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Interview
Schlüssel zum (Lern-)Erfolg?

Schulen und Universitäten sind Bildungseinrichtungen, in denen junge Menschen oft über Jahre hinweg viel Zeit verbringen. Diese Räume leisten daher einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung des Raumempfindens, zu Leistungs- und Aufnahmefähigkeit, sowie zur Wahrnehmung von Architektur.
Der Grazer Architekt Hans Mesnaritsch kann in seiner bisherigen Laufbahn auf die Errichtung zahlreicher, architektonisch qualitätvoller Schul- und Universitätsbauten in Österreich verweisen, allesamt Siegerprojekte von Architekturwettbewerben. Nach der Fertigstellung des Agrarbildungszentrums Lambach (Neubau Schule und Internat) im Jahr 2009 ist sein Büro nun unter anderem mit der Planung des Produktionstechnikzentrum Inffeldgasse der TU Graz beschäftigt (Wettbewerbssieg 2008).
Mit der Absicht, das Geheimnis der zahlreichen Wettbewerbserfolge zu lüften, traf GAT den Architekten und sprach mit ihm über seine Zeit nach dem Architekturstudium, seinen großen Erfahrungsschatz im Schul- und Universtätsbau und über neue Räume für neue Schulsysteme.

GAT: Sie haben in Graz studiert, wie verlief die Karriere zunächst?

M.: Nach dem Studium in Graz ging ich nach Düsseldorf zu HPP Architekten, i.e. Hentrich- Petschnigg & Partner, die damals mit dem Thyssen-Hochhaus in Düsseldorf
bekannt geworden waren. Danach war ich in Bonn im Bautenministerium. 1974 kam ich nach Graz zurück, um für die „Steirische Akademie“ am „Projekt Raumordnung“ mitzuarbeiten – das hatte damals große Aktualität, weil gerade das „Steiermärkische Raumordnungsgesetz“ konzipiert wurde und bald auch beschlossen werden sollte. Dann folgte ein kurzes Zwischenspiel in England, dann wieder ein knappes Jahr in Deutschland und danach kam ich wieder zurück nach Graz.

GAT: Sie gingen aber nicht gleich in die Selbständigkeit?

M.: Nein, zunächst beschäftigte ich mich eine Zeit lang mit Raumordnung und Städtebau. Das war der Nachläufer meiner Tätigkeit in Bonn. Dort habe ich an einem Projekt mit dem Titel ‚Großforschungsprojekt Siedlungswesen’ mitgearbeitet. Allerdings war mir das letztlich zu theoretisch; das Konkrete, Gestalterische der Architektur habe ich dabei zu sehr vermisst. Später habe ich mit einem ganz kleinen Büro begonnen und hatte das Glück, sehr bald einen Wettbewerb zu gewinnen.

GAT: Vermutlich der erste große Wettbewerb? Was für ein Projekt war das?

M.: Das war ein Gymnasium. Allerdings erzähle ich nicht gerne davon, weil es in der Umsetzung eine herbe Enttäuschung war. Ich war damals ganz einfach zu naiv. Ich dachte, dass entsprechend den Erfahrungen, die ich in Deutschland gemacht hatte, das Projekt selbstverständlich so umgesetzt werden würde, wie es geplant und vom Architekten beabsichtigt war.

GAT: Sie haben in Graz studiert, wie verlief die Karriere zunächst?

Mesnaritsch: Nach dem Studium in Graz ging ich nach Düsseldorf zu HPP Architekten, i.e. Hentrich- Petschnigg & Partner, die damals mit dem Thyssen-Hochhaus in Düsseldorf
bekannt geworden waren. Danach war ich in Bonn im Bautenministerium. 1974 kam ich nach Graz zurück, um für die „Steirische Akademie“ am „Projekt Raumordnung“ mitzuarbeiten – das hatte damals große Aktualität, weil gerade das „Steiermärkische Raumordnungsgesetz“ konzipiert wurde und bald auch beschlossen werden sollte. Dann folgte ein kurzes Zwischenspiel in England, dann wieder ein knappes Jahr in Deutschland und danach kam ich wieder zurück nach Graz.

GAT: Sie gingen aber nicht gleich in die Selbständigkeit?

