Meinungen sind ja bekanntlich wie Arschlöcher jeder hat eins. Und Gesetze dienen nicht immer dem Schutz oder der Vernunft. Ich finde es immer wieder lustig daran zu denken wie die Ordnungswache mich als im schritttempo radfahrenden Menschen auf einem Weg, welcher mehreren Meter Breite zur Verfügung hatte anhielt und abstrafte :) Aber des ist ja nur die feuchte spitze des schmelzenden Eisberges.
_Busbahnhof am Hauptbahnhof
_Andreas-Hofer-Platz und Neutorgasse Fuzo
_Tegetthoffbrücke durch Fussgängersteg ersetzen
_linkes Murufer von Kastner bis Kalchberggasse Fuzo
_Graz an die Mur bringen
_Verkehr richtung süden an der Mur belassen
_Verkehr richtung norden an der Mur tunneln mit Einfahrt TG wie Kastner aber beide verbinden und überplatten
PS.auch wenn diese Vorschläge den Geschirrhändlern in der Herrengasse die Schweißperlen auf die Stirn treiben - in meiner Kindheit war man der Meinung dass eine verkehrsfreie Sporgasse das Geschäftsleben ruinieren würde
wie das leider bei „echten“ architekturwettbewerben immer noch und immer wieder vorkommt, hat auch im fall der diesjährigen steel student trophy die jury unter dem vorsitz von architektin bettina götz die zielvorgaben der ausschreibung über bord geworfen und damit außerhalb der festgelegten kriterien eine entscheidung getroffen. im konkreten fall geht es bei diesem regelbruch nicht einfach nur um eine geschmacksfrage, sondern tatsächlich um die grundsätzliche aufgabenstellung.
die ausschreibung forderte die studierenden auf, ein modulares bausystem für urbanen wohnbau aus stahl zu entwerfen, ein „ansprechendes tool-kit zur schließung von innerstädtischen baulücken“ als werkzeug zur nachverdichtung urbaner bestände. ausdrücklich sollte dieses modulsystem an gründerzeitliche blockrandbebauungen anknüpfen und zur lückenverbauung, zum anbau an offene blöcke und als eckmodul universell geeignet sein. darin, und in der ausformung zeitgemäßer wohnformen und erdgeschoßzonen sollte der innovative aspekt dieses wettbewerbs liegen.
als platzhalter für dieses überall adaptibel anwendbare system wurde das areal des ehemaligen 'sturmplatzes' ausgewählt, aber eben nicht, um dort einen städtebaulichen gestaltungscontest abzuwickeln, sondern weil sich alle teile der aufgabenstellung an dieser schnitt- und bruchkante der gründerzeitlichen stadterweiterung perfekt austesten lassen.
im diskurs um nachhaltigen umgang mit schwindenden ressourcen und knapper werdendem bauland und der frage, wie man die weitere zersiedlung der landschaft eindämmen könnte, gehören der ruf nach neuen lösungsansätzen für ein zeitgerechtes diversifiziertes innerstädtisches wohnungsangebot und innovativen vorschlägen zu nachverdichtungsmethoden bestehender typologien zu den gängigsten argumenten. die aufgabenstellung agierte zu hundert prozent in diesem kontext.
im rahmen der preisverleihung wurde den studierenden der TU graz die einhaltung der aufgabenstellung faktisch zum vorwurf gemacht, ihnen mangelndes engagement vorgehalten und die ergebnisse als konventionell und wenig innovativ abgetan, sobald sie als blockrandbebauungen in erscheinung traten. man bedauerte wie schwer es gewesen wäre, überhaupt innovation in den projekten zu finden, vor allem hinsichtlich der städtebaulichen ansätze. dass ein derartiger vortrag zusätzlich zum zweifelhaften vorgehen der jury alles andere als motivierend auf die geschlossen anwesenden studierenden wirkte, brauche ich wohl nicht gesondert erwähnen. das hat nichts mit schlechtem verlierertum zu tun.
ps: die im juryprotokoll angeführetn zuordnungen „TU-Graz“ sind willkürlich und nicht nachvollziehbar. es wurden 8 arbeiten der TU- graz und 5 der FH-graz eingereicht.
(Ida Pirstinger war Mitautorin der Wettbewerbsunterlagen. Anm.d.R.)
Eure Plattform ist eine großartige Möglichkeit für kritische Geister, sich ohne Zensur zu Fragen der Lebens- und Stadtgestaltung zu äußern. Auch manche Unvereinbarkeit im öffentlichen Leben wird dabei angesprochen. Für diese Möglichkeit der offenen Meinungsäußerung ist aber auch den Unterstützern aus dem politischen Lager Respekt zu zollen. Ich bedaure aber, dass es nur ganz Wenige gibt, die bereit sind, ihre Haltungen offen zur Diskussion zu stellen. Viele Menschen (nicht nur Architekten) haben heute einfach Angst vor beruflichen oder gesellschaftlichen Nachteilen - oder gar Repressalien. Das gibt mir schon sehr zu denken.
Architektin, ich weiss auch nicht genau, was an den Hochschulen gelehrt wird. Auf jeden Fall dürfte gelehrt werden, dass der funktionale Zweck dem Gebäude seinen Stempel aufdrücken muss. Dass Funktionalität einfach über allem steht. Dass Gebäude aber ebenso die Funktion haben sollten, die Umwelt zu bereichern, das menschliche Auge zu erfreuen, diese Funktion wird völlig ausser acht gelassen.
Wenn man schon einen Platz zerstört, der es bis jetzt ermöglichte, das Joanneum schon von der Tegetthoffbrücke aus zu erblicken, dann sollte man die zu entstehenden Baulichkeiten doch zu einem optischen Blickfang ("Augenweide") machen. Die Entwurf der Gewinner sieht sehr nach momentanen Zeitgeist aus, bleibt aber wenig euphorisch noch gewagt oder provokant.
Also ich persönlich finde das Projekt schlichtweg langweilig und ästhetisch unausgewogen.
Das vom Architekten Thomas Pucher errichte Bürogebäude am Entenplatz finde ich wesentlich interessanter, weil in seinen Proportionen und optischer Aufgliederung harmonischer (obwohl es sich mit den historischen Bauten daneben überhaupt nicht verträgt und woanders sein Domizil hätten finden sollen).
Das von den Bürgern so geliebte und eigentlich auch geschützte Graz (das war mal!) wird allmählich komplett verhunzt - das ist nicht nur meine Meinung! Ausnahmen bestätigen die Regel (zum Glück gibt es sie) Hier aber ist es keine Ausnahme....
Leider ein schlechter, unstrukturierter Artikel, der nur zitiert und weder eigene Meinung noch Haltung zeigt. Selbst Roland Gnaigers Stimme bleibt diffus. Vielleicht mehr dazu später.
Karin Tschavgova
Diesem Schreiben ist in jedem Fall zuzustimmen.
Als nächste Skandale sind die restlose Zerstörung des
Joanneumsparks mitten in der Altstadt und die Erweiterung
des Spitals der Barmherzigen Brüder in der Murvorstadt zu nennen,
wodurch das Barockensemble Minoