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Adina Camhy als Musikerin und Performerin in PONTIFEX (Navaridas & Deutinger)
©: Kati Göttfried

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Bericht
Kunstförderpreise Graz 2017 vergeben

Der Kunstförderungspreis der Stadt Graz wird seit 1974 jährlich jeweils an drei, seit dem Jahre 1980 an zwei bildende KünstlerInnen vergeben. Er wird auf Empfehlung von Jurorinnen und Juroren, die sich mit den jeweiligen Kunstsparten auseinandersetzen und sich dann in Jurysitzungen über den oder die KandidatIn einigen, verliehen.
Die Jury besteht in der Regel aus drei Jurymitgliedern (aktuell: Margarethe Makovec / Mag. Günther Holler-Schuster / Mag. Dr. Ulrich Tragatschnig) sowie zwei der letztjährigen Kunstförderungs-PreisträgerInnen. Der Preis ist mit je Euro 2.200 dotiert.

Der Kunstförderungspreis der Stadt Graz wurde am 28. November 2017 vergeben an:

  • Adina F. Camhy
    Begründung der Jury: Adina F. Camhy ist eine Künstlerin, die nicht nur in einem Medium arbeitet. Die Architektur, die Musik, der Text, das Bild, die Performance, die Installation, die Theorie spielen in ihrem Schaffen eine Rolle und werden in unterschiedlichen Kontexten, oft verbindend, eingesetzt. Adina F. Camhy navigiert ihre künstlerischen Werke gekonnt, tritt in Kunsthallen, Festivals, öffentlichen Plätzen, Kirchen und auch im Theater in Erscheinung. In ihrer künstlerischen Arbeit ist sie bemüht, einen kritischen Blick auf das österreichische Gedächtnis zu richten. Wenn eine Künstlerin in einer Kunstszene die Rolle des Katalysators übernimmt, bleibt diese Künstlerin meist ungesehen. Wenn eine Künstlerin in vielen verschiedenen Kontexten arbeitet, bleibt diese oft ungesehen. Wenn eine Künstlerin so politisch ist, dass das, was erzeugt wird, wichtiger ist, bleibt dabei die Künstlerin ungesehen. Deswegen wird die  Künstlerin Adina F. Camhy für den Kunstförderpreis vorgeschlagen, damit ihre Arbeit in Graz nicht weiter unbemerkt bleibt.
  • E.d Gfrerer
    Begründung der Jury: Die Arbeiten von E.d Gfrerer (*1958 in Paternion, lebt in Graz) sind Raumerkundungen. Stets nimmt der Künstler bestehende räumliche Verhältnisse zum Ausgangspunkt, ganz unabhängig davon, ob es sich um Innen- oder Außenräume handelt. Der künstlerischen Intervention, dem skulpturalen Statement geht zuerst eine substanzielle Analyse von Räumen und Raumbezügen, Formen, Flächen, Linien und Winkeln voraus. Allein diese Raumerkundungen können bereits einiges an Zeit in Anspruch nehmen. In dieser Zeit werden noch keine Eingriffe vorgenommen, dennoch kann diese Phase bereits zur Werkentstehung dazugerechnet werden. Die skulpturale Hinzufügung, das gebaute Statement, die akkumulierte Raumkonstruktion passt E.d Gfrerer in weiterer Folge mit großer Sorgfalt und Sensibilität in die vorgefundenen Situationen ein. Oft verarbeitet er dabei Gegenstände und Materialien, die aus seinem Fundus stammen oder die er vor Ort findet. Seine Raumkreationen wachsen dann langsam, Linie für Linie und Fläche für Fläche in der Umgebung. Es sind Beifügungen, Kommentare, die allerdings alles  andere als beiläufig sind, sondern starke, eigenständige Behauptungen, die zumeist in skulpturaler Form auftreten, sich aber auch als Objekte und Zeichnungen manifestieren können.

Verfasser / in:

Redaktion GAT GrazArchitekturTäglich

Datum:

Mi. 06/12/2017

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Kunstförderpreise Graz 2017 vergeben

Adina Felicitas Camhy und E.d Gfrerer erhielten für ihr Schaffen am 28. November 2017 die Kunstförderungspreise der Stadt Graz 2017.

GAT gratuliert sehr herzlich!

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