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AachenMünchener Direktionsgebäude, Aachen, 2010. Screenshot > kadawittfeldarchitektur.de
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Bericht
Auch Thomas Pucher und Klaus Kada tun es ...

Infolge unserer Berichterstattung über die Teilnahme von heri&salli auf der 9. Architektur Biennale in São Paulo mit dem Thema architecture for all : building citizenship stellte sich heraus, dass das Grazer Atelier Thomas Pucher zwei aktuelle Projekte ebendort präsentieren wird. Aber auch Architekt Klaus Kada wird in São Paulo mitmischen – mit kadawittfeldarchitektur für Deutschland. Weitere Teilnahmen aus Österreich sind uns derzeit nicht bekannt, deshalb aber nicht ausgeschlossen.

Das Atelier Thomas Pucher reichte zwei Projekte, die siegreichen Wettbewerbsbeiträge „Tallinn Music and Ballet School in Estland“ (Sieg 2011) und „Sinfonia Varsovia in Warschau, Polen“ (Sieg 2010, GAT berichtete), bei der Jury der 9. Architektur Biennale in São Paulo ein. Diese zeigte sich begeistert und beschloss, die Projekte während der Dauer der Biennale mittels Modellen, mehrerer Plantafeln und kurzen Videos umfassend zu präsentieren. Sie werden also vom 2. November bis zum 4. Dezember 2011 im berühmten Pavillon von Oscar Niemeyer, im OCA im Ibirapuera Park, unter den klingenden Titeln „Garden of Music”(Sinfonia Varsovia) und „Garden of Silence” (Tallinn Music and Ballet School) zu sehen sein – steirischer Architekturexport in Eigenregie.

„Garden of Music” (Sinfonia Varsovia, Warschau)
Ende 2010 nahm das Atelier Thomas Pucher beim internationalen Architekturwettbewerb für eine neue Konzerthalle des renommierten polnischen Orchesters Sinfonia Varsovia in Warschau teil und verwies damals die weltberühmte Architektin und Pritzker-Preisträgerin Zaha Hadid auf den zweiten Platz. Der Entwurf umfasst nicht nur eine Konzerthalle entsprechend den neuesten akustischen Standards, sondern auch die Gestaltung einer Reihe von Innen- und Außenräumen, die sich zu einer Drama-, Zeit- und atmosphärischen Landschaft fügen. Eine scheinbar schwebende Mauer umhüllt das gesamte Grundstück mit dem Park und dem Konzerthaus und schafft damit einen ausgeprägten Ort der Ruhe. Der Bau des Kulturzentrums auf dem 20.000 m² großen Grundstück soll teilweise mit Geldern der Europäischen Union finanziert werden und bis 2016 abgeschlossen sein.

„Garden of Silence” (Musik- und Ballettschule in Tallinn, Estland)
Die Musik- und Ballettschule in Tallinn wird auf einer Grundfläche von 18.200 m² entstehen und auch einer Grundschule Platz bieten.
Das Entwurfskonzept sieht nicht nur ein schönes Gebäude mit den entsprechenden Funktionen vor, sondern kreiert auch einen neuen sinnvollen Stadtraum, der den Ort, seine Geschichte, die Menschen und ihre Musik miteinander verbindet. Der Komplex in Form einer Blockrandbebauung bietet in seinem Kern Raum für eine großzügige Gartenanlage und schützt den Besucher vor dem städtischen Trubel. Von dort führt eine gewaltige Freitreppenanlage, die auch zum Verweilen einladen und für Open-Air-Aufführungen genutzt werden soll, bis ins Dachgeschoß – eine Reminiszenz an die Villa Malaparte auf Capri, geplant von dem Architekten Adalberto Libera.

