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22.09.2006, 17:38
"Welterbe Graz"
Autor: Arch. DI Ulrike Bogensberger, Vorsitzende der Sektion ArchitektInnen Stmk./Ktn.
1999 ist die Kernzone der Grazer Altstadt aufgrund der Vielfalt hervorragender Baukultur aus verschiedenen Stilepochen in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen worden. Ein Grund zur Freude, da Graz dadurch global positioniert ist.
Ausgelöst durch die „Monitoring Mission“ wegen des Thalia Umbaues entspann sich aber in den letzten Jahren eine verquere Diskussion, die am Beispiel des Siegerprojektes Kastner & Öhler im internationalen, geladenen Wettbewerb der Architekten Nieto/ Sobejano kulminierte. Das Welterbe Komitee, beraten durch Icomos Österreich, verweigert seine Zustimmung und droht mit der Aberkennung des Welterbestatus. Sonst ist aber eigentlich niemand gegen das Projekt, welches qualitativ gesucht und gefunden, von einer internationalen Jury ausgewählt, von der Grazer Altstadtsachverständigenkommission grundsätzlich befürwortet wurde und durchaus auf intelligente Weise im Einklang mit den Zielen des Welterbes steht. Aus Sicht der Architekturschaffenden jedenfalls ein Grund zur Freude.
Wer das Wiener Memorandum liest, stellt fest, dass Baukultur und Welterbe eine gegenseitige Bereicherung darstellen, die nicht mit Polemik diskutabel ist.
Regionale Wirtschaftsfunktionäre stellen aber medial das Welterbe schon in die Abstellkammer der Investorenwelt. Kaufen Gäste und Menschen, die stolz auf die Altstadt sind etwa nichts ein? Auch der ehemalige Kulturstadtrat kann sich den Verzicht eher vorstellen, als die aus einer beträchtlichen Verpflichtung den nachkommenden Generationen gegenüber lebendig zu bewahrende Position zu argumentieren. War das Welterbe etwa nicht gewollt von den Verantwortungsträgern?
Die Diskussion wäre einfach zu lösen. Die Stadt Graz kann auf Basis eines klaren Managementplans eine fachlich kompetente Plattform installieren, die alle relevanten Projekte im Welterbe beobachtet, begleitet und moderiert und zwar parallel zur Entstehung und nicht erst im Nachhinein. Diese Stelle könnte auch die Aufklärungsarbeit nach innen und die Öffentlichkeitsarbeit nach außen übernehmen.
So könnten in Graz vor Ort und in Koordination mit dem Welterbekomitee der UNESCO Architekturprojekte entstehen, die symbiotisch als Aufwertung des Welterbes einzustufen sind. Die Polemik würde in der Abstellkammer der Medien verschwinden und Graz wäre der Gewinner. Noch ist es nicht zu spät.
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22.09.2006, 17:45
Abbruch der unpraktischen Altstadt durch Nichtbürokraten gefordert !
22.09.2006, 17:44
.....Angst essen Seele auf......
22.09.2006, 17:42
..kein problem
22.09.2006, 17:41
ja sicher, noch ein gremium muss her!
22.09.2006, 17:40
weltkulturerbe?????
23.01.2006, 18:50
.......Welterbe sein dagegen sehr...........
Autor: Christian Andexer Architekt, Graz
Die Aufnahme in das Weltkulturerbes ist als langfristige Positionierung in der ganzen Welt zu beurteilen. Neben materiellen, sind identitätsstiftende immaterielle Werte für die Zukunft von Graz im Wettstreit mit (inter)nationalen Regionen, mit dieser Auszeichnung verbunden.
In der medial geführten Diskussion über das Weltkulturerbe sollte daher mehr auf die sachliche Inhalte des Welterbes Bezug genommen werden.
