Masterstudium Architektur | BASEhabitat | www.gat.st
043_little-flower_by_kurt.hoerbst.jpg
LITTLE-FLOWER – BASEhabitat. Raum für Dich! > basehabitat.org
©: Kurt Hörbst

_Rubrik: 

Bericht
Masterstudium Architektur | BASEhabitat

International, nachhaltig, kollaborativ – für eine neue Generation von ArchitektInnen. (Zitat s. Link basehabitat.org)
So lautet der Slogan, mit dem unter anderem der neue Masterstudienzweig BASEhabitat – eine Spezialisierung im Bereich der Architektur –, der ab Oktober 2018 an der Kunstuniversität Linz startet, kurz und knackig auf der Homepage beschrieben wird.
Hervorgegangen ist der neue Studienzweig aus dem sehr erfolgreichen Studio BASEhabitat, Teil des Studiums der Architektur, wo seit 2004 zahlreiche Projekte realisiert worden sind. Bekannt ist BASEhabitat auch durch die internationalen Summerschools, die biennal stattfinden, durch zahlreiche Lehmbauworkshops und durch seine Vernetzung mit nationalen und internationalen Partnerinnen. Internationale Anerkennung erfährt BASEhabitat durch den Erhalt von Auszeichnungen, die einerseits stolz machen und andererseits zeigen, dass der Weg, den BASEhabitat geht, richtig und wichtig ist. BASEhabitat ist Mitglied im UNESCO chair earthen architecture, building cultures and sustainable development.

Was ist das Spezielle an dem neuen Masterstudium BASEhabitat? Ausgehend von den Zielen des Eingehens auf die lokale Situation – gesellschaftlich, sozial und kulturell, des Bauens in besonderen Gebieten des globalen Südens, des Verwendens von lokalen Baustoffen und Materialien sowie das Berücksichtigen der Nachhaltigkeit – wird bei der Recherche, Planung und Umsetzung darauf geachtet, lokale Akteure und deren Wünsche und Bedürfnisse miteinzubinden und mit diesen zusammenzuarbeiten. Die Expertise, die sich in den letzten 14 Jahren entwickelt hat, soll nun im Rahmen eines Studienzweigs, der in das Regelstudium Architektur an der Kunstuniversität Linz eingebettet ist, Studierenden vermittelt werden.

Vier Begriffspaare stellen die Grundsätze des Studiums dar und werden in der Präambel des Curriculums auf Seite 16 erklärt:
* Integration und Respekt im Sinne des Eingehens auf lokale Bedürfnisse, lokale Situationen und lokale Partner.
* Klima und Technik bedeutet unter anderem Bauen nach regionalen Bedingungen und Traditionen, berücksichtigen des ökologischen Fußabdruckes und einsetzen von regionalen Baumaterialien wie Lehm, Bambus, Holz, Textilien und Farben.
* Material und Handwerk setzt auf regionale Materialien und Technologien; industriell gefertigte Bauelemente und -materialien werden zielgerichtet und sparsam eingesetzt.
* Schönheit und Würde sind nicht rein am Endergebnis ersichtlich sondern begleiten den gesamten Prozess, denn "Für BASEhabitat ist Schönheit ein menschliches Grundbedürfnis und kein Luxusgut".

In Bezug auf die Qualifikation der Absolventinnen liegt der Fokus über die theoretische Erfahrung hinaus in der praktischen Anwendung (die oftmals im Architekturstudium keine Rolle spielt) und im Kompetenzerwerb hinsichtlich lokaler Bedürfnisse und dem respektvollem Umgang mit traditionellen Bauweisen.
Die Absolventinnen werden "fit" gemacht im Umgang mit schwierigen Situationen und dem Bauen unter schwierigen Bedingungen, sowie zeitlicher Dringlichkeit und in Kooperation mit unterschiedlichsten PartnerInnen vor Ort. Es geht auch um das Verständnis für Bedürfnisse und Notwendigkeiten in Katastrophengebieten oder Entwicklungsgebieten. Zentral ist das Wissen, wie die Umsetzung unter den vorherrschenden Bedingungen, die sich wesentlich von den Bedingungen in Zentraleuropa unterscheiden, in dieser Kooperation im Sinne von "bottom up"-Projekten möglich ist.