M.: Nein, zunächst beschäftigte ich mich eine Zeit lang mit Raumordnung und Städtebau. Das war der Nachläufer meiner Tätigkeit in Bonn. Dort habe ich an einem Projekt mit dem Titel ‚Großforschungsprojekt Siedlungswesen’ mitgearbeitet. Allerdings war mir das letztlich zu theoretisch; das Konkrete, Gestalterische der Architektur habe ich dabei zu sehr vermisst. Später habe ich mit einem ganz kleinen Büro begonnen und hatte das Glück, sehr bald einen Wettbewerb zu gewinnen.

GAT: Vermutlich der erste große Wettbewerb? Was für ein Projekt war das?

M.: Das war ein Gymnasium. Allerdings erzähle ich nicht gerne davon, weil es in der Umsetzung eine herbe Enttäuschung war. Ich war damals ganz einfach zu naiv. Ich dachte, dass entsprechend den Erfahrungen, die ich in Deutschland gemacht hatte, das Projekt selbstverständlich so umgesetzt werden würde, wie es geplant und vom Architekten beabsichtigt war.

GAT: War das denn in Deutschland anders? Hat sich das hier mittlerweile geändert?

M.: Ich dachte jedenfalls, dass es in Deutschland anders gewesen wäre – das schloss ich aus meinen Beobachtungen – allerdings war ich nicht selbstständiger Architekt in Deutschland und weiß auch nicht, ob und mit welchen Umsetzungsschwierigkeiten diese zu kämpfen hatten. Hier ist es auf jeden Fall wesentlich besser geworden. Damals jedoch, also ca. 1980, haben schon eher die großen Bauherren bestimmt (z. B. Land, Bund, Genossenschaften), wie was gemacht werden sollte.

GAT: Wann hat sich das denn geändert?

M.: Mit einer kleinen Gruppe engagierter Beamter um Dieter Dreibholz als Abteilungsleiter der Hochbauabteilung und mit der Rückendeckung durch den ehemaligen Landeshauptmann Krainer haben sich die Dinge zumindest partiell gebessert und einige interessante Projekte wurden umgesetzt. Mitunter zeugen sie von kaum gebändigter Gestaltungskraft, was wohl die Aufbruchsstimmung dieser Zeit an diesem Ort widerspiegelt.

GAT: Dennoch war dieser gewonnene Wettbewerb der eigentliche Startpunkt Ihres eigenen Büros.

M.: Ja, er gab mir den finanziellen Hintergrund für die Teilnahme an weiteren Wettbewerben und ich bin ja nach wie vor ein Kind der Wettbewerbe. Nachdem ich mir durch einige Erfolge eine gewisse Reputation bei den öffentlichen Auftraggebern (Bund, Land) aufgebaut hatte, wurde ich immer wieder zu Wettbewerben eingeladen und habe auch immer wieder mal gewonnen. Später wurde dann für größerer Projekte der öffentlichen Auftraggeber der EU-weite Wettbewerb verpflichtend. Seitdem beginne ich jedes Mal wieder von Neuem – also immer wieder Wettbewerbe – und erfreulicherweise gab es bisher immer eine kontinuierliche Steigerung.
An dieser Stelle möchte ich auch sagen, dass dies nur mit meinen engagierten Mitarbeitern möglich war und einer von ihnen – Franz Georg Spannberger – ist nun mein Partner. Er hat sich auch beim letzten gewonnenen Wettbewerb für die Erweiterung der TU Graz besonders eingesetzt – so ist der Erfolg immer untrennbar mit dem Engagement des gesamten Teams verbunden. Und es ist ein gutes Gefühl der Bestätigung für uns alle, wenn bei einem anonymen Wettbewerb, der EU-weit offen ist, unser Projekt aus einer großen Anzahl von Teilnehmern und Beiträgen von einer meist hochkarätigen Jury als Siegerprojekt ausgewählt wird.

GAT: Was in Ihrer Historie auffällt, sind die vielen Schul- und Universitätsgebäude. Wie kommt das?

M.: Nun, wenn man einmal in einem bestimmten Fachbereich aufgefallen ist, wird man immer wieder eingeladen und gewinnt dann und wann auch wieder. Mit der Zeit erwirbt man dann auch einen gewissen Wissensvorsprung gegenüber jenen, die so etwas noch nicht oft gemacht haben oder zum ersten Mal machen.

GAT: Was ist beim Bau einer Schule/eines Gymnasiums zum Beispiel zu beachten?

