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Versorgungszentrum LKH - Univ. Klinikum Graz, Ansicht Süd
Architektur: ARGE VZ – Architekten Croce Rohsmann Kopper Ederer Haghirian, ©: Alexander Gebetsroither

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Bericht
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Virtueller Architekturführer Steiermark

Vom Standort der westlich gelegenen Haupteinfahrt zum LKH-Univ. Klinikum Graz, Einfahrt Hilmteich, aus gesehen, wirkt die im spitzen Winkel zurückweichende Fassade des LKH-Versorgungszentrums wie der Bug eines weißen Schiffes. Das Zwischendeck, das erste Obergeschoß, markieren umlaufende Bandfenster mit dunklen Jalousien. Über dem Freibord, der südlichen Längsfassade, und leicht nach innen versetzt, erinnert das zweite Obergeschoß an ein Brückendeck. Um bei diesem Bild zu bleiben, entspräche die Zufahrt zum unterirdisch gelegenen Anlieferhof etwa einer Laderampe unter dem Bug. Abermals wird dieser – zwar sehr persönliche – Eindruck durch das Material der Fassade bestärkt, die durchwegs mit verzinkten und weiß lackierten Blechpaneelen (Planum-Profile) verkleidet ist.

Nach Einladung seitens der KAGes zu einem nicht offenen Ideenwettbewerb für ein Versorgungszentrum inklusive darunter gelegener Tiefgarage am LKH- Universitätsklinikum Graz, wurde die Arbeitsgemeinschaft VZ-Architekten, Croce Rohsmann Kopper Ederer Haghirian, im Jahr 2008 für Konzept und Entwurf mit dem 1. Preis bedacht und mit der Ausführung beauftragt.

Auf einer Grundrissfläche von 28.500 m2 wurde nach Baubeginn im Dezember 2011 ein Komplex errichtet, der mit fünf Unter- und drei Obergeschoßen an die bereits bestehenden Komponenten des Logistikkonzeptes LKH 2000 – Logistiktunnel, Tunneleinfahrt mit Anlieferhof, zentrale Abfallsammelstelle – anschließt. Mit Inbetriebnahme des Zentrums wird das gesamte Klinikum nun weitgehend unterirdisch versorgt, wodurch die Verkehrsbelastung auf dem Gelände deutlich reduziert ist.

Mit Abschluss der ersten Ausbaustufe im April 2014 wurden die Tiefgaragen in den Untergeschoßen 3, 4 und 5 mit insgesamt 414 Stellplätzen für Fahrzeuge von Mitarbeitern und Besuchern sowie die Energiezentrale des LKH im Bereich der Tunneleinfahrt (UG2) fertiggestellt. Die Tiefgaragen sind mit einem Farbleitsystem in hellen Pastelltönen markiert. Wie auch die Obergeschoße sind die Untergeschoße L-förmig angelegt, wobei sich im UG2, neben der Energiezentrale, das Lebensmittel- und Wirtschaftslager und das Technische Prüfzentrum befinden. Im Zuge dieser ersten Bauphase wurde entlang der nördlichen Hangbewehrung, und über die Tiefe der Untergeschoße (21 m) reichend, eine Pufferzone zum Schutz vor Hangwasser und zum Klimaausgleich gegenüber dem Baukörper angelegt.

Der zweite Bauabschnitt umfasste die Fertigstellung der Umkleidebereiche im ersten sowie das Wirtschaftslager im ersten und zweiten Untergeschoß. Im ersten Untergeschoß wurde zudem das Apothekenlager eingerichtet.

Von einem kleinen, entlang der Fassade mit einem Glasband gedeckten Vorplatz gelangt man zum weitflächig verglasten und gegenüber der Fassade zurück versetzten Haupteingang, an den westlich eine semitransparente, weil gelochte, Fassadenverkleidung anschließt. Überhaupt wirkt das Gebäude von außen nach innen gesehen einigermaßen opak, während sich dieser Eindruck im Inneren umkehrt: Aufgrund der nahezu umlaufenden Bandfenster, der gelochten Fassadenteile und etlicher bis in die in die Untergeschoße geführten Lichtschächte und Atrien ergibt sich eine Lichtführung, die Arbeit und Aufenthalt bei Tageslicht auf allen Ebenen – ausgenommen die Garagen – ermöglicht.

