sonnTAG 059

71. Innen. Tag. Jack‘s Restaurant.

Ein koscheres Restaurant, voll und laut; Sportfotos an den Wänden: alte Mannschaften der Brooklyn Dodgers, die Mets von 1969, ein Porträt von Jackie Robinson. PAUL und AUGGIE sitzen an einem Tisch im Hin-tergrund und studieren die Speisekarte:
PAUL (klappt die Speisekarte zu): Muß mal aufs Klo. Wenn der Kellner kommt, be-stellen Sie bitte Corned beef auf Roggen-
brot uhd ein Ginger Ale für mich mit, ja?
AUGGIE: Alles klar.
PAUL steht auf und begibt sich zur Toilette.
AUGGIES Blick fällt auf den leeren Stuhl ne-ben ihm, darauf liegt eine Ausgabe der New York Post. Man sieht die Schlagzeile «Schießerei in Brooklyn». AUGGIE beugt sich darüber, um den Artikel zu lesen. Nahaufnahme des Artikels: Fotos von CHARLES CLEMM (dem KRIECHER) und ROGER GOODWIN, dar-unter ihre Namen. Die kleinere Schlagzeile unter der ersten lautet: «Täter bei Überfall auf Juwelier getötet». Während AUGGIE den Artikel liest, kommt der KELLNER und will die Bestellung aufnehmen: ein korpulenter Mann mit Halbglatze und müdem Gesicht.
KELLNER (im 0ff): Was darf‘s sein, Auggie?
AUGGIE (blickt auf): Äh... (zeigt auf PAULS leeren Stuhl). Mein Freund hier hätte gern Corned beef auf Roggenbrot und ein Ginger Ale.
Schnitt. Der KELLNER mit Bleistift und Be-stellblock.
KELLNER: Und was möchten Sie?
AUGGIE (liest weiter; erinnert sich plötzlich an den Kellner):Ja?
KELLNER: Was möchten Sie?
AUGGIE: Ich? (Pause). Ich nehme das glei-che. (Blickt wieder in die Zeitung).
KELLNER: Darf ich Sie um etwas bitten?
AUGGIE (blickt wieder auf): Und das wäre?
KELLNER: Wenn Sie das nächste Mal zwei Corned-beef-Sandwiches haben wollen, sagen Sie « Zwei Corned-beef-Sand-wiches“. Und wenn Sie zwei Ginger Ale haben wollen: «Zwei Ginger Ale »
AUGGIE: Wo liegt der Unterschied?
KELLNER: Es ist einfacher so. Und schneller.
AUGGIE (versteht nicht sofort; versucht den KELLNER zu beschwichtigen): Ah, ach so.
Wenn Sie meinen. Anstatt zu sagen: «Ein Corned-beef-Sandwich» und dann « Noch
ein Corned-beef-Sandwich», sag ich also das nächste Mal « Zwei Corned-beef-Sandwiches »‚
KELLNER (trocken): Danke. Ich wußte, Sie würden Verständnis dafür haben.
KELLNER ab. Auggie vertieft sich wieder in den Artikel. PAUL kommt zurück und nimmt ihm gegenüber Platz.
PAUL (macht es sich bequem): Also. Sind wir soweit?
AUGGIE: Klar. Jederzeit.
PAUL: Ich bin ganz Ohr.
AUGGIE: Okay. (Pause. Denkt nach). Sie ha-ben mich doch mal gefragt, wie ich zu mei-ner Fotografiererei gekommen bin. Wis-sen Sie noch? Die Geschichte handelt davon, wie ich meine erste Kamera gekriegt habe. Das heißt, eigentlich ist es die einzige Kamera, die ich je besessen habe. Soweit alles klar?
PAUL: Jedes Wort.
AUGGIE (Nahaufnahme von seinem Gesicht): Okay. (Pause). Also jetzt kommt die Geschichte. (Pause). Es war im Sommer 76, damals hatte ich grade angefangen, für Vinnie zu arbeiten. Dem Sommer der 200-Jahr-Feier. (Pause). Eines Morgens kam ein junger Bursche in den Laden und fing an zu klauen. Stand am Zeitschriftenstand und stopfte sich Sexheftchen unters Hemd. Da grade mehrere Leute an der Kasse standen, konnte ich ihn zunächst gar nicht sehen...
