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Diskussion zu den Themen Raumplanung, Innenstadtentwicklung und den damit verbundenen Entwicklungen – 16.06.2016, Aula der FH Kärnten, Spittal/Drau
©: FH Kärnten - Bauingenieurwesen & Architektur

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Bericht
Endstation Kaufrausch
jede Einkaufsrechnung ist auch ein Stimmzettel

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe kulturRAUM 14 wurde am 16. Juni 2016 der österreichische Dokumentarfilm Global Shopping Village in der Aula der FH Kärnten am Standort Spittal an der Drau gezeigt.

In dem Film thematisiert Ulli Gladik, dass die Immobilienbranche nicht nur Auswirkungen auf das globale Finanzsystem hat, sondern auch dramatisch unsere Städte und unsere Lebenswelt verändert. Die Regisseurin setzt sich kritisch mit der Errichtung von Shoppingzentren am Stadtrand und deren Folgen, wie die Verlagerung von Kaufflächen und der Verödung der Innenstädte  auseinander.

In Spittal an der Drau sorgt derzeit das geplante Einkaufszentrum in der Baumax-Halle für Aufregung. Eine EKZ-Widmung sei aufgrund der derzeit unklaren Situation mit dem örtlichen Entwicklungskonzept eigentlich nicht möglich. Unzählige Spittaler Wirtschaftstreibende und Initiativen, die eine Verschlechterung der Situation in der Innenstadt befürchten, beteiligten sich an der anschließenden Diskussion, die von FH Kärnten-Mitarbeiter DI Elias Molitschnig moderiert wurde.

Statistiken belegen, dass Kärnten 2 m2 Einkaufsfläche pro Einwohner/in hat, während der österreichische Schnitt bei 1,9 m2 pro Einwohner/in liegt. Eine weitere Zunahme hat lediglich eine Einkaufsflächen- und Kaufkraft-Verlagerung zur Folge, die allerorts Leerstände verursachen würde. Die Leidtragenden solcher Entwicklungen sind häufig alteingesessene Familienbetriebe.

DI Dr. Peter Nigst, Studiengangsleiter Architektur der FH Kärnten, sieht in der Problematik der derzeitigen Leerstände in der Spittaler Innenstadt aber auch eine Chance und ein Betätigungsfeld für die Hochschule, um über neue Nutzungen nachzudenken. Der gordische Knoten wird sicher auch darin liegen, wie man die Verkehrsproblematik in der Innenstadt löst.

Verschiedene Lösungsansätze

Filmregisseurin Ulli Gladik nannte Best Practice-Beispiele für eine gelungene Innenstadt-Entwicklung, wie z.B. in Waidhoffen an den Ybbs, und die rigorose Einschränkung hinsichtlich der neuen Widmungen von Einkaufszentren aufbauend auf dem neuen Raumordnungsgesetz in Salzburg.
Weitere Lösungsvorschläge wären verkehrsberuhigende Maßnahmen, wie Einbahnregelungen, ein LKW-Fahrverbot, eine zukunftsweisende Parkraumbewirtschaftung, leistbare Geschäftsmieten und die Stärkung des Stadtmarketings nach dem Lienzer Vorbild.
Aus dem Publikum kam auch die Anregung, dass die Bevölkerung generell mehr in wesentliche politische Entscheidungen eingebunden werden möchte. Es wäre wünschenswert, BürgerInnenbeteiligung mehr zu forcieren. Erfolgreiche Beispiele gibt es in anderen Bundesländern, wie das Vorbild der BürgerInnenräte in Vorarlberg.

Das Projekt Rathausmarkt neu – neues Zentrum von Spittal –  hätte durch einen Architektur-Wettbewerb entwickelt werden müssen.

Verfasser / in:

Peter Nigst
FH Kärnten - Bauingenieurwesen & Architektur

Datum:

Do. 23/06/2016

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16.06.2016, FH Kärnten
Spittal an der Drau

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