_Rubrik: 

WB-Entscheidung
Preisträger_Staatspreis Architektur und Nachhaltigkeit 2012

Anspruchsvolle Architektur vereint mit ressourcenschonender Bauweise zeichnet jene fünf Projekte aus, die am 14. Februar 2013 mit dem Österreichischen Staatspreis für Architektur und Nachhaltigkeit prämiert wurden. Umweltminister Niki Berlakovich, Lebensministerium, verlieh die diesjährigen Staatspreise im RadioKulturhaus Wien und betonte, dass nachhaltiges, qualitätsvolles Bauen, bei dem Ökonomie und Ökologie, Soziales und Ästhetik im Einklang stehen, die wichtigste Grundlage für Lebensqualität sei. Zukunftsfähige Architektur setze auf hohe Energieeffizienz, ressourcenschonende Bauweise und Verwendung heimischer Materialien. Das bringe Aufschwung für die Wirtschaft, schaffe green jobs und unterstütze die Energiewende hin zu erneuerbaren Energien.

99 eingereichte Projekte
Der zum dritten Mal im Rahmen der Klimaschutzinitiative klima:aktiv vergebene Staatspreis richtete sich an Projektträger von Neubauten und Sanierungen. Über zwei Drittel der Einreichungen für das Auszeichnungsjahr 2012 kamen aus dem Dienstleistungssektor, davon ein Drittel aus den Bereichen Kindergarten, Schule und Ausbildungsstätte. Die zweite große Gruppe stellten Wohn- und Einfamilienhäuser.
Unter dem Vorsitz des Staatspreisbeauftragten und Universitätsprofessors für Architektur Roland Gnaiger von der Kunstuniversität Linz bewertete eine internationale Fachjury die 99 eingereichten Projekte, von denen neun für den Staatspreis nominiert wurden. Von diesen gingen schließlich fünf PreisträgerInnen aus dem Bewertungsprozess hervor. Bei allen Einreichungen wurde die Erfüllung der Nachhaltigkeitskriterien nach den Gebäudestandards von klima:aktiv Bauen und Sanieren beurteilt.

Die fünf Preisträger

Energiespar-Wohngebäude U 31, Wien
Bauherrin: Heindl-Holding GmbH
Architekten: Querkraft Architekten ZT GmbH
Fachplanung: Schöberl & Pöll GmbH; BPS Engineering.
Das Passivhaus-Wohngebäude U 31 im 20. Wiener Gemeindebezirk sticht durch die markante Außenform hervor und erreicht Bestwerte in puncto Energieeffizienz und Klimaschutz. Die Jury überzeugte jedoch vor allem die hohe Lebensqualität, die für die BewohnerInnen geschaffen wurde: Durch die rundumlaufenden Terrassen und die gezackte Außenform verfügt jedes Zimmer der 46 Wohneinheiten und der Büros im ersten Stock über einen Zugang zu einem großzügigen, privaten Grünraum – und das inmitten der Stadt.

Niederösterreichhaus, Krems (Niederösterreich)
Bauherrin: NÖ Landesimmobilien GmbH
Architekten: ARGE NÖHK; AllesWirdGut Architektur ZT GmbH; feld72 Architekten ZT GmbH; FCP - Fritsch, Chiari & Partner ZT GmbH
Fachplanung: DI Walter Prause; TB ZFG-Projekt GmbH; bauXund Forschung und Beratung GmbH.
Mit hoher architektonischer Qualität beeindruckt auch das „Niederösterreichhaus“ in Krems. Das neu errichtete Verwaltungsgebäude, das in drei Baukörper gegliedert ist, besticht durch eine gelungene Einbindung in die historische Bausubstanz der Altstadt. Das Passivhauskonzept wird hier ganzheitlich verstanden: So wurde sowohl eine ressourcenschonende Herstellung des Gebäudes als auch ein äußerst sparsamer Betrieb für die Zukunft angestrebt. Darüber hinaus verfügt das Amtsgebäude mit 217 Büroarbeitsplätzen und 400 Besprechungs- und Seminarplätzen unter anderem auch über eine eigene Elektrotankstelle für Pkw und Fahrräder.