Überblende von AUGGIES auf PAULS Gesicht. Beginn des Schwarzweißfilms: AUGGIE spielt die Ereignisse nach, die er PAUL schildert. Diese Szene deckt sich genau mit den Szenen 2 und 3 - mit einem Unterschied. Der Dieb ist jetzt ROGER GOODWIN, der Mann, der PAUL in Szene 54 zusammengeschlagen hat, der Mann, dessen Bild AUGGIE eben in der Zeitung gesehen hat. Die Ereignisse entwickeln sich lautlos, begleitet von AUGGIES Erzählstimme.
AUGGIE (im 0ff): Aber sobald ich merkte, was er da trieb, fing ich an zu schreien. Er nahm Reißaus wie ein Karnickel, und als ich endlich hinterm Ladentisch hervorkonnte, rannte er schon die Seventh Avenue runter. Ich hab ihn einen halben Block weit verfolgt und es dann aufgegeben. Ich hatte keine Lust mehr, ihm nachzurennen, und da er unterwegs etwas hatte fallen lassen, bückte ich mich danach.
Man sieht AUGGIE dem Jungen nachlaufen, dann stehenbleiben und sich nach der Brief-tasche bücken. Er geht zum Laden zurück.
AUGGIE (im 0ff): Es war seine Brieftasche. Geld war keins drin; dafür aber sein Füh-rerschein und drei oder vier Schnapp-schüsse. Ich nehme an, ich hätte die Polizei holen und ihn verhaften lassen können.
Sein Name und seine Adresse standen auf dem Führerschein, aber irgendwie tat er mir leid. Er war bloß ein mickriger kleiner Anfänger, und als ich mir die Bilder in sei-ner Brieftasche ansah, konnte ich einfach keine Wut auf ihn empfinden....
Man sieht AUGGIE die Bilder betrachten. Nahaufnahmen der Bilder.
AUGGIE (im 0ff): Roger Goodwin. So hieß er. Auf einem der Bilder, erinnere ich mich noch, hatte er irgendeine Trophäe im Arm und grinste, als hätte er gerade den Jack-pot geknackt. Ich habe es einfach nicht übers Herz gebracht. Ein armer Junge aus Brooklyn, ohne jede Chance, und wen kümmern schon ein paar Sexzeitschriften?
Schnitt. Jack‘s Restaurant. Der KELLNER bringt ihre Bestellung.
KELLNER: Bitte sehr, die Herren. Zweimal Corned beef. Zwei Ginger Ale. (Ab).
PAUL (schmiert Senf auf sein Sandwich): Und?
AUGGIE (trinkt einen Schluck): Die Brief-tasche habe ich jedenfalls behalten. Ab und zu hatte ich ein leises Bedürfnis, sie ihm zurückzuschicken, aber das habe ich immer wieder aufgeschoben und nie was un-ternommen. (Schmiert Senf auf sein Sandwich). Dann wird es Weihnachten, und ich sitze rum und habe nichts zu tun. Eigentlich hatte Vinnie mich eingeladen, aber seine Mutter war krank geworden, und da mußten er und seine Frau in letzter Minute nach Florida. (Beißt in sein Sandwich. Kaut). Da sitze ich also an diesem Morgen in meiner Wohnung und bemitleide mich ein bißchen, und dann sehe ich Roger Goodwins Brieftasche auf einem Regal in der Küche liegen. Ich denke, was zum Teufel, warum nicht ausnahmsweise mal was Nettes tun, ziehe meinen Mantel an und mache mich auf den Weg, die Brieftasche persönlich zurückzugeben.
Schnitt: Schwarzweißfilm. Die Siedlung in Boerum Hill. AUGGIE, dick eingemummt, streift zwischen den Häusern umher.
AUGGIE (im 0ff): Die Adresse war in Boerum Hill, in irgendeiner der Siedlungen da. Es fror an diesem Tag, und ich weiß noch, daß ich mich auf der Suche nach dem richtigen Gebätiie ein paarmal verlaufen habe. In dieser Gegend sieht alles gleich aus, man läuft immer durch dieselbe Straße und denkt, man wäre ganz woanders. Jedenfalls komme ich endlich zu der Wohnung, die ich suche, und drücke auf die Klingel...
