Wettbewerbswesen: Was sagt der Trend?

Wir raten zur Klage

Der Artikel von Petra Kickenweitz trifft den in Deutschland genauso vorhandenen Sachverhalt – einmal wieder – auf den Kopf:
Auslober, denen die Regendichtheit eines Gebäudes die einzig denkbare architektonische Kategorie zu sein scheint, Kollegen, die sich auf zwielichtige Wettbwewerbsverfahren sowohl als Preisrichter, als auch als Teilnehmer einlassen, Berufsvertretungen, sprich: Architektenkammern, denen der Angstschweiß auf der Stirn steht, diesem allen wirksam zu wiedersprechen usf. usf.
Wir haben vor diesem Hintergrund die wettbewerbsinitiative e. V. gegründet (http://www.wettbewerbsinitiative.de/) und inzwischen eine durch crowdfunding finanzierte Beschwerde bei der EU-Kommission eingereicht, da die beschriebene Praxis auch in eklatantem Widerspruch zum EU-Recht steht.
Unsere Erfahrung hier, v. a. in Berlin, läuft daraus hinaus: Das einzige, was wirklich dagegen hilft, ist, sich Top-Anwälte zu nehmen und mit Ihnen gegen unbelehrbare Auslober vor Gericht zu ziehen, bzw. damit zu drohen. Die Vergabegesetze geben das wirklich her, und in nehme stark an, daß das auch in Österreich zutrifft.
Die Generation, die zur Zeit die Vergabegeschicke bestimmt, ist – Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel – scheinbar unbelehrbar in Ihrer sehr eigenen Auffassung, daß man sich um kommende Architektengenerationen nicht zu kümmern braucht, von der Baukultur ganz zu schweigen.

Viele Grüße in das schöne Graz,

Jörn Köppler

danke petra,

gut geschrieben und ein apell an alle, endlich drüber nachzudenken wie man ohne jedes mal bei null anzufangen einfach das macht wozu man berufen ist, eine teilnahme an einem wettbewerb einereits ohne ausschweifendes wenn und aber zu zulassen (öffentliche hand) und andrerseits selbst entscheiden zu können ob ich daran teilnehme oder nicht (architektIn). ständig diese angst hinter jedem den ich nicht kenne steckt ein gauner, einer der nix kann und der mich nur über's ohr hauen will - VERMUTUNG - diese "angst" kommt vielleicht daher, weil viele entscheidungsträger vielleicht selbst so sind oder so denken, wovor sie sich schützen wollen. es gilt natürlich die unschuldsvermutung, auch für herrn herker. aber es wäre endlich an der zeit die regelwerke die es gibt einfach anzuerkennen und damit zu arbeiten und nicht ständig sich hinter expertisen zu verstecken, die immer nur im nicht vorhhandenen kleingedruckten lesen und interpretieren. und vorallem endlich zu akzeptieren, dass mit öffentlichen mitteln zu bauen keine frage des persönlichen und privanten geschmacks ist.

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