ad Murkraftwerk, Graz-Puntigam

ANGST VOR DISKURS

offiziell ist es doch verdächtig ruhig, offensichtlich will man es einfach aussitzen. warum werden die fakten nicht einfach klar auf den tisch gelegt, warum wird eine negative umweltverträglichkeitsprüfung solange gebogen bis es passt. An sich sollte ich mich als bürger dieses staates auf ein bundesgesetz und ihr vollzugsorgan verlassen können. Ätsch, geht nicht, die politik kann hier offensichtlich an der schraube drehen. Sicherst sich hier ein scheidender politiker einen aufsichtsposten. Wovor hat man angst einen ehrlichen inhaltlichen diskurs zu führen. Ruderer an der mur kann doch nicht ernsthaft ein pro argument sein. Wirtschaftlich scheint es keiner diskussion ernsthaft stand zu halten. Dieser jänner hat doch eindeutig gezeigt, dass es in diesem monat keinen strom aus diesem kraftwerk zur staubreduzierung gegeben hätte. Wer hat hier seinen säckel ganz weit aufmachen dürfen ?

Angst vor Diskurs auch in gat

Offensichtlich gibt es auch Angst vor Diskurs zum Thema Murkraftwerk bei den Gat- LeserInnen. Schade, das diesesThema planenden, gestaltenden Menschen so wurscht ist.
Aber dafür dürfen wir über die Architektur des Abschieds - Sterbehilfe und Freitod lesen. Was hat dieser Beitrag in einem Architekturforum verloren?

Energiehunger will gestillt werden

Bei allem Respekt für den Einsatz der Murkraftwerksgegner, möchte ich folgendes zu bedenken geben, was nie (auch nicht von den Grünen) thematisiert wird: unser Energiehunger (auch der der Grünen und Kraftwerksgegner) steigt beständig an, durch e-Bikes, Mobiltelefone, Computer(-netzwerke), und Elektroautos, die mehr werden (und die ich aufgrund der Produktion und wegen der Batterien gar nicht nachhaltig finde, ebenso wie Photovoltaikanlagen!), uvm... Woher kommt der Strom dafür, ach ja, aus der Steckdose. Keiner möchte zurückstecken (interessantes Wortspiel), obwohl die Reduktion jedes Einzelnen auf das Wesentliche wohl die effektivste Energiesparvariante wäre. Ich bin eine hoffnungslose Sozial-Romatikerin? Ja, eh!

Ja, aber .....

Dass jeder und jede einzelne auch etwas dafür tun muss, um Strom zu sparen, ist den Murkraftwerksgegnern und -gegenerinnen bewusst, liebe Michi. Da bin ich mir sicher. Ganz abgesehen davon gibt es in der Zeit außer im Winter genügend Strom, nicht nur in Österreich, sondern in ganz Europa wird der hin- und hergeschoben. In lange extrem kalten Wintern haben wir in Europa ein Problem mit der flächendeckenden Versorgung, sagt uns die Energieagentur am beispiel des heurigen Jänner. Nur da, in so einer Situation, würde das Murkraftwerk auch nicht beitragen gegen die Stromknappheit, weil im Winter wenig Wasser und daher nur Strom für geschätzte 6000 Haushalte, sagen Experten. Dafür aber so viel Grün in einer Stadt zu opfern, die jeden Baum dringend bräuchte, um das Feinstaubproblem ein wenig zu reduzieren, das ist nicht nur Barbarei, sondern auch total unvernünftig und unverantwortlich. Mein letztes Argument: schau dir die Sauerei an den Murufern ab Höhe Seifenfabrik nach Süden einmal an, und wenn Du da nicht zum Heulen kommst, dann ruf mich an. Ich kann dir noch viele weitere Argumente gegen den Kraftwerksbau innerhalb der Stadt liefern, auch solche, die mit einem Demokratieverständnis und mit der Einhaltung von Beschlüssen zu tun haben, zu denen sich die Stadt im Gemeinderat mit Mehrheitsbeschluss einst verpflichtet hat - zum Beispiel der zum Grünraum, bei dem das grüne Band an den Murufern als schützenswertes hohes Gut eingestuft und festgelegt wurde.

