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Bericht
Bevölkerung von Bad Blumau für Neubau der Volksschule

Am 2. November entschieden sich die Bürgerinnen und Bürger der steirischen Gemeinde Bad Blumau für architektonische Qualität: Sie stimmten bei einer Volksbefragung für den Neubau der Volksschule nach den Plänen des Architektenteams Feyferlik/Fritzer (Wettbewerbssieger 2006) und damit gegen die Modernisierung der bestehenden Schule, die von der ZBB (Zukunft Bad Blumau) und SPÖ seit August 2008 forciert worden war (GAT berichtete). 70% der 1560 stimmberechtigten Bürgerinnen und Bürger gaben ihre Stimme ab, davon 60,3% für den Neubau.

Die ZBB und SPÖ, die die Volksbefragung erwirkt hatten, erstellten in Eigenregie Pläne für die Modernisierung der alten Schule und Mitnutzung des benachbarten Hauses der Musik sowie der bestehenden Veranstaltungshalle. Damit und mit einer fahrlässigen Kostenkalkulation, die eine Ersparnis von 1, 8 Mio € gegenüber dem Neubau ergab, wurde versucht, bei der Blumauer Bevölkerung zu punkten. Es stellte sich jedoch bald heraus, dass in der Kalkulation viele Kostenpunkte, wie Nebenkosten, Aufschließungskosten (Sportanlage), Parkplätze, Kosten für den Einbau eines Lifts und für eine notwendige Überdachung von der alten Volksschule zum bestehenden Turnsaal sowie eine Reserve, einfach nicht berücksichtigt wurden. Außerdem erwies sich die Planung von ZBB und SPÖ als äußerst mangelhaft: die Anordnung der Räume, fehlende Freiklassen, der fehlende Lift u. v. m. hätten einen reibungslosen und modernen Schulbetrieb nicht möglich gemacht.

„Bei der von der ZBB und SPÖ initiierten Volksbefragung ist es nicht mehr um die Sache, sondern um politische Aspekte gegangen“, meinte Franz Handler, der amtierende Bürgermeister (ÖVP) von Bad Blumau gegenüber GAT. Unermüdlich seien er und sein Team in den letzten drei Monaten im Einsatz gewesen, um Aufklärungsarbeit zu leisten. Mit sieben Bürgermeisterstammtischen und zahlreichen Hausbesuchen wurde versucht, der Bevölkerung die Vorzüge des architektonisch erstklassigen Neubaus von Feyferlik/Fritzer vor Augen zu führen. Dabei sei auch die gute Zusammenarbeit mit dem Architektenteam sehr hilfreich gewesen. Die Mühen haben sich gelohnt: Im Februar 2009 soll mit dem Neubau der Volksschule begonnen werden, die Fertigstellung ist für März 2010 geplant. (mw)

Verfasser/in:
Redaktion GAT Graz Architektur Täglich

Verfasser / in:

Redaktion GAT GrazArchitekturTäglich
Feyferlik / Fritzer

Datum:

Mon 03/11/2008

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