Anlässlich der UNESCO Konferenz „Welterbe und zeitgenössische Architektur“ in Wien 2005 sind im „Wiener Memorandum“ doch wesentliche Aussagen zum Welterbe festgehalten, daraus einige Zitate:
Begriffsbestimmungen:
„Das Wiener Memorandum konzentriert sich auf die Auswirkungen zeitgenössischer Entwicklungen auf die gesamte Stadtlandschaft, wobei der Begriff der historischen Stadtlandschaft über die herkömmlichen Termini „historische Zentren“, „Ensemble“ oder „Umgebung“, die in Chartas und Schutzgesetzen oft verwendet werden, hinausgeht und den größeren territorialen und landschaftlichen Kontext mit einschließt.“(1)
„Die historische Stadtlandschaft erhält ihre außergewöhnliche und universelle Bedeutung aufgrund einer sukzessiven evolutionären und geplanten territorialen Entwicklung über einen relevanten Zeitraum durch Urbanisierungsprozesse, unter Einbeziehung topographischer und ökologischer Bedingungen und mit dem Ausdruck wirtschaftlicher und soziokultureller Werte der Gesellschaft…….“(1)
Grundsätzliches und Ziele:
„Die zentrale Herausforderung der zeitgenössischen Architektur in der historischen Stadtlandschaft besteht darin, auf die Entwicklungsdynamik zu reagieren, um einerseits sozioökonomische Veränderungen und Wachstum zu ermöglichen und andererseits gleichzeitig das überlieferte Stadtbild und sein Umfeld zu respektieren. Lebendige historische Städte, insbesonders Welterbestädte, brauchen eine Stadtplanungs- und Managementpolitik, die Erhaltung zu einem zentralen Thema macht. In diesem Prozess, dürfen die Authentizität und Integrität der historischen Stadt, die von verschiedenen Faktoren bestimmt sind nicht kompromittiert werden.“(1)
„Die Zukunft unserer historischen Stadtlandschaft erfordert gegenseitiges Verständnis zwischen Politikern, Stadtplanern, Stadtentwicklern, Architekten, Umweltschützern, Objekteigentümern, Investoren und betroffenen Bürgern, die alle zusammenarbeiten, um das städtische Erbe zu erhalten und dabei gleichzeitig die Modernisierung und Entwicklung der Gesellschaft in kulturell und historisch sensibler Art berücksichtigen und somit Identität und sozialen Zusammenhalt stärken.“(1)
„Diese Auszeichnung bedeutet aber auch die Verpflichtung, das historische Erbe mit seinem vielschichtigen Bauensemble von der Gotik bis zum 21. Jahrhundert zu erhalten, neue Architektur harmonisch einzufügen und auf hohem Niveau zu fördern. Gerade das Nebeneinander von Gebäuden zeichnet die Grazer Altstadt aus, lässt ständige Erneuerung zu und ermöglicht hohe Lebensqualität“(2)
Wege und Mittel:
„Die Entwicklung und Umsetzung eines Managementplanes für historische Stadtlandschaften verlangt die Beteiligung eines interdisziplinären Expertenteams und auch eine rechtzeitig beginnende umfassende örtliche Erhebung.“(1)
Das Qualitätsmanagement der historischen Stadtlandschaft zielt auf dauerhafte Erhaltung und Verbesserung der räumlichen, funktionellen und gestaltungsspezifischen Werte ab. Insofern muss der Kontextualisierung zeitgenössischer Architektur in historischen Stadtlandschaften besonderes Augenmerk geschenkt werden.“(1)
„Historische Gebäude, Freiflächen und zeitgenössische Architektur tragen maßgeblich zu den Werten einer Stadt bei, da sie den Charakter der Stadt prägen. Zeitgenössische Architektur kann für Städte ein starkes Wettbewerbsargument sein, da sie Bewohner, Touristen und Kapital anzieht. Historische und zeitgenössische Architektur sind ein Gewinn für die Bevölkerung, da sie pädagogischen Zwecken, der Erholung und dem Tourismus dienen und den Marktwert von Grundstücken sichern sollten.“(1)
Ich lese in diesen Texten, dass das Kunsthaus, der Ausbau Kästner& Öhler im Einklang steht mit den UNESCO Zielen zum Welterbe.
Dies zu belegen und zu kommunizieren stellt aber eine Notwendigkeit dar.
Christian Andexer Architekt
Zitate entnommen von UNESCO
(1) „Konferenz Welterbe und zeitgenössische Architektur „ WienEntwurf Wiener Memorandum Grundsätze und Ziele
http://www.wien.gv.at/vtx/vtx-rk-xlink?SEITE=020-
0505 12022
(2) UNESCO Welterbe Graz
Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt samt österreichischer Erklärung, sowie world heritage list unter
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19.01.2006, 13:17
Vom neuen Bauen in der alten Stadt
Autor: Univ. Prof. Architekt DI Volker Giencke
Ich habe die Grazer Altstadtsachverständigenkommission als Architekt in der Jury zum Wettbewerb „Aufstockung des Warenhauses Kastner und Öhler“ vertreten.
Als Mitglied der Jury, aber vor allem als Architekt, der sich der ethischen Funktion der Architektur für die kulturelle Entwicklung einer Gesellschaft bewusst ist, antworte ich Dr. Hasso Hohmann.
