_Rubrik: 

Dossier
Im Fokus: ARCHITEKTUR- UND BAUKULTURVERMITTLUNG

Baukultur betrifft uns alle, denn wir bewegen uns tagtäglich in gestalteter und gebauter Umwelt. Die Wahrnehmung der Umgebung und der Räume gehört zu einer der grundlegendsten Erfahrung des Menschen. Die Qualität des Gebauten hat daher einen wesentlichen Einfluss auf das persönliche Wohlbefinden und das soziale Zusammenleben. 
Die Architektur- und Baukulturvermittlung durch ExpertInnen dient dazu, Architekturlaien für qualitätvolle Architektur und Baukultur zu sensibilisieren, deren Wahrnehmung dafür zu schärfen. Und das sollte idealerweise in jungen Jahren geschehen, denn die Kinder und Jugendlichen von heute sind die Bauherren und Gestalter der Umwelt von morgen. Doch wo hört Architekturvermittlung auf und wo beginnen die Beteiligungsprojekte? Welche Herangehensweisen und Methoden werden in der Praxis angewendet? Wie kann die Partizipation von BürgerInnen in Planungsprozessen erfolgen und warum ist die aktive Beteiligung von Kindern und Jugendlichen so wichtig? 

Mit dem Baukulturreport (2006, 2011), in dem u.a. das Thema Architektur- und Baukulturvermittlung umfassend besprochen wird, sowie dem Würdigungspreis für Baukulturvermittlung im Rahmen des Awards "Bessere Lernwelten", der 2013 erstmals ausgelobt wurde, bekennt sich das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur zu qualitätvoller Baukultur. Trotz Schwierigkeiten, von öffentlichen Stellen Förderungen genehmigt zu bekommen, ist eine zunehmende Zahl an Initiativen, die sich der Vermittlung von Architektur und Baukultur widmen, zu verzeichnen – Vermittlung im Schulunterricht, in Gemeinden oder im Rahmen von öffentlichkeitswirksamen Events wie den Architekturtagen. 
Sehr viele Projekte basieren auf ehrenamtlicher Arbeit und Engagement von Einzelpersonen. Auf der Suche nach Strategien finanzieller Nachhaltigkeit von Baukulturvermittlungsprojekten lohnt es, einen Blick u.a. auf Finnland und Deutschland zu werfen und die Förderpolitik von Architektur- bzw. Baukulturvermittlungsprogrammen zu vergleichen – innerhalb der EU, im deutschsprachigen Raum, aber auch innerhalb Österreichs.
Internationale aktuelle Projekttendenzen und unterschiedliche Arbeitsmethoden in der Architektur- und Baukulturvermittlung werden anhand von Best-Practice-Beispielen aufgezeigt. Dabei darf auch nicht die Architekturvermittlung im Bau- und Planungsprozess (für Bauherren und Nutzer) vergessen werden. Um die Arbeit der Architektur- und Baukulturvermittlung zu professionalisieren, wird es jedoch nötig sein, an den Architekturfakultäten und pädagogischen Hochschulen langfristig eine entsprechende Ausbildung zu etablieren. 

Der Schwerpunkt richtet sich sowohl an (Vermittlungs)ExpertInnen, ArchitektInnen und LehrerInnen als auch an interessierte Laien. Ziel ist, über aktuelle Tendenzen zu informieren, zu diskutieren, einen Austausch zwischen den AkteurInnen zu initiieren und einen Beitrag zur Förderung der Baukulturvermittlung zu leisten.
Neben Methoden der Architektur- und Baukulturvermittlung werden erfolgreiche Projekte und Initiativen vorgestellt. ExpertInnen, EntscheidungsträgerInnen und Lehrende werden zu diesem Themenkomplex zu Wort gebeten, Literaturtipps und die Präsentation von Forschungsergebnissen werden laufend in den Schwerpunkt eingeflochten.

Verfasser / in:

Redaktion GAT GrazArchitekturTäglich

Datum:

Wed 17/09/2014

Artikelempfehlungen der Redaktion

Das könnte Sie auch interessieren

Infobox

Der GAT-Fokus Architektur- und Baukulturvermittlung startete im September 2014. Bis Mai 2015 werden mittwochs regelmäßig Artikel zum Schwerpunkt erscheinen. Alle Nachrichten und Veranstaltungshinweise werden in einem Dossier gesammelt und in der Folge durch aktuelle Beiträge ergänzt.

Konzeption:
Petra Kickenweitz,
Michaela Wambacher

Durchführung:
Petra Kickenweitz,
Yvonne Bormes

Dieser Schwerpunkt wird durch Unterstützung des Landes Steiermark - Abteilung 16 ermöglicht.

Kontakt:

Kommentar antworten