bebauung augarten nord
Bebauung Augarten-Nord, Graz
Architektur: Ernst Giselbrecht + Partner ZT-GmbH, ©: Paul Ott

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Bericht
NEU IM VAF
Virtueller Architekturführer Steiermark

Bebauung Augarten-Nord, Graz

Architektur: Ernst Giselbrecht & Partner, Graz, 2012

Die Planung eines Gebäudes an einer äußerst sensiblen Stelle des Stadtgefüges ist zuallererst eine städtebauliche Aufgabe. Dieses Büro- und Wohnhaus bildet den nördlichen Abschluss des Augartens, eines der größten und am stärksten frequentierten Parks in Graz.

Das Konzept sieht eine weitgehend geschlossene Bebauung vor, die eine stark frequentierte Einfahrtsstraße ins Grazer Zentrum begleitet, an der Einmündung einer Nebenstraße ihre Richtung wechselt und damit die in diesem Quartier noch dominierende Blockrandbebauung weiterführt. Zudem nimmt der Bau in seiner Situierung unweit des Ufers der Mur, die Graz in Nord-Südrichtung durchfließt, die wichtige Funktion eines Brückenkopfes ein.

Die Bebauung erreicht die größte Gebäudehöhe am westlichen Gebäudeabschluss – dort, wo die Autofahrer über die Brücke kommen. Nach Osten hin reduziert sich das Volumen um ein Geschoß, um sich vom Eckbereich in die Friedrichgasse hinein noch einmal abzutreppen, wobei das oberste Geschoß auch etwas zurückspringt.

Alle Wohnungen der unteren Etagen sind abgewandt von der Straße situiert, mit Blick in den Park und den baumgesäumten Flussraum, jene in den beiden oberen Etagen sind auch zum Grazer Schloßberg orientiert.

Die Qualität der straßenseitigen Büroeinheiten wird maßgeblich durch die zweischalige Fassade und einige wenige Gebäudeeinschnitte erhöht, über die die außenliegende Verglasung gezogen wird. So bilden diese Aushöhlungen geschützten Terrassen, die lärmreduzierte Belüftung der Büros gewährleisten und zusätzliche Belichtungsmöglichkeiten schaffen.
Weitere gezielt gesetzte, über mehrere Geschoße reichende Einschnitte in die Gebäudehülle auf der Parkseite dringen bis in die Tiefe der einzelnen Geschoße vor, um Tageslicht und Ausblick in die Erschließungszonen der Büros zu bringen. Sie stellen einen Konnex zum Grünraum her, der mit dieser gestalterischen Maßnahme die urbane gebaute Struktur als Artefakt durchdringt. (Text: Ernst Giselbrecht & Partner)

Verfasser / in:

Redaktion GAT GrazArchitekturTäglich

Datum:

Mo. 13/04/2015

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