Was das Weltkulturerbe betrifft, erlaube ich mir den Hinweis, dass es gerade dieses Projekt unter all den aktuellen und zur Diskussion stehenden Projekten in Graz ist, dass den Titel des Weltkulturerbes aufnimmt und weiterträgt. Das Projekt ist von so hoher architektonischer Qualität, dass der Verlust des Weltkulturerbes, verursacht durch seine Verwirklichung, geradezu widersinnig und die falsche Reaktion wäre. So und nicht anders ist die Stellungnahme von Frau Dr. Celedin, der Vorsitzenden der Grazer Altstadtkommission, zu verstehen.
Das siegreiche Projekt der spanischen Architekten Nieto und Sobrejano ist komplex und erschließt sich dem Betrachter nicht auf den ersten Blick. Will man es beurteilen, muss man sich näher mit den Absichten der Verfasser beschäftigen –wie das eben die Jury in insgesamt 5 Tagen getan hat. Deshalb trifft die Kritik, die Dr. Hohmann, nicht die wirkliche Aussage und den Inhalt dieses Projektes, sondern lediglich die den Medien zugekommene Dokumentation, die zugegeben nicht in allen Bildsequenzen von Vorteil für das Projekt ist.
Tatsächlich handelt es sich bei dem Projekt um eine gegliederte Dachlandschaft, die die zeilenartigen Dachkämme der mittelalterlichen Bebauung in der Sackstrasse aufnimmt und neu interpretiert.
Das neue Dach ist viel stärker strukturiert als es im ersten Moment aussieht. Es reagiert in seinen Proportionen auf darunter liegende räumliche Funktionen, ist die zeichenhafte Fortsetzung der nach oben führenden Rolltreppen und senkt sich gegenüber angrenzenden Satteldächern. An einen markanten Werbeträger ist nicht gedacht, weil Werbung nicht notwendig ist. Die Architektur ist geprägt durch eine große Detailgenauigkeit, Das Dach selbst wird als vollkommenes Objekt aus Stahl und Glas gesehen und ist mit einem herkömmlichen Blechdach nicht vergleichbar (keine Blechfälze, nahtlose und ebene Flächen). Eine „Störfläche“, wie Dr. Hohmann schreibt, ist das bestehende Dach. Das projektierte Dach ist aus architektonischer Sicht eine Bereicherung im lebendigen Gefüge der Stadt und, a la longue aus Sicht der Altstadt, ein Teil des Erbes, den unsere Zeit der Kulturgeschichte dieser Stadt und damit dem Weltkulturerbe hinzufügt.
Univ.Prof. Architekt DI V.Giencke
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27.01.2006, 18:36
Bewertung der Dachaufbauten für Kastner+Öhler
29.01.2006, 8:50
zu "...das zeigt die beliebigkeit dieser dachform..."
28.01.2006, 20:05
Angst fressen Seele
15.01.2006, 20:31
WELTKULTURERBE – AUSBAUVORHABEN KASTNER & ÖHLER
Autor: Heinz Rosmann
Die verschiedenen Berichte in den Tageszeitungen und die zum Teil reflexartigen Reaktionen von „Vertretern“ der Wirtschaft, die für ihr Handeln keinerlei Einschränkungen wünschen, aber auch der „Hüter“ der Altstadt mit der Tendenz zur musealen Konservierung lassen eine etwas rationalere Aufbereitung der Fakten und eine Diskussion auf hohem Niveau geboten erscheinen.
Die Grazer Altstadt ist das Produkt einer durch Jahrhunderte gelebten Kulturarbeit mit herausragenden Einzelschöpfungen und einer Vielzahl daran angelehnter weniger bedeutsamen Objekte, die jedoch in ihrer Ensemblewirkung eine wichtige Funktion besitzen und die Gesamtqualität mitbestimmen. Die Einzigartigkeit des Zusammenwirkens von Topografie (Schlossberg – Mur) und dicht bebauter Innenstadt, die Grazer Dachlandschaft, ihre Identität in Form und Material sind sichtbare Zeichen hoher städtebaulicher Qualität, die es für die Zukunft jedenfalls zu erhalten gilt.
Die Aufnahme der Grazer Altstadt in das UNESCO – Weltkulturerbe ist gleichzeitig Anerkennung und Auszeichnung dieser Kulturleistung, auf die wir mit Recht stolz sein sollten.
