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Kommentar
Eingang um die Ecke_2
"Andreas G. sei Hosnstoll" im Grazer Kunsthaus – nur ein schlechter Traum?

Wie von Karin Tschavgova in ihrem Beitrag vom 15. März 2018 geschildert, hat sich das Erdgeschoß des Kunsthauses Graz zum Eingang in ein Wirtshaus mit Durchgang zum vollgeräumten Foyer gewandelt.
Mehrere Besuche in den letzten Wochen haben meine Verstörung über die Veränderungen offensichtlich so weit getrieben, dass sie mich bereits im Traum verfolgt. In meinem schlechten Traum höre ich das folgende Telefongespräch zwischen Christopher Drexler, dem unter anderem für Kultur zuständigen Landesrat der Steiermark, und Günter Riegler, dem unter anderem für Kultur zuständigen Stadtrat der Stadt Graz, mit. In ihrem Gespräch unterhalten sich die beiden über weitere Veränderungen im Kunsthaus Graz, die sie sofort angehen wollen, nachdem es keine nennenswerten Reaktionen auf die jüngsten Eingriffe ins Foyer zu seinem ästhetischen und funktionalen Nachteil gegeben hat.

G.R.
Servas, Gristofa. Du, sog amoi, waunn gemman jetzt endlich mein Kusthaus-Schampus trinken?

C.D.
Servas, Günta, sog bloss, Du host die Wett‘ gwunnan.

G.R.
So isses! I hob da jo gsogt, hechstens fünf Architektn und zwa Schurnalistn wearn sie üban Umbau im Erdgeschoß aufregn. Tan hom des a Architekt und a Schurnalistin.

C.D.
Gibs jo net. Und wer san die zwa?

G.R.
Die Schurnalistin – dem Naumen noch a Migrantin – hot in der Presse an Hetzartikel gschriebn und sull aungeblich durt efter schreibn. Der Architekt – a mit an hatscherten Naumen – is dem Jörg seinazeit scho auf die Nervn gaungan mit aner Kloge beim Stadionbau in Klognfurt.

C.D.
Wos die Schreiberin betrifft, wear ma mitm Nowak Raina redn, dass er suiche Aungriffe in unsern eigenen Blattl gföulligst ostöllt. Des wea ja no das schenere!
Und wegn am Architektn: wenn dea eh‘ scho ois Querulant bekaunnt is, sull a hoit weiternergeln. An suichn wer ma wui no aushoitn.

G.R.
E kloa. Oiso kemma jetzt weitamochn wie besprochn. Bei de null Reaktionen auf die Stufe ans wird uns a in Zukunft kaner in die Suppn spuckn.

C.D.
Die näxte Stufn is da Trödlmoakt im Eadgeschoß, oder?

G.R.
Jo, des hot die Steina eh scho guat aufbereitet. Die Schragl und die Regale stehn scho duat, jetzt miassns nur no fia die Tredler freigmocht wern. Da Holasek und seine straumman Freind stehn scho in die Startlecha. Di san so wos von schoaf auf den Oat fia iahn Krempl, kaunn i da sogn! Laufn wird des unta dem Titl „Bewahrung des regionalen kulturellen Erbes“. An Auntrag an die EU wer ma daunn a glei stölln, damit ma ausm Topf „Cultural Heritage“ a Untastützung kriagn.

C.D.
Und des mit da „Kunstkaummer“ im 1. Stock bleibt?

G.R.
Jo, des finstere Loch loss ma da Steina, wal sunst tat sie uns womögli a aunfangen, auf die Neavn z´gehn. Sui sie hoit duat mit di poa Netsch, di ma ihr gebn, a poa Ivents im Joa fia die Kunstfuzzis mochn. Wird eh‘ kaner bemerkn.

C.D.
Und wos is jetzt mitm Naumen fia die Arena gaunz obn?

G.R.
Jo, do hot da Mario no amoi gaunz kloa gmocht, doss die Blauen nua dabei san, waunn’s bei „Dem Andreas sei Hosnstoi“ bleibt. Da Gabaliä hot nämlich aungeblich gsogt, dass er nur daunn bereit is, die Arena – mietfrei natialich – zu bespün. Und es muass a des Programm immer auf da Pixl-Fassad aunkündigt wean.

C.D.
Des kemma ruhig mochn, wal dem wearn die Leit eh die Bude einrennan. Oba den Feadaauntrog muass wiakli des Laund stön?

G.R.
Jo, wal wia jo den Tredlmoakt übanehman. Oba wia haum mit da EU scho gredt, und des wiad unta Feadarung da zeitgenessischn Voiksmusik laufn. Dafia kaunn ma an schenan Botzn Feadagöda kriagn.

C.D.
Und wos moch ma mit die Architektn?

G.R.
Ois scho besprochn! Den Cook hot die Steina scho eingwickelt und er hot gsogt, dass ihm ois wuascht is, wenn wiakli a lebensgroße Statue von iam ois dem „World famous designer of the friendly alien“ beim Eingaung vom Schunko sein Wiatshaus ins Foajeh aufgstöt wiad.

C.D.
Und da aundare?

G.R.
Den faung ma mit Göd ein! Du host ja bei da Aöffnung von da Kunsthaus-Ausstöllung e scho gsogt, dasst da wos übalegn wiast, wie ma sei Problem aus da Vagoganheit lösn wearn. Do wear ma hoit den Betrog, den die Arschkonsalt daumois fia sich kassiat hot, dem Fournier jetzt do übaweisn und daunn wiad a Rua sein. Dea is jo eh pflegeleicht, waunn a si „fea“ behaundelt füt. Und fia uns is des a Poppnstü im Vergleich zu dem, wos ma uns mitm neign Betrieb einspoan.

C.D.
Grieglerissener Schlaufuchs Du! Auf Di kaunn ma sie in suiche Sochn hoit valassn. Supa.

G.R.
Und die Aöffnung moch ma am gleichn Tog wi die Aöffnung vom steirischn Heabst im Septemba. Do wear ma jo daunn segn, meine Hearn, wo die Massn hinpügern!

C.D.
Du gfeanzta Hund Du! Fia des spendia i dia gern a Magnumfloschn Schampus vom ollerteiastn und Feinstn! I ruaf di aun, wann a do is und daunn trink ma gemeinsaum ans auf die Zukunft von unsan neign, besuchamagnetischn Kunsttempl.

G.R.
So moch ma des! Bis daunn, Gristofa, servas!

C.D.
Pfiat di!   

Verfasser / in:

Manfred Gaulhofer

Datum:

Fr. 13/04/2018

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Infobox

Kommentar von Manfred Gaulhofer zum Umbau des Erdgeschoßes im Kunsthaus Graz.

Manfred Gaulhofer, einer der wichtigsten Wirtschafts- treibenden der Steiermark, war Finanzverantwortlicher bei
Graz 2003, Kulturhauptstadt Europas.

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