Das Studium oder besser gesagt der Studienverlauf ist modular aufgebaut, sodass ein intensives Arbeiten vor Ort für einen definierten Zeitraum möglich ist. Auch ist aufgrund der sehr speziellen Schwerpunktsetzung ein frei gewählter Studienverlauf nicht durchführbar. Trotz dieser doch sehr engen Rahmenbedingungen gibt es Wahlmöglichkeiten in den Wahlpflichtmodulen, wo die theoretische Projektbegleitung passiert, sodass noch mehr in die Tiefe geblickt werden kann.
Im Gegensatz zu anderen Architekturstudienplänen bildet die Praxis das Herz, um das sich weitere Bereiche gruppieren, die wie oben beschrieben, teils wählbar und teils als Pflicht vorgeschrieben sind. Das Angebot der freien Wahlfächer bietet ebenso eine weitere Vertiefungsmöglichkeit.
Interessant ist ein Punkt in den Zulassungsbedingungen, wo neben den allgemeinen Zulassungsbedingungen auch eine mind. sechsmonatige Handwerkspraxis gefordert wird. Es sind hier auch explizit die Arbeitsfelder vorgegeben, eine reine Hilfsarbeitertätigkeit am Bau ist nicht ausreichend. Hierzu wird auf die Zulassungsbedingungen verwiesen – s. Link basehabitat.org.

Parallel zum Masterstudium wird das postgraduale Masterstudium BASEhabitat | Humanitarian Architecture angeboten, damit sollen primär Architektinnen angesprochen werden, die ihren Schwerpunkt im Bereich der humantitären Architektur setzen und vertiefen wollen. Inhalte, Themen & Ziele lassen sich mit denen des Masterstudiums "BASEhabitat / Humanitarian Design" vergleichen, bzw. decken sich weitgehend, da auch hier von den vier Begriffspaaren Integration & Respekt, Klima & Technik, Material & Handwerk und Schönheit & Würde gesprochen wird.
Unterschiede finden sich in der Studienstruktur und darin, dass es sich um ein postgraduales Angebot handelt. Zulassungsvoraussetzung ist die positive Absolvierung der Zulassungsprüfung. Das Studium wird in englischer Sprache angeboten. Aufgrund des zeitlichen Rahmens, der praktischen Arbeit vor Ort mit anschließender Vertiefung in Entwurf und Theorie in Linz, handelt es sich hierbei um ein Vollzeitstudium im Ausmaß von insgesamt drei Semestern, für diese auch Studiengebühren eingehoben werden.

Das Projekt BASEhabitat weist eine sehr gute Internetpräsenz auf, wo viele grundlegende und weiterführende Informationen und Neuigkeiten stets am letzten Stand gehalten werden, ein Reinschnuppern zahlt sich aus und wer weiß, vielleicht sehen wir uns im Oktober in Linz, beim Start des neuen Masters!

Abschließend kann festgehalten werden, dass der hohe Anspruch, den BASEhabitat an sich stellt, sich in der Arbeit der bisherigen Teilnehmerinnen zeigt. Das Zusammenspiel der Auswahl und des Einsatzes der Materialien mit dem Entwurf zeigt eine hohe Qualität und einen sensiblen Umgang mit den Bedürfnissen der Bauherren / -frauen sowie der Umgebung, wo diese Gebäude eingebettet sind. BASEhabitat hat 2018 den "Sustainability Award" in der Kategorie "international cooperation" gewonnen!
Ausblick: Im Oktober wird in Thailand ein Entwurfsprojekt – ein Landwirtschaftszentrum für eine lokale NGO – gestartet.

Verfasser / in:

Marion Starzacher

Datum:

Di. 24/07/2018

Terminempfehlungen

Artikelempfehlungen der Redaktion

Infobox

Masterstudium Architektur | BASEhabitat

Eigener Studienzweig ab Oktober 2018 an der Kunstuniversität Linz

Parallel zum Masterstudium startet das postgraduale Masterstudium BASEhabitat | Humanitarian Architecture.

"Wir können heute ohne Verzicht und Einschränkung Häuser bauen, die die Ressourcen ihrer Orte nützen anstatt auszubeuten, die die Umwelt bereichern anstatt zu zerstören und die den Menschen damit lebenswerte Räume bieten."
(Roland Gnaiger, Gründer von BASEhabitat)

Kontakt
basehabitat.master@ufg.at

.

 

 

Kontakt:

Kommentar antworten