Diese das Image der Kulturstadt Graz positiv beeinflussende internationale Auszeichnung darf keinesfalls kurzfristigen Zwecken und ausschließlich kommerziellbetonten Vorhaben leichtfertig geopfert werden, sondern sollte eher Ansporn dafür sein, bei beabsichtigten und oftmals erforderlichen Veränderungen in der Schutzzone allerhöchste Qualitätsansprüche zu stellen. Warum gerade die Vorsitzende der Grazer Altstadtsachverständigenkommission die Meinung vertritt, den Titel Welterbe zu opfern, bleibt unverständlich und bedürfte einer genaueren Erforschung der Motive.
Es muss nicht näher dargelegt werden, dass sich der Organismus Stadt in einem dauerhaften Veränderungsprozess befindet, der auch vor der Grazer Altstadt und somit auch nicht vor dem Weltkulturerbe Halt macht und dem sich alle Akteure, gleich ob Wirtschaftstreibende, Politiker oder Fachleute immer wieder stellen müssen.
Dies trifft speziell auf den Handel zu – er war und ist nach wie vor ein bestimmender Faktor der Stadtentwicklung. Die Verteilung und die Größenordnung der Handelsbetriebe sind für die Lebensqualität in der Stadt bestimmend und beeinflussen das Wechselspiel der übrigen Stadtfunktionen ganz wesentlich.
In mehreren Untersuchungen wurden die Wichtigkeit der Konzentration des Handels in der Innenstadt und die Schaffung von Entwicklungspotentialen zur Anpassung an sich ändernde Handelsgewohnheiten nachgewiesen. Die Stadt Graz hat daher in allen Stadtentwicklungskonzepten ein klares Bekenntnis zur Stärkung der innerstädtischen Handelsstandorte abgegeben.
Eine einzigartige Rolle für die Grazer Innenstadt spielt in diesem Zusammenhang das Kaufhaus (im klassischen Sinn) Kastner & Öhler; es ist der Leitbetrieb ohne den die innerstädtische Handelslandschaft nicht funktionieren würde.
Eine maßvolle räumliche Entwicklung dieses Handelsbetriebes steht daher in einem öffentlichen Interesse.
Das beabsichtigte Ausbauvorhaben von Kastner & Öhler, das die aus verschiedenen Perspektiven, vor allem vom Schlossberg, gut einsehbare Dachzone betrifft, scheidet offenbar die Geister und sollte daher für die notwendige Diskussion genauer betrachtet werden:
- Die bestehende Dachlandschaft zwischen dem Paradeishof, Admonterhof und der Sackstraße ist vor allem durch die Veränderungen anlässlich der Umbauten Anfang der 1970er Jahre geprägt und besitzt keine erkennbare Qualität. Diese Dachzone ist daher nicht schutzwürdig und kann durchaus einer qualitätvollen Veränderung unterzogen werden.
Dies wurde offenbar auch vom Vertreter von ICOMOS so gesehen (?).
- Nach Ausschöpfung aller baulichen Reserven im Gesamtkomplex ist es nahe liegend, dass die Dachzone für eine funktionelle und räumliche Erweiterung des Kaufhauses eine besondere Wertigkeit besitzt.
Das Ausmaß möglicher Erweiterungen ist nicht eindeutig vorgegeben. Es wird von raumordnungsrechtlichen Rahmenbedingungen und einer notwendigen Koordinierung der Fachpositionen bestimmt und muss in einem Bebauungsplanverfahren – Öffentliche Auflage und Gemeinderatsbeschluss mit Zweidrittelmehrheit – endgültig geklärt werden.
- Zur städtebaulichen und architektonischen Qualitätssicherung haben sich Wettbewerbsverfahren bestens bewehrt.
Im konkreten Fall wurde von den Eigentümern ein solches Verfahren mit ausgewählten Architekten zweistufig durchgeführt und ein Siegerprojekt – Nieto / Sobejano aus Spanien - einstimmig ausgelobt. Obwohl jedes Wettbewerbsergebnis einer subjektiven Bewertung unterliegt, bin ich der Überzeugung, dass das Preisgericht das städtebaulich auf das Umfeld am besten reagierende Projekt ausgewählt hat.
Wettbewerbsentwürfe sind keine Endprodukte, sie haben den Charakter eines Vorentwurfes und müssen in mehrfacher Weise weiter entwickelt werden.
Es sind daher auch bei diesem preisgekrönten Projekt Abstimmungen mit den Fachgutachtern (auch ICOMOS) und dem Bauherren erforderlich, um die Grundlagen für das Bebauungsplanverfahren und die weiteren baubehördlichen Schritte zu gewinnen.
