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Samstag, 04. Februar 2012



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Stadtplanung im Dialog


In Graz ein Dialogforum ("Stadtforum") installieren. Ein Diskussionsbeitrag der Architektenkammer anläßlich der Neubestellung des Leiters der Stadtplanung.

In den Vorberatungen der Fachexperten ("Plattform Architektur") im Zuge des Auswahlverfahrens zur Neubesetzung des Stadtplanungsamtes entstand die Idee, in Graz ein Dialogforum ("Stadtforum") zu initiieren. Beispiele dafür gibt es in Olten/ Schweiz, auch die Stadt Wien veranstaltet Enqueten zur Positionsbestimmung. Diese Vorgangsweise würde sich inhaltlich auch mit dem Beschluss des Grazer Gemeinderates zur Bau- und Vergabekultur decken.

Nachdem beide der zur Wahl stehenden Fachleute für die Bestellung zum Leiter des Stadtplanungsamtes aus der Raumplanung kommen, erscheint die Idee des Dialogforums als wesentliches Werkzeug einer Stadtentwicklung (im Sinne der Qualitätssicherung von Architektur) umso plausibler. 

Daher im Folgenden eine kurze Punktation als Diskussionvorschlag:

STADTFORUM

  • Funktion: unabhängiger Fachbeirat für Stadtentwicklung; direkt zugeordnet dem Bürgermeister oder dem Stadtsenat
  • Kompetenz: beratende Funktion (Politikberatung) zum Thema Stadt- und Regionalentwicklung im mittel- und langfristigen Bereich
  • Besetzung: interdisziplinärer Fachbeirat, bestehend aus Vertretern der Hoheitsverwaltung, Architekten, Stadt- und Regionalplanern, Verkehrsplanern, Stadtsoziologen etc.

Aufgabenfelder / Ziele:

  • "Think Tank" für politische Entscheidungsträger und wirtschaftliche Akteure in der Stadt/ Region zu sein.
  • Potenziale (Stärken / Chancen), aber auch Schwächen erkennen und benennen / Analyse - Ausdehnung einer "Aufgabenkritik" auch auf städtebauliche Themen.
  • Städtebauliche Strategien ("Visionen") vorausdenken und entwickeln; dies soll fach- und ressortübergreifend und unabhängig von Legislaturperioden erfolgen.
  • internationale Trends und städtebauliche Thematiken (zB shrinking cities) aufgreifen und auf "Graz-Bezug" prüfen.
  • Bildungspolitischen Auftrag (transparenter Diskurs zur Bürgerbeteiligung - "Mitwirkungsprozess") in Kooperation mit bestehenden Einrichtungen (z.B. HdA) erfüllen
     

Wichtige Themenstellungen:

  • Positionierung von Graz im internationalen Wettstreit der Städte und Regionen.
  • Selbstbewusstsein/ Selbstverständnis (Identität) der Stadtregion (wir werden, was wir sind) definieren und stärken.
  • Entwurf von städtebaulichen Programmen zur Sicherung des sozialen Friedens.
  • Neuanlauf für Regionalparlament mit Umland (Beispiele Hannover, Lyon)
  • Neubeginn gegenseitiger Verantwortungs- und Bedeutungswahrnehmung  Stadt-Land im Bereich der Region Graz.
  • Bekenntnis der öffentlichen Hand, aber auch der ausgelagerten Gesellschaften (zB.: GBG) zur Bau- und Vergabekultur.
  • Einrichtung eines Gestaltungsbeirates für wichtige Projekte in der Stadt.
  • Belebung von Investorentätigkeit (Projektrisiko minimieren) und kommunalem Mehrwert für die Bürger.
  • Evaluierung Verhältnis Bürger - Verwaltung - Politik – Experten.
  • Koordination der Bereiche Stadtentwicklung und Stadtplanung und Verstärkung der Stadtteilplanung
  • Schrumpfung als qualitative Chance zur Attraktivierung / Belebung der Stadträume / neue Ansätze zur Vitalisierung der Stadt / Verdichtung und Qualitätsverbesserung dezentral.
  • Verbesserung der "Servicestruktur" (städtisch-vitale Infrastruktur: von Kanal über ÖV über "soziale Stadt" bis Stadtfest)
  • "Angebotsplanung" (statt reaktive Vorgangsweise)
    Öffentlichkeitsarbeit: Plausibelmachen städtebaulicher und architektonischer Prozesse

Christian Andexer Architekt DI
Vorsitzender Sektion Architekten für Steiermark und Kärnten