Während die Untergeschoße durchwegs als pragmatische Raumentwicklungen zur Unterbringung der erwähnten Funktionen mit Anschlüssen an die schon bestehenden Versorgungstunnel im LKH-Bereich betrachtet werden müssen, ist der von außen sichtbare dreigeschoßige Baukörper der dominante Teil des formalen architektonischen Entwurfs. Indem eine nach Westen hin ansteigende Attika den Fassadenabschluss im zweiten Obergeschoß bildet, ist der in seiner Grundfläche kleinere und wie bei einem Penthouse nach innen versetzte Körper dieser Ebene vom Vorplatz aus kaum mehr zu sehen. Die Klima- und Lüftungselemente bleiben in diesem Bereich ebenfalls durch die Attika verdeckt. Nach Intention der Architekten, und betont durch die nach Westen hin ansteigende Attika, nimmt die Front des Gebäudes damit die nördlich gelegene und umgekehrt ansteigende Geländeformation des Leechwaldes auf.

Mit Hauptzugang am südlichen Teil befinden sich im Erdgeschoß westlich die Apotheke mit Labors, Administration, Poststelle und Servicebereich (Bekleidungsausgabe) und östlich gelegen der Speisesaal für Mitarbeiter. Nach sogenanntem Cook & Chill-Produktionsverfahren werden – auch für externe Abnehmer – etwa 4700 Mittagessen bereitgestellt. Der Speisesaal mit 350 Sitzplätzen zeichnet sich durch kojenartige Tisch-Kompartements (Sitzbänke mit hohen Rückenlehnen) aus, die in Verbindung mit der Sonderanfertigung einer Deckenkonstruktion mit Holzlamellen für angenehme Raumakustik sorgen. Nördlich schließt eine Terrasse an den Speisesaal an. Im westlichen Teil des ersten Obergeschoßes befinden sich die Büros des Betriebsrates, im gesamten L-förmigen Teil (nach Norden und Osten) die Küche.

Die Zentralsterilisation stellt eine Erweiterung des Versorgungszentrums dar und befindet sich im zweiten Obergeschoß. Das Personal erreicht die Sterilisation über entsprechende an das Treppenhaus reichende Schleusen. Die zu reinigenden und sterilisierenden Instrumente werden mittels Transportwagen über Aufzüge, die direkt mit dem Logistiktunnel in Verbindung stehen, aus dem gesamten Klinikum angeliefert. Sie werden im unreinen Bereich vorgereinigt, durch die Reinigungs- und Desinfektionsgeräte in den reinen Bereich geschleust und anschließend wiederverpackt. Die dafür benötigten Transportwagen werden ebenfalls im Bereich der Zentralsterilisation gereinigt. Durch die Sterilisatoren gelangen die Instrumentenkassetten in den Entnahme- und Kommissionierungsbereich wo sie in die Transportwägen kommissioniert und über Aufzüge in das Klinikum ausgeliefert werden. Im östlichen Teil der Sterilisation, angelagert an die Ausgangsschleuse, befinden sich Büros- und Aufenthaltsbereiche für die Mitarbeiter.

Ausgehend vom Logistikkonzept LKH 2000, bildet der Bau des Versorgungszentrums einen vorläufigen Abschluss des Infrastrukturprojektes am LKH Graz. In der Umgebung von Dialysestation und Pathologie wurden mit dem neuen Versorgungszentrum die wesentlichen Einheiten wie Anlieferung, Küche, Speisesaal, Apotheke, Zentrallager und Bekleidungsausgabe, Poststelle, Sterilisation und Energiezentrale zusammengefasst und an das unterirdische Versorgungssystem angebunden. (Text: Wenzel Mracek)

Verfasser / in:

Redaktion GAT GrazArchitekturTäglich

Datum:

Mo. 04/07/2016

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Infobox

Versorgungszentrum LKH - Univ. Klinikum Graz

Architektur
ARGE Ederer + Haghirian Architekten, Helmut Croce, Robert Rohsmann, Ernst Michael Kopper, Graz, 2016

Bauherr
KAGes - Steiermärkische Krankenanstalten GmbH

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