- Für ein Misstrauen gegenüber den Eigentümern, wie dies in einem Pressebericht geäußert wurde, sehe ich in Anbetracht des bisher Qualität sichernden Wettbewerbs und der noch bevorstehenden (öffentlichen) Verfahren keinen Anlass. Ganz im Gegenteil, sämtliche Aus- und Umbauvorhaben von Kastner & Öhler haben in der letzten Zeit ein anerkannt hohes Maß an städtebaulicher und architektonischer Qualität und lassen auch das erforderliche Verantwortungsbewusstsein der Eigentümer gegenüber der Grazer Altstadt und der Öffentlichkeit erkennen.
Von einer Polarisierung der Meinungen mit einer oftmals sehr eindimensionalen Haltung kann kein Lösungsansatz erwartet werden.
Für die Weiterentwicklung des ausgelobten Projektes ist es notwendig, dass alle Verantwortlichen sich konstruktiv zum Wohle der Grazer Altstadt für das bestmögliche städtebaulich-architektonische Ergebnis einsetzen – und dies im Sinne einer der
ICOMOS-Kriterien: Das historische Zentrum von Graz ist ein außergewöhnliches Beispiel eines harmonischen Zusammenwirkens von Architekturstilen aus den verschiedenen Epochen – um ein weiteres positives Beispiel zeitgenössischer Stadtbaukunst in den historischen Kontext zu integrieren.
Heinz Rosmann
15.1.2006
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22.09.2006, 17:47
Schmied oder Schmiedl
Autor: Arch. DI Ulrike Bogensberger, Vorsitzende der Sektion ArchitektInnen Stmk./Ktn.
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Gedanken zum reduzierten Kastner & Öhler Projekt in Graz.
Wie den Medien zu entnehmen war, hat Kastner & Öhler ein neues Projekt der Architekten Nieto - Sobejano vorgelegt, welches eine Reduktion des Dachvolumens, der Höhe und Uniformität vorsieht. Aus den Pressemeldungen weiters erkennbar, von der Grazer Altstadtkommission bereits positiv bewilligt, spitzt nun alles auf die Auseinandersetzung mit den Experten der UNESCO Welterbe Kommission zu.
Kann es sein, dass es ein Kommunikationsproblem zwischen Welterbekomitee und der Stadt Graz gibt? Das traditionelle Kaufhaus wird nämlich keinesfalls ersetzt, sondern eine das Stadtbild störende Dachlandschaft wird neu gestaltet! Es gibt auch keine nennenswerte Kritik von außerhalb am Projekt. Eigentlich gibt es eine breite Zustimmung! Vorbehalte von ICOMOS sollten eigentlich fachlich begründet und nicht nur in den Raum gestellt werden!
Das Wiener Memorandum zum Welterbe der UNESCO spricht von einer Architekturfindung auf höchstem Niveau und einer Einfügung ohne Kompromittierung der historischen Stadtlandschaft.
Der internationale geladene Wettbewerb, beurteilt von einer qualifizierten Jury unter Einbeziehung von Altstadtexperten, garantierte dieses Niveau.
Die bestehende Dachlandschaft kompromittiert den Stadtraum und nicht das neue Projekt.
Das Welterbe wurde uns von der UNESCO und nicht von ICOMOS zuerkannt. Entscheidend waren die bajuwarischen Hofstätten und die herausragenden Bauwerke aus unterschiedlichen Epochen. Dazu zählt auch die Neuzeit. Die Stadt Graz sollte auf hohem fachlichen Niveau direkt mit der UNESCO diskutieren und belegen, dass Altstadtschutz, der in Graz eine starke Tradition aufweist, hier gelebt wird.
Mehrheitliche Entschließungen des Stadtsenates bezüglich der Novellierung des GAEG wie
• Plätze außerhalb der Kernzone sollen nicht zur Altstadt gehören
• Einspruchsmöglichkeiten bei bescheidmäßigen Verstößen gegen den Altstadtschutz sollen gering gehalten werden
• Baukünstlerische Qualität soll nicht besonders wichtig sein
sind hier natürlich nicht förderlich!
Als Architektenschaft halten wir fest, dass baukünstlerische Qualität, Architektur, Vergabekultur immer noch den besten Weg für die Sicherung eines vitalen Welterbes darstellen. Wir wünschen uns ein „Grazer Memorandum“, welches das Welterbe in Stadtgefügen beispielgebend neu definiert.