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LKH Feldbach – Zubau Intensiveinheit, Ansicht West
Architektur: kaufmann.wanas architekten, ©: Paul Ott

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Bericht
LKH Feldbach – Intensiveinheit

Das Projekt zur Erweiterung der Intensivstation am Landeskrankenhaus Feldbach, Süd-Ost-Steiermark, ging aus einem im März 2014 entschiedenen EU-weiten, nicht offenen, einstufigen Realisierungswettbewerb hervor, den die Architekten Kaufmann - Wanas und Fröhlich & Locher aus Wien gewonnen hatten (s. auch Artikel mit Jurybeurteilung unten).

Erläuterung der Architekten

Das neue Gebäude ist als freistehender Baukörper konzipiert, der Bezüge zu seiner baulichen und freiräumlichen Umgebung herstellt: Die Ausrichtung des nördlich abfallenden Geländes und der Zufahrtsstraße wird in der Knickung der angrenzenden Längsfassade aufgenommen. Die südseitig entstehende hofartige Gebäudesituierung berücksichtigt die bestehende Bepflanzung und wird durch die Verschwenkung der Längsfassade zusätzlich gegliedert.

Durch die differenzierte Kontur fügt sich der Neubau harmonisch in den Umraum ein und die pavillionartige, eigenständige Wirkung des Baukörpers wird betont. Vom Bestand formal abgesetzt, erlangt der aufgeständerte Neubau eine leichte, schwebende Wirkung. Der sensible Übergang des Innenraums der Intensivstation zum Außenraum erfolgt mittels einer räumlichen Schichtung. So wird der inneren Pfosten- Riegelfassade ein schmaler Freiraum vorgesetzt, der als Steingarten und teilweise als betretbare Besucherterrasse ausgebildet wird. Die äußerste Schicht bildet eine Abfolge von senkrechten, polychrom beschichteten Aluminiumformrohren, die auf das besondere Schutzbedürfnis der Patienten der Intensivstation reagiert.

Ein begrüntes Atrium, sowie Baukörperdurchbrüche und durchgehende Oberlichtbänder bei den inneren Trennwänden gewährleisten die natürliche Belichtung und räumliche Gliederung.

Ein umlaufendes Vordach schützt vor dem steil einfallenden Licht der Sommersonne. Sämtliche Fassaden werden mit einem außen liegenden aktiven Sonnenschutz und aus nachhaltigen möglichst wartungsfreien Materialien ausgeführt. Die massiven Bauteile im Obergeschoß erhalten eine hinterlüftete Verkleidung aus hell beschichteten Aluminiumtafeln, die den Rahmen für die färbigen Aluminiumprofile bilden.

Die polychrome Farbgestaltung und die lichtdurchfluteten Räume tragen zur modernen, humanen Gestaltung im Inneren und bei der Außenwirkung des Bauwerks bei.

Anhang
Im Download befindet sich der Text eines Interviews, das Sigrid Verhovsek mit Oliver Kaufmann und Maximilian Wanas nach der Fertigstellung des Projekts geführt hat. Es ist in einer Publikation des HDA Graz unter dem Titel Notizen zum Thema: Wahrnehmungen - Vier Gespräche zur Bedeutung von Architektur im Gesundheitswesen enthalten. (s. Buchempfehlung)

Buchempfehlung
Das HDA hat in enger Zusammenarbeit mit der KAGes sowie Sigrid Verhovsek Notizen zum Thema: Wahrnehmungen - Vier Gespräche zur Bedeutung von Architektur im Gesundheitswesen zusammengestellt. Es handelt sich dabei um vier Interviews mit Michael Lehofer, Toni Muhr, Thomas Schelischansky sowie Oliver Kaufmann und Maximilian Wanas, welche den "Spuren einer heilsamen Umgebung" folgen. Die grundlegende Fragestellung  lautete: Was bedeutet gute Architektur für ein Krankenhaus und inwiefern kann sie den Fortschritt der Genesung der PatientInnen beeinflussen?

Notizen zum Thema: Wahrnehmungen
Vier Gespräche zur Bedeutung von Architektur und Gesundsheitswesen
Hrsg. von Haus der Architektur und KAGes
Interviews: Sigrid Verhovsek / Grafik: David Ortner
Fotorechte: HDA (Felix Zitter, Clara Wildberger)
Deutsch / Softcover, 26 x 15 cm, 95 Seiten, 2017
gratis erhältlich im HDA, solange der Vorrat reicht
sowie als Pdf zum Downloaden unter dem Link hda-graz.at

Verfasser / in:

kaufmann.wanas architekten

Datum:

Fr. 22/06/2018

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Infobox

LKH Feldbach
Intensiveinheit

Architektur
kaufmann.wanas architekten

Wettbewerbsgewinn 2014

Auftraggeber
KAGES

Fertigstellung 2017

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In der GAT-Reihe bauwerk.aktuell werden Architekturproduktionen innerhalb und außerhalb Österreichs präsentiert, die kürzlich fertiggestellt wurden. Bei der Kuratierung werden Projekte von AkteurInnen bzw. ProtagonistInnen mit Bezug zur Steiermark bevorzugt.

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