M.: Nun, ich kann Ihnen sagen, worauf wir hier in meinem Büro Wert legen. Zum Beispiel, dass man den Räumen, die nicht für den Unterricht gedacht sind, wie Verkehrszonen oder Aufenthalts- und Pausenräume, besondere Aufmerksamkeit zukommen lässt. Diese Räume sind mindestens so wichtig wie die Unterrichtsräume, in denen die Wissensvermittlung stattfindet. In den Aufenthaltsräumen jedoch passiert der informelle Austausch, die Diskussionen zwischen den SchülerInnen bzw. StudentInnen. Dort gehen also der Erfahrungsaustausch und die Persönlichkeitsbildung vor sich, es herrscht ein wesentlich lebendigeres Klima.

GAT: Wie sollte ein Raum, der diese Persönlichkeitsbildung fördern soll, denn gestaltet sein?

M.: Er sollte auf jeden Fall luftig und hell sein und unterschiedliche Ausblicksmöglichkeiten bieten. Wichtig ist auch die Kommunikationsförderung, also die Blickverbindungen zwischen den Geschoßen und Aufenthaltsbereichen – und diese sollten an Schnittpunkten von Verkehrswegen liegen. Aber auch ruhigere Rückzugszonen gehören dazu.
In den 60er/70er Jahren, als die Soziologie für die Architektur entdeckt wurde, war Kommunikation so ein Schlagwort und in den Plänen wurden allerlei Flächen und Restflächen einfach als Kommunikationsbereiche ausgewiesen – im gebauten Zustand waren sie dann oft Brachen, weil sie an der falschen Stelle waren oder wenig einladende Aufenthaltsqualität boten etc.
GAT: Das ist durchaus ein nicht unproblematisches Thema. Denn die Nutzer dieser Gebäude und Räume sind häufig in einem Alter, wo sie schwierige Entwicklungen durchmachen. Oft gibt es Probleme mit aggressivem Verhalten. Diese Umstände müssen unbedingt mit überlegt werden, d. h. die Räume können atmosphärisch wirken. Achten Sie bei Ihren Entwürfen auf mögliche Umstellungen im Unterrichtssystem wie Gesamtschule oder Ganztagsschule?

M.: Wenn man mit vorhandenem Bestand arbeiten muss, kommt es natürlich darauf an, wie gebaut wurde. Oft wurde den allgemeinen Flächen zu wenig Bedeutung beigemessen. Das war meist durch Raumprogramme, Ausschreibungen und Kostendruck bedingt. Auch bei den heutigen Ausschreibungen ist das häufig noch der Fall. Verkehrsflächen und Aufenthaltsräume sollen auf ein Minimum reduziert werden, das ist zwar kostensparend, aber Umfang und Qualität der Allgemeinflächen leiden darunter und in Folge auch die SchülerInnen und StudentInnen. Man hat oft zu wenig Wert darauf gelegt, dass dies lichtdurchflutete, freundliche und großzügige Räume sein sollen. Gerade für eine Ganztagsschule oder eine Gesamtschule sind solche Raumkonstellationen von essentieller Bedeutung: Begegnungs- und Aufenthaltsflächen, multifunktionale Flächen, flexible Gebrauchsfähigkeit, Raumstrukturen mit Flächenausgleichsmöglichkeiten.

GAT: Ist denn die Schule nicht auch ein gutes Vehikel zur Architekturvermittlung? Es scheint ein idealer Moment, in dem sich junge Menschen zum ersten Mal bewusst mit Architektur auseinandersetzen. Man kann den Schülern ja direkt demonstrieren, wie wichtig und effektvoll eine gut durchdachte Architektur ist. Gibt es Feedback von Ihren Nutzern?

M.: Ja, das ist gelegentlich sehr angenehm. Zum Beispiel, als wir die Handelsakademie hier in Graz erweitert haben. Wir haben die Schule hofseitig erweitert und dabei ergaben sich sehr schöne Allgemeinräume. Die Schüler waren damals begeistert und stolz auf ihre Schule. Leider hat sich das einige Jahre später wieder geändert, als Begehrlichkeiten für weitere Funktionsräume zur Verdrängung der Allgemeinflächen führten, vermutlich, weil die Mittel für eine bauliche Erweiterung fehlten.

GAT: Werden Sie in so einem Fall nicht um Rat gefragt?

M.: Nein, ganz und gar nicht. Wobei ich solcherlei Umbauten auch ablehnen würde. Es käme ja nur ein Flickwerk dabei heraus. Das Vornehme und die angenehme Qualität eines großen Raumes, der sich über mehrere Geschosse erstreckt und diverse Ein- und Ausblicke ermöglicht, ginge ja dabei verloren. Die klare Geometrie, die auch den Wunsch nach Klarheit in den Gedanken fördern sollte, ginge damit verloren.

