Hussa Kassarnig, Schule Bruck
Künstlerische Gestaltung der Fassade durch das Künstlerduo Claudia Plank & Hans Werner Poschauko
Architektur: Hussa - Kassarnig ZT-GmbH, ©: Gert Balthes

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Bericht
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Virtueller Architekturführer Steiermark

Höhere land- und forstwirtschaftliche Schule Bruck/Mur
Zubau und Aufstockung HBLA Bruck/Mur

Architektur
: Hussa-Kassarnig ZT-GmbH, 2011

Für den Um- und Zubau der höheren land- und forstwirtschaftlichen Schule in Bruck/Mur investierte der Bauherr und Eigentümer der Schule, die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), rund 26 Millionen Euro. Die Baumaßnahmen umfassten zum einen die Aufstockung des in den 80er Jahren erbauten Internatsgebäudes und dessen Modernisierung. Zum anderen wurde der Bestand um einen dreigeschoßigen Zubau, der sich als Verbindungsstück zwischen Internat und klassizistischem Schulbau eingliedert, erweitert. Zusammen mit der Aufstockung ergibt sich daraus ein Plus von 6.200m² Grundrissfläche.

Im Keller des Zubaus befinden sich neue Werkstättenräume und die zentrale Schulgarderobe. Das Gebäude verstärkt seine Verbindungsfunktion durch die im Erdgeschoß angesiedelte Aula, die je nach Bedarf Versammlungsstätte oder
Ausstellungsbereich sein kann. An die Aula schließt der Turnsaal an, der mit modernster Medientechnik ausgestattet ist und ebenfalls mehrere Funktionen übernehmen kann. Das Foyer erschließt außerdem die Bibliothek, sowie einige Mehrzweckräume. Im ersten und zweiten Obergeschoß finden acht Klassenräume, Lehrerbüros und ein Konferenzzimmer Platz. Für Barrierefreiheit sorgen die erweiterten Liftanlagen.

Beide Neubaumaßnahmen sind in Holzbauweise ausgeführt, zumal der statische Kern des Zubaus aus Stahlbeton besteht.
Im gesamten Projekt wurde auf die Schadstofffreiheit der Baumaterialien geachtet. Holz findet sich in der Fassade der Obergeschoße des Zubaus, wie auch an der Innenraumvertäfelung wieder. Die großzügigen, zum Schulhof ausgerichteten, Glasflächen des Erdgeschoßes zieren überdimensionale Waldmotive, die je nach Lichteinfall für Schattenspiele sorgen. Deren Gestaltung, sowie das Jahresringlabyrinth aus Stein, das den Schulhof belebt, stammen vom Künstlerduo Claudia Plank & Hans Werner Poschauko.

Der Energiebedarf der Schule wird zur Gänze von Solaranlagen bzw. von der Verwertung von nachwachsenden Rohstoffen
gedeckt. Stolze 760 von 1.000 Punkten erreicht der Schulbau nach klima:aktiv Standard. Das Niedrigenergiehaus hat Photovoltaikelemente am Dach und an Teilen der Fassade. Über einen Wärmetauscher wird die überschüssige Solarenergie in das Nahwärmenetz eingespeist. Sonnenkollektoren auf dem Dach des Internatsgebäudes versorgen die Schule mit Warmwasser. Eine Zisterne kann bis zu 40.000 Liter Regenwasser sammeln, das zur Toilettenspülung und Bewässerung der Außenanlagen genutzt wird.
(Text: Hanna Geisswinkler)

Verfasser / in:

Redaktion GAT GrazArchitekturTäglich

Datum:

Mo. 12/08/2013

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