haus H, Wiesenhofer
Haus H, Graz-Umgebung
Foto: Ulrike Horvath-Oroszy, ©: Architekt DI Friedrich Wiesenhofer

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Bericht
NEU IM VAF
Virtueller Architekturführer Steiermark

Haus H, Graz-Umgebung

Friedrich Wiesenhofer, Graz, 2010
Kooperation mit Arch. DI Ulrike Horvath-Oroszy

Die Bauherren erwarben die Liegenschaft in Graz-Umgebung mit dem Ziel, das vorhandene Wohnhaus aus den 1960er Jahren zu sanieren und mit einem kleinen Zubau zu versehen. Es begann eine Planungsphase, in deren Verlauf man zur Erkenntnis gelangte, dass bei Berücksichtigung aller Wünsche ein Neubau nur unwesentlich mehr kosten würde als der Umbau, bei dem man überdies einige Nachteile in Kauf nehmen müsste, wie z. B. eine sehr geringe Raumhöhe im Untergeschoß. Der Entschluss zum Neubau fiel rasch und nach neun Monaten Planungs- und weiteren neun Monaten Bauzeit, war das neue Haus auf den Fundamenten des alten bezugsfertig.

Die Proportionen und die Orientierung überzeugten bereits beim Bestand und wurden daher beibehalten. Durch die Neigung des Grundstückes Richtung Osten erschließt sich die gesamte Breite des Untergeschoßes und damit beide Kinderzimmer und ein Wellnessbereich dem Garten. Die obere Ebene umfasst den Eingangsbereich im Westen, das Elternschlafzimmer mit Bad und einen großen Wohn-, Ess- und Kochbereich mit süd- und ostseitig umlaufender Terrasse bzw. Balkon. Das Oststeirische Hügelland mit Blick bis zur Riegersburg liegt einem hier zu Füßen. Große, öffenbare Glasfronten lassen diese Landschaft allgegenwärtig sein und vergrößern in der warmen Jahreszeit den Wohnraum um die überdachte Terrasse.

Durch einen Knick im begrünten Flachdach entsteht im südlichen Teil des Hauses eine Raumhöhe von 3,40m, das dreiseitig umlaufende Oberlichtband lässt das Dach optisch über dem fast 90m² großen Wohnraum schweben. Ein dunkel gestrichener Stahlträger mit Stütze unterstreicht den fast loftartigen Charakter des Raumes.

Bis auf die erdanliegenden und statisch aussteifenden Wände besteht das gesamte Gebäude aus einer Holzriegelkonstruktion, außen zum Großteil mit Lärchenleisten verschalt, teilweise mit Faserzementplatten verkleidet. Die Dachkonstruktion besteht aus Brettschichtholzplatten. Auch im Innenraum dominiert der Baustoff Holz: Ein rustikaler, geölter Eichendielenboden in beiden Geschoßen, eine massive Eichenstiege und eine sichtbare Holzbalkendecke im Untergeschoß schaffen eine gemütliche Wohnatmosphäre.

Durch den alten Baumbestand hat der Garten einen parkähnlichen Charakter. Eine Schwarzkiefer auf der Südseite dient als natürlicher Schattenspender für die Terrasse und veranschaulicht in unmittelbarer Nachbarschaft mit der Lärchenholzfassade symbolhaft den Kreislauf des Baustoffes Holz. (Text: Architekten)

Verfasser / in:

Redaktion GAT GrazArchitekturTäglich

Datum:

Mo. 11/03/2013

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