GAT: Ist es möglich, Leistungsfähigkeit und Leistungswillen in Bezug auf die Abhängigkeit von der räumlichen Qualität zu messen?

M.: Von technischer Seite durchaus. Man weiß mittlerweile zum Beispiel, dass die Qualität der Raumluft sehr wichtig ist und viele neue Schulen werden deshalb bereits mit mechanisch kontrollierter Raumlüftung ausgestattet.

GAT: Wie sah die Planung der landwirtschaftlichen Fachschule in Oberösterreich aus?

M.: Es gibt einen Bestand von Prof. Puchhammer, der direkt an das Benediktinerkloster angeschlossen ist. Die Schule war mittlerweile zu klein geworden und der Orden hatte beschlossen, diese Räume lieber für sich selbst zu nutzen. Die Schule und das Land hatten entschieden, dass die Schule dort ausziehen und mit anderen Schulen zusammengelegt werden sollte. Der Standort sollte aber der gleiche bleiben. Es gibt dort noch eine alte Meierei vom Kloster, die ganz idyllisch am aufgestauten Traunufer liegt. Ein Teil dieser Meierei verblieb beim Stift und der andere Teil wurde dem Land verkauft. Ein Bereich wurde abgebrochen, der denkmalgeschützte und vom Dombaumeister gebaute Rinderstall wurde erhalten, vorsichtig umgebaut und in die neue Struktur integriert.

GAT: Das war auch ein EU-weiter Wettbewerb. Wodurch hat sich Ihr Projekt ausgezeichnet?

M.: Unser Projekt hatte die kleinste Kubatur und den geringsten Flächenverbrauch. Seine Vorteile lagen auch in der städtebaulichen Erschließung. Das waren die Argumente, die für Schulerhalter und Schulerrichter wichtig waren. Die Architektenjury schätzte die klare Geometrie und die Qualität der Innenräume und die städtebauliche Anordnung in Bezug auf Umgebung und Bestand. Es ist uns gelungen, das sehr große Schulgebäude so zu situieren, dass es die Meierei nicht verdrängt. Die Gebäude der Meierei mit ihren langen Dachflächen konnten ihre starke Wirkung erhalten. Ein markanter Baukörper in unserem Projekt, nämlich das würfelförmige Internatsgebäude, bildet einen neuen Bezugspunkt am Traunufer, der überwiegende Teil der Neubaukubatur bleibt im Hintergrund.
Vom Material her ist es ein Hybridbau, im Kern Beton und Stein, also schwer, mit großer Speichermasse. Darüber ist die leichte Schale aus Holz gestülpt, die wiederum sehr gute Dämmeigenschaften hat und im Erscheinungsbild Assoziationen zur Forst- und Landwirtschaft herstellt.

GAT: Auch schön, wenn junge Landwirte zusätzlich zu ihrer Fachausbildung noch eine Idee von guter Architektur mitnehmen können, die sie durchaus auch, wenn möglich oder notwendig, im Um- oder Zubau des eigenen Hofes umsetzen könnten.

M.: Wenn man mit dem Schulbau vermitteln kann, dass Einfachheit und Klarheit in der Architektur als Tugend gesehen werden können, dann wäre dieses Gebäude auch in „architekturpädagogischer“ Hinsicht gelungen. Die Ausbildung ist dort auf jeden Fall sehr breit und umfangreich. Es gibt eine Tischlerei und eine Schmiede, Fahrzeugtechnik, Schweißerei, Pferdewirtschaft, Forstwirtschaft, Hauswirtschaft, Floristik etc. etc. Es ist die größte landwirtschaftliche Schule Österreichs und nennt sich Agrarbildungszentrum.

GAT: Umfangreich ist ja auch Ihr jüngstes Projekt, das Produktionstechnikzentrum Inffeldgasse für die TU Graz.

M.: Es handelt sich dabei um sechs neue Gebäude, wovon vier jetzt gebaut werden. Es werden dort Institute, Labors und zahlreiche Forschungseinrichtungen untergebracht. In diesem Produktionstechnikzentrum gibt es viele unterschiedliche, interessante Bereiche. Zum Beispiel ist da ein Forschungszentrum für Pharmazie, wo die Entwicklung von Medikamenten, die individuell auf den Patienten abgestimmt sind, erforscht wird. Es gibt auch zahlreiche sehr anspruchsvolle Labors. Eines davon braucht zum Beispiel eine Temperaturstabilität von +/- 1°C – eine höchst anspruchsvolle Aufgabe für die Techniker.