Man sieht AUGGIE einen Flur entlanggehen:
Graffiti an den Wänden. Er bleibt vor einer
Tür stehen und drückt auf die Klingel.
AUGGIE (im 0ff): Tut sich nichts. Ich nehme an, es ist niemand zü Hause, versuche es noch einmal. Ich warte ein bißchen länger, und grade als ich es aufgeben will, höre ich wen zur Tür schlurfen. Die Stimme einer alten Frau fragt, wer da ist, und ich sage, ich möchte zu Roger Goodwin. «Bist du das, Roger?» fragt die Frau, und dann schließt sie ungefähr fünfzehn Schlösser auf und öffnet die Tür...
Man sieht eine sehr alte Schwarze - GRANNY ETHEL - die Tür aufmachen. Sie lächelt ver-zückt und erwartungsvoll. Es ist zwar ein Stummfilm, aber man sieht AUGGIE und GRANNY ETHEL den Dialog sprechen, den AUGGIE PAUL wiedergibt.
AUGGIE (im 0ff): Sie muß mindestens achtzig sein, vielleicht sogar neunzig, und als erstes fällt mir auf, daß sie blind ist. «Roger», sagt sie, «ich wußte, du würdest deine Großmutter zu Weihnachten nicht vergessen.» Und dann breitet sie die Arme aus, als ob sie mich an sich drücken will.
Man sieht AUGGIE kurz zögern. Während er den nächsten Abschnitt der Geschichte er-zählt, sieht man ihn nachgeben, die Arme ausbreiten und Ethel umarmen. Die Umar-mung wird etwas langsamer wiederholt; dann in Zeitlupe; dann in Superzeitlupe; und schließlich in so verlangsamtem Tempo, daß es wie eine Folge von Standfotos aussieht.
AUGGIE (im Off): Sie verstehen, ich hatte nicht viel Zeit zum Denken. Ich mußte ganz schnell etwas essen, und ehe ich wußte, wie mir geschah, hörte ich die Worte aus meinem Mund kommen. «Ja, Großmutter», sage ich. «Ich bin zurückgekommen, um dich an Weihnachten zu besuchen.» Fragen Sie mich nicht, warum ich das getan habe. Ich habe keine Ahnung. Es ist mir einfach so rausgerutscht, und plötzlich hat diese alte Frau mich vor ihrer Tür in die Arme genommen, und ich hab sie an mich gedrückt. Das war wie ein Spiel, für das wir beide uns entschieden hatten - ohne erst über die Regeln zu diskutieren. Ich meine, diese Frau hat gewußt, daß ich nicht ihr Enkel war. Sie war alt und klapprig, aber sie war nicht so weit weggetreten, daß sie den Unterschied zwischen einem Fremden und ihrem eigen Fleisch und Blut nicht erkannt hätte. Aber es hat sie glücklich gemacht, so zu tun, als ob, und da ich sowieso nichts Besseres zu tun‘ hatte, habe ich gerne mitgespielt...
AUGGIE und ETHEL gehen in die Wohnung und nehmen im Wohnzimmer auf Sesseln Platz. Man sieht sie reden und lachen.
AUGGIE (im 0ff): Wir sind dann in die Woh-nung gegangen und haben den Tag zusam-men verbracht. Immer wenn sie mich gefragt hat, wie es mir geht, hab ich gelogen und ihr erzählt, ich hätte einen guten Job in einem Zigarrenladen gefunden, und ich würde demnächst heiraten und hundert andere nette Geschichten, und sie hat so getan, als ob sie mir jedes Wort glauben würde. «Wie schön, Roger», hat sie gesagt und lächelnd genickt. « Ich habe ja immer gewußt, daß du es zu etwas bringen würdest. . .»