ich bin nicht für das Kraftwerk, weil die Natur leidet

...mit meinem Kommentar befürworte ich den Kraftwerksbau keineswegs, die Argumente dagegen hab ich schon verstanden. Ich fahre ja recht oft über die Murbrücke in Kalsdorf (mit dem guten alten Drahtesel) und da erahnt man, wie lange es dauern wird, bis wieder Grün nachkommt. Außerdem ist alles deshalb so trostlos dort, weil das Flussbett begradigt wurde und die Mur kein Leben mehr hat. So mache ich mir keine Hoffnungen, dass es in Graz anders sein wird und ob ich dort in meinem Leben noch jemals einen Auwald sehen werde, bezweifle ich....In meinem Heimatdorf wird gerade mein Badeplatz seit Kindheitstagen durch ein hässliches Kraftwerk zerstört, ich bin zerstört. Trotzdem: Ist es legitim sich dagegen aufzulehnen, wenn man selbst für allen möglichen Komfort viel zu viel Strom verbraucht? Und welche sauberen Lösungen gibt es wirklich, außer zu einzusparen und sich zu bescheiden? Nenn mir ein Beispiel, mir fällt nämlich keines ein....

Wer sind die großen Stromverbraucher?

Elektrische Geräte sind heute energie- , also stromsparender gebaut als früher, wir verwenden Energiesparlampen und laut "Standard" vom 10.März verbraucht das iPhone 7 bei täglichem Aufladen in einem Jahr 3,88 Kilowattstunden /ca. 84 Cent und ein Akku eines Laptops im mittleren Preissegment ca. 41 Watt pro Tag/ ca. 4,62 Euro pro Jahr. Ich kann das nicht verifizieren, aber ganz falsch wird es nicht sein. Jedenfalls bleibt uns noch als Selbstbestimmung, auch unseren eigenen Stromkonsum noch zu steuern.
Wirklich große Verbraucher sind wohl die Industrie, der Handel inklusive Werbung in den Städten (Lichtverschmutzung) und die, die mit Strom heizen, so wäre auch der starke Anstieg des Stromverbrauchs im Winter zu erklären, der heuer im Jänner angeblich europaweit fast (!) zu einem Engpass geführt hat. Und Alternativen zum Heizen mit Strom kennen wir doch, sie fangen beim Dämmen von Häusern an und enden noch nicht beim Umrüsten von Heizungen.
Liege ich da ganz falsch? Wenn nicht, dann gibt es wirklich keinen Grund, das sogenannte "höhere öffentliche Interesse" (Stromerzeugung mit Wasserkraft), mit dem in der UVP trotz zugestanderner Verschlechterungen in fast allen der geprüften Punkte der Bau des innerstädtischen Murkraftwerks legitimiert wurde, höher zu bewerten als die Erhaltung des frei fließenden Flusses und seiner ungezähmten Natur des uferbegleitenden grünen Baumsaums.
Übrigens: Auwald wirst du dort tatsächlich nie mehr einen sehen, nicht nur in unserem fortgeschrittenen Leben nicht, sondern sowieso nie, weil gar keiner geplant ist von der Energie Steiermark und dem Bürgermeister links und rechts an der jetzt zerstörten Uferzone.

Industrie und Handel gibt es, weil wir alle konsumieren, oder?

Industrie und Handel gibt es, weil wir konsumieren. Keine Nachfrage, keine Industrie, kein Handel. Daher kommen wir nicht darum herum, uns auch für deren Energieverbrauch mitverantwortlich zu fühlen. Bauen/Dämmen von Häusern passiert meist mit Materialien, die wenig nachhaltig sind (von der Produktion bis zum Entsorgen). Ich bin nicht für das Murkraftwerk, kann aber angesichts meines Energiehungers eigentlich nur schwer dagegen sein.

Auf den Punkt gebracht!

Auf den Punkt gebracht! Danke.

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