GAT: Das gesamte Projekt wirkt recht kompliziert, da sehr vielen unterschiedlichen Ansprüchen Genüge getan werden muss. Hat das den Wettbewerb nicht furchtbar aufwändig gemacht?

M.: Der Wettbewerb war zwar aufwändig, aber die Komplexität, die hohen technischen Anforderungen und die Kompliziertheit aufgrund unterschiedlichster Nutzungen und deren Erfordernisse traten erst in der Ausführungsplanung zutage. Das Projekt ist durchaus eine Herausforderung, auch für erfahrene Techniker und Bauleute. Durch ein Gebäude führt zum Beispiel eine der beiden 110 KV-Leitungen, welche Graz mit Strom versorgen. Diese darf während der Bauarbeiten natürlich nicht stillgelegt werden. Es wird also ganz schön „unter Strom“ gearbeitet werden müssen. Auch die Umsetzung des Energiekonzepts ist durchaus anspruchsvoll.

GAT: Wann wird das Gebäude fertig sein?

M.: Es gibt verschiedene Abschnitte mit unterschiedlichen Fertigstellungsterminen, 2011 und 2012 die ersten 4 Gebäude. Zu diesem Projekt gehört auch ein Kinderhaus mit Kinderkrippen und Kindergärten, sowohl für TU-Angehörige als auch TU-Fremde. Dieses Gebäude muss als erstes fertig werden und wird nächstes Jahr im Herbst bezogen. Das größte Gebäude ist ein Würfel mit 33 Metern Seitenlänge. Die anderen Gebäude sind quaderförmig – auch von strenger Geometrie. Bei allen Gebäuden haben wir Wert auf besondere räumliche Qualität der Verkehrsflächen gelegt, was die Jury erkannt und ausdrücklich gewürdigt hat – erfreulicherweise. Auftraggeber und Nutzer stehen auch zu diesem Konzept – jetzt muss die qualitätsvolle Umsetzung gelingen.

GAT: Es gibt ein besonderes Energiekonzept für dieses Projekt?

M.: Das Energiekonzept war anfangs relativ banal: Versorgung mit Fernwärme, weil alle Anschlüsse vorhanden sind. Dann gewann die Neigung zur Innovation – für die TU geradezu selbstverständlich – die Oberhand und es wurde ein Konzept zur Energieversorgung durch Grundwassernutzung entwickelt. Die Probebohrungen ließen dann eine zu geringe Effizienz erwarten und das Konzept wurde wieder verworfen. Schließlich wurde ein Energiekonzept mit Erdwärmenutzung entwickelt, welches besonders schonend für das Erdreich ist und besonders effizient für den Nutzer. Zur kalten Jahreszeit wird über die ca. 100 Tiefensonden (je 120 m) der Erde Wärme entzogen und in der warmen Jahreszeit die Abwärme der Gebäudekühlung wieder ins Erdreich zurückgegeben. So entsteht eine nahezu ausgeglichene Bilanz zwischen entzogener und zurückgegebener Wärme und das Gebäude wird im Winter geheizt und im Sommer gekühlt.

GAT: Gibt es Projekte, eventuell auch außerhalb der Architektur, die Sie gerne realisieren möchten?

M.: Ja, aber diese bleiben noch in meinem Kopf.

GAT: Wir danken für das Gespräch!

Hans Mesnaritsch, Architekt

Wielandgasse 56
A-8010 Graz
Tel 0316.82 66 33
Fax 0316.82 66 33-66
office@mesnaritsch.at

Studium:
TU Graz, Abschluss 1971

Praxiszeit:
1971 – 1981, in Architekturbüros und öffentlichen Institutionen in Österreich
Agrarbildungszentrum, Lambach, 2009
Pädagogische Akademie Hasnerplatz, Graz, 2006
Kompetenzzentrum Modul TUG, Graz, 2004
Sporthalle, Eisenerz, 2002
Bundeshandelsakademie Grazbachgasse, Graz, 2000
G.I.B.S. - Grazer internationale bilinguale Schule, Graz 1999

Projekte (Auswahl):
Produktionstechnikzentrum TU Graz, in Bau
Landesberufschule, Murau
Wohnbau Ilwofgasse, Graz

Verfasser/in:
Susanne Baumann-Cox, Gespräch

Verfasser / in:

Susanne Baumann-Cox

Datum:

Tue 24/08/2010

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