Die Kamera schwenkt langsam durch ETHELS Wohnung und verweilt kurz auf ver-schiedenen Gegenständen. Unter anderem sieht man Porträts von Martin Luther King, John F. Kennedy, Familienfotos, Garnknäuel, Stricknadeln. Im Anschluß an diese Kamerafahrt sieht man AUGGiE wieder in die Wohnung kommen. Er hat den Mantel an und trägt eine große Tüte mit Lebensmitteln. Dazu hört man seine Stimme: -
AUGGIE (im 0ff): Nach einer Weile kriegte ich ordentlich Hunger. Da nicht viel Essen im Haus zu sein schien, bin ich zu einem Laden in der Nähe gegangen und habe einen Haufen Zeug gekauft. Ein gekochtes Huhn, Gemüsesuppe, ein Eimerchen Kartoffelsalat, alles mögliche. Ethel hatte im Schlafzimmer ein paar Flaschen Wein versteckt, und so konnten wir ein ganz ordentliches Weihnachtsessen auf die Beine stellen... -
Man sieht AUGGIE und ETHEL am Eßzimmertisch : sie essen, trinken, unterhalten sich.
AUGGIE (im 0ff): Der Wein hat uns ein bißchen angeheitert, das weiß ich noch, und nach dem Essen haben wir uns ins Wohnzimmer gesetzt, weil da die Sessel bequemer waren...
Man sieht AUGGIE, der ETHEL am Arm führt und ihr in einen Sessel hilft. Dann verläßt er das Wohnzimmer und geht zum Bad am Ende des Flurs.
AUGGIE (im 0ff): Ich mußte mal, also entschuldigte ich mich und ging durch den Flur ins Badezimmer. Dort nahmen die Dinge dann urplötzlich eine andere Wendung. Es war schon ziemlich irre, daß ich
mich als Ethels Enkel ausgab, aber was ich dann tat; war wirklich verrückt, und ich hab‘s mir niemals verziehen...
AUGGIE im Badezimmer. Während er pinkelt, sehen wir die verpackten Kameras, genau, wie er sie beschreibt:
AUGGIE (im 0ff): Ich komme also ins Bad, und an der Wand gleich neben der Dusche sehe ich sechs oder sieben Kameras aufge-stapelt. Nagelneue 35-Millimeter-Kameras, noch in der Verpackung. Ich denke, das ist das Werk des echten Roger, ein Lagerplatz für seine letzte Beute. Ich habe noch nie in meinem Leben ein Foto gemacht, und gestohlen habe ich auch noch nie etwas, aber kaum sehe ich diese Kameras im Badezimmer, beschließe ich, daß eine davon mir gehören soll. Einfach so. Und ohne eine Sekunde nachzudenken, klemme ich mir eine Schachtel unter den Arm und gehe ins Wohnzimmer zurück.
Man sieht AUGGIE mit der Kamera ins Wohnzimmer zurückkommen. ETHEL ist in ihrem Sessel eingeschlafen. AUGGIE legt die Kamera hin, räumt den Tisch ab und spült in der Küche das Geschirr.
AUGGIE (im 0ff): Ich kann höchstens drei Minuten weg gewesen sein, aber in dieser Zeit war Granny Ethel eingeschlafen. Zu-viel Chianti, nehme ich an. Ich habe dann in der Küche den Abwasch gemacht, und sie hat bei dem ganzen Lärm weitergeschlafen und geschnarcht wie ein Baby. Sie zu stören schien mir vollkommen überflüssig, also beschloß ich zu gehen. Ich konnte ihr noch nicht mal einen Brief zum Abschied schreiben, schließlich war sie ja blind, und so bin ich einfach gegangen. Die Brieftasche ihres Enkels legte ich auf den Tisch, dann nahm ich die Kamera und ging aus der Wohnung...
Man sieht AUGGIE, der sich über ETHEL beugt und sie weiterschlafen lässt. Er legt die Brieftasche auf den Tisch und nimmt die Ka-mera. Er verläßt die Wohnung. Man sieht die Tür zufallen.
AUGGIE (im 0ff): Und damit ist die Ge-schichte aus.
Schnitt. PAULS Gesicht. PAUL und AUGGIE sitzen am Tisch und verzehren die letzten Bis-sen ihrer Mahlzeit.