„Baukultur made in Germany“
kadawittfeldarchitektur wurden von der deutschen Bundesarchitektenkammer (BAK) im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) und in Zusammenarbeit mit der Bundesingenieurkammer (BIngK) eingeladen, sich für den deutschen Beitrag mit dem recht unspektakulären Titel „Baukultur made in Germany“ für die Architekturbiennale São Paulo 2011 zu bewerben und wurden mit 19 weiteren deutschen Architektur- und Ingenieurbüros aus 140 Einreichungen prompt als Vertreter für Deutschland ausgewählt. kadawittfeld werden das AachenMünchener Direktionsgebäude (Aachen, 2010) präsentieren. Das Bauwerk, welches die BDA-Auszeichnung guter Bauten 2010 erhielt und für den Mies-van-der-Rohe-Award 2011 nominiert wurde, liegt im südlichen Teil der Aachener Innenstadt zwischen Bahnhof und Dom. Es beherbergt seit Juli 2010 die neue Direktion der AachenMünchener Versicherung AG. „Der Forderung nach maximaler Öffentlichkeit und Kommunikation folgt auch die stadträumliche Organisation des Neubaukomplexes: Um das Grundstück des Neubaus als öffentlichen Raum freizuhalten und auch nach Geschäftsschluss zu beleben, entwickelten kadawittfeldarchitektur eine abwechslungsreiche Abfolge von Durchwegungen und Plätzen, die durch die überquerende Erschließungsbrücke zusätzliche Dynamik erhält. Den Planern gelang so nicht nur eine gelungene Interpretation der gründerzeitlichen Stadtstruktur und ihrer typischen Blockrandbebauung mit den halböffentlichen Innenhöfen, sondern sie realisierten auch eine neue direkte Fußwegverbindung zwischen Hauptbahnhof und Innenstadt. Eine Besonderheit dieser sogenannten ,Via Culturalis‘ ist die öffentliche Freitreppe, die unter der Glasbrücke hindurchführt und dabei einen Höhenversprung von fast acht Metern überwindet. Als überzeugende Antwort auf die abwechslungsreiche Topografie der Stadt Aachen." (Zitat: http://architektur.mapolismagazin) – Eine „architecture for all, building citizenship“ also.

Verfasser / in:

Redaktion GAT GrazArchitekturTäglich

Datum:

Fri 07/10/2011

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Kommentare

Sehr geehrter Herr Schrempf,

gut das Frau Tschavgova das Thema Architekturexport aus dem Artikel aufgeschnappt hat. genau das ist mir auch sauer aufgestoßen. Bei der Gelegenheit: bitte klären Sie uns auf, Herr Schrempf, wohin die jährlichen Subventionen, welche die CIS für den Architekturexport erhält, fließen. Dies sollte längst einmal offengelegt werden bzw einsehbar sein - immerhin handelt es sich hier um gar nicht wenig Steuergeld. Es ist nicht bekannt, welche Projekte und Architekturbüros damit unterstützt bzw. finanziert oder gar initiiert wurden - außer einiger Reisen von CIS Mitarbeitern nach China, Kanada und sonst wohin...und ob diese sinnvoll waren, ist fraglich.

Steirischer Architekturexport

Auch der Murturm in Gosdorf, geplant von Büro terrain:loenhart&mayr, wird Teil der Architekturbiennale in Sao Paulo sein, allerdings nicht als steirischer Architekturexport, sondern als Nominierung der Deutschen Architektenkammer !, die damit qualitätvolle, von deutschen Architekten im Ausland errichtete Bauten auszeichnet. Nun fragt man sich, warum die Bundesarchitektenkammer/Steirische Kammer diesen Nominierungen nicht für österreichische/steirische Qualität macht. Oder, wenn schon nicht von den Kammern nominiert, ob dies nicht Herr Schrempf mit seiner Designstabsstelle übernehmen hätte können. Oder hab ich da etwas verschlafen oder überlesen?

Infobox

Auch Thomas Pucher und Klaus Kada werden auf der 9. Architektur Biennale in São Paulo sein.

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