aus, die jeweils zwei bis drei Monate in Krems verbringen. Um ihnen eine stärkere öffentliche Präsenz zu ermöglichen, werden ihre Arbeiten während ihrer Aufenthalte in Werkvorträgen präsentiert. Die Architekturschaffenden, die ORTE 2017 begrüßen wird, sind Linda Stagni (CH), Antje Seeger (D), Benjamin Cadena (USA) und Sven Borger (D).

VERMITTLUNG
ORTE ist Teil von bink – der Initiative Baukulturvermittlung für junge Menschen – und gestaltet in diesem Rahmen die Impulswoche technik bewegt in Niederösterreich. Im November 2017 wendet sich dieses Vermittlungsangebot wieder an Jugendliche der 8. und 9. Schulstufe, um in der Phase der Berufsorientierung auf technische Berufe aufmerksam zu machen und Interesse für Ingenieurberufe zu wecken. Dazu bietet ORTE interessierten Schulen ein doppelstündiges Schulprojekt an, das von VermittlerInnen gemeinsam mit FachingenieurInnen vor Ort – also in der jeweiligen Schule – für die SchülerInnen kostenfrei durchgeführt wird.

WETTBEWERBSWESEN
Unter dem Motto Best of Wettbewerbe in Niederösterreich wird ORTE 2017 ein Positionspapier erarbeiten, um mitzuhelfen, eine aktive Wettbewerbskultur zu dokumentieren und zu fördern. In mehreren Schritten sollen nach Bottum-up-Strategie die Position von ORTE geschärft, die Diskussion innerhalb und außerhalb der Planungsszene angeregt und eine öffentlichkeitswirksame sowie nachhaltige Sammlung an Best Practice-Beispielen präsentiert werden.

SYMPOSIUM
Last not least findet am 23. November 2017 das bereits 7. Raumplanungssymposium statt, das traditionell in der NÖ Landesbibliothek stattfindet und von Stadtplaner Reinhard Seiß zusammengestellt und moderiert wird. 2017 stehen unter dem Titel Das Ende des WachstumsAlternativen zur Verplanung und Verbauung unserer Zukunft im Brennpunkt.

Verfasser / in:

ORTE Architekturnetzwerk Niederösterreich

Datum:

Mi. 22/03/2017

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Das 1994 gegründete Netzwerk bietet auch 2017 wieder Vielfältiges und Interessantes für ein besseres Verständnis zeitgenössischer Architektur.

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