PAUL: Haben Sie die Frau noch mal besucht? AUGGIE: Einmal, etwa drei oder vier Monate
danach. Ich hatte ein so schlechtes Gewissen wegen der Kamera, daß ich sie noch gar nicht benutzt hatte. Am Ende beschloß ich, sie ihr zurückzugeben, aber Ethel war nicht mehr da. Jemand anders war in die Wohnung eingezogen, und der konnte mir nicht sagen, wo sie steckte.
PAUL: Wahrscheinlich ist sie gestorben.
AUGGIE: Tja, wahrscheinlich.
PAUL: Das heißt, sie hat ihr letztes Weih-nachten mit Ihnen verbracht.
AUGGIE: Anzunehmen. So hab ich das noch nie gesehen.
PAUL: Es war eine gute Tat, Auggie. Es war nett von Ihnen, ihr die Freude zu machen.
AUGGIE: Ich habe sie nie angelogen, und dann habe ich sie bestohlen. Verstehe nicht, wie Sie das eine gute Tat nennen können.
PAUL: Sie haben sie glücklich gemacht. Und die Kamera war sowieso gestohlen. Sie haben sie jedenfalls nicht demjenigen weg-genommen, dem sie wirklich gehört hat.
AUGGIE: Alles für die Kunst, Paul, wie?
PAUL: So würde ich das nicht ausdrücken. Aber zumindest haben Sie die Kamera für einen guten Zweck verwendet.
AUGGIE: Und Sie haben jetzt Ihre Weih-nachtsgeschichte, stimmt‘s?
PAUL (Pause. Denkt nach): Ja, ich glaube schon.
PAUL sieht AUGGIE an. Ein boshaftes Lä-cheln zeigt sich auf AUGGIES Gesicht. Sein Blick ist so rätselhaft, seine Augen strahlen so hell in irgendeinem heimlichen Vergnügen, daß PAUL zu argwöhnen beginnt, AUGGIE habe die ganze Sache erfunden. Er will ihn schon fragen, ob er ihn vielleicht auf den Arm genommen habe - läßt es aber sein, da er weiß, daß AUGGIE das niemals zugeben würde. PAUL lächelt.
PAUL: Sie sind ein echtes Talent, Auggie. Wer eine gute Geschichte erfinden will, muß ganz genau‚ wissen, was er tut. (Pause). Ich würde sagen, Sie sind ein richtiger Meister darin.
AUGGIE: Wie meinen Sie das?
PAUL: Ich meine, es ist eine gute Geschichte.
AUGGIE: Scheiße. Wenn man mit seinen Freunden keine Geheimnisse teilen kann, was ist man dann für ein Freund?
PAUL: Sehr richtig. Dann wäre das Leben einfach nicht lebenswert.
AUGGIE lächelt noch immer. PAUL lächelt zurück. AUGGIE zündet sich eine Zigarette an; PAUL einen Zigarillo. Sie blasen, noch immer lächelnd, Rauch in die Luft. Die Kamera folgt dem Rauch bis an die Decke. Nahaufnahme des Rauchs. Drei bis vier Sekunden.
Die Leinwand wird schwarz. Musik. Abspann.
Smoke
Regie Wayne Wang
Drehbuch Paul Auster
Darsteller
Harvey Keitel als Auggie
William Hurt als Paul, der Schriftsteller, der eine Weihnachtsgeschichte für die New York Post schreiben soll.

Smoke spielt in New York, genauer: vorwiegend in Brooklyn an einer Straßenkreuzung. Er erzählt die Geschichte mehrerer völlig unterschiedlicher Menschen, deren Wege sich auf seltsame Weise in einem Brooklyner Zigarrenladen kreuzen. Paul Auster, geboren 1947 in Newark/ New Jersey, ging nach seinem Literaturstudium an der Columbia University für einige jahre nach Paris. Heute lebt er mit seiner Frau, der Schriftstellerin Siri Hustvedt und zwei Kindern in New York.
Die Szene ist dem Buch Paul Auster, Szenen aus "Smoke" entnommen, erschienen als rororo tb 200.

Verfasser/in:
ausgewählt von Karin Tschavgova

Datum:

Sun 26/12/2004

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