Wohnanlage Messequartier, Graz (Steiermark)
Bauherrin: ENW – Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft mbH
Architekt: DI Markus Pernthaler Architekt ZT GmbH
Fachplanung: Vatter & Partner ZT GmbH; RFG Engineering GmbH; bauXund Forschung und Beratung GmbH.
Einen besonders hochwertigen Beitrag zum Thema Wohnen im Stadtzentrum liefert das zweite prämierte Wohnprojekt, die Wohnhausanlage Messequartier, die im Zuge der Restrukturierung des Grazer Messegeländes errichtet wurde. Das Messequartier ist das größte Wohnprojekt der Steiermark, das nahezu Passivhausqualität erreicht. Es verfügt neben dem breiten Angebot an Wohnungstypen – von Studenten- und Seniorenwohnungen bis hin zu geförderten und Eigentumswohnungen – auch über Gewerbe- und Büroflächen, diverse soziale Einrichtungen wie etwa einen Kindergarten, weitläufige Grünanlagen und eine für alle BewohnerInnen zugängliche Dachterrasse mit Sauna und Schwimmbad.

Allgemeine Sonderschule 4, Linz (Oberösterreich)
Bauherrin: Immobilien Linz GmbH & Co KG
Architekten: grundstein Architektur
Fachplanung: IBO GmbH; Technisches Büro Ing. Grillenberger GmbH & Co KG.
Der vierte Preisträger, die Allgemeine Sonderschule 4 in Linz, ist ein Sanierungsprojekt bei dem es beispielhaft gelang ein gesamtheitliches Architektur-, Raum-, Gebäude- und Materialkonzept umzusetzen. Bei der Generalsanierung in Passivhausqualität und gleichzeitigen Aufstockung um ein Geschoß in Holzbauweise wurden alle neu an das Schulgebäude gestellten Anforderungen, wie etwa ein neues Raumkonzept für die Nachmittagsbetreuung oder die Mehrfachnutzung von Räumen, erfüllt.

Agrarbildungszentrum Salzkammergut, Altmünster (Oberösterreich)
Bauherrin: Landes-Immobilien GmbH
Architekten: Fink Thurnher Architekten
Fachplanung: DI Dr. Lothar Künz ZT GmbH; Planungsteam E-Plus GmbH.
Die Errichtung des AgrarBildungsZentrums Salzkammergut in Altmünster wurde durch die Zusammenlegung von zwei Schulen erforderlich. Das fünfte Staatspreisprojekt ist eine Erweiterung eines bestehenden Gebäudetrakts, bei der Tradition und Moderne gekonnt miteinander vereint wurden. Die Landwirtschaftsschule liegt in einzigartiger Lage über dem Westufer des Traunsees und besticht durch die konsequente Verwendung von Holz als nachwachsenden Baustoff. Die Gebäudeform orientiert sich am traditionellen Vierkanthof und beherbergt alle Elemente eines modernen Campus samt Internat unter einem Dach.

Verfasser / in:

Redaktion GAT GrazArchitekturTäglich
klima:aktiv

Datum:

Fri 15/02/2013

Artikelempfehlungen der Redaktion

Das könnte Sie auch interessieren

Infobox

Über klima:aktiv
Der Staatspreis Architektur und Nachhaltigkeit wird im Rahmen von klima:aktiv, der Klimaschutzinitiative des Lebensministeriums, ausgeschrieben. klima:aktiv wurde 2004 als Teil der Österreichischen Klimastrategie gestartet und setzt seitdem wertvolle Impulse für aktiven Klima- und Umweltschutz – dies reicht von Partnerschaften mit der Wirtschaft und den Ländern über Information und Beratung bis hin zu Aus- und Weiterbildung. Ziel von klima:aktiv ist die Markteinführung und Verbreitung klimafreundlicher Technologien und Dienstleistungen in den Bereichen Bauen & Sanieren, Energiesparen, Erneuerbare Energien und Mobilität.

Kommentar antworten