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Bibliothek und Archiv der TU Graz, Neugestaltung der Lesesäle
Architektur: Pretterhofer Simbeni Architekten, ©: Paul Ott

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Bericht
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Virtueller Architekturführer Steiermark

Bibliothek und Archiv TU Graz, Neugestaltung der Lesesäle
Ein Ort zwischen Büchern - im Park und über der Stadt

„Die Bibliothek steht da, wie eine Leiter ins Unendliche.“ (Alfred Polgar)

Der Entwurf des Bibliotheksgebäudes von Arch. Karl Raimund Lorenz aus dem Jahr 1968 zeichnet sich durch den Gegensatz zweier architektonischer Prinzipien aus: Der introvertierte Bücherspeicher mit seiner geschlossenen Hülle und minimierten Geschoßhöhen, als Ausdruck des gesammelten und komprimierten Wissens, ist der offenen Stützenstruktur der Lesesäle mit Rundumblick in den Park und über die Stadt gegenübergestellt.

Unabhängig vom Wandel der Bibliotheksorganisation zur Freihandbibliothek, welche die Differenzierung in Speicher und Lesesaal aufhebt, wurden die vorhandenen architektonischen Prinzipien herausgearbeitet und verstärkt. Die Magazine wurden, gemäß ihrer ursprünglichen Bestimmung, mit Bücherreihen seriell gefüllt, im Gegensatz dazu, ist der Raum der Lesesäle vom Prinzip her freigehalten.
Es wurden Maßmöbel entwickelt und mit den architektonischen Elementen verschmolzen, die Pfeiler mit einer Bücherschicht verstärkt, Begrenzungen der Sonderräume durch Bücherwände aufgelöst. Lediglich die Lese- und Loungemöbel für Bibliotheksbesucher und Arbeitsinseln für Mitarbeiter nutzen den freien Raum zwischen diesen architektonischen Elementen.
Die irreguläre Form der Deckenbeleuchtung entspricht diesem Prinzip des fließenden Raumes. 
Der monochrome Bodenbelag wurde zur Orientierung und Identität im Leseturm geschoßweise farblich differenziert und verändert die Raumwahrnehmung subtil von Geschoß zu Geschoß. 
Eine Matrix aus Buchstaben und Zahlen geben den Büchertürmen und den darin beherbergten Büchern eine Adresse in dieser neuen Stadt der Bücher.

Der Leseturm der TU Graz: Ein Ort zwischen Büchern - im Park und über der Stadt, kontemplativ und erhaben, ein sozialer und intellektueller Raum, ein wiedergewonnener urbaner Raum. (Text: Sonja Simbeni, Peter Pretterhofer)

Architektur:
PRETTERHOFER SIMBENI Architekten, Graz, 2012
Wettbewerb: 2011

Verfasser / in:

Redaktion GAT GrazArchitekturTäglich

Datum:

Mo. 10/03/2014

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Der Virtuelle Architekturführer Steiermark (VAF) ist eine Sammlung der steirischen Architektur. Ziel und Anliegen ist es, die aktuelle regionale Architektur zu dokumentieren und auf das Erbe der Baukultur seit Beginn des 20. Jahrhunderts zurückzublicken. Die hier gezeigten Bauten sind Teil dieser Sammlung, welche laufend ergänzt wird.

Projekteinreichungen:
Redaktion VAF
Karin Wallmüller
k.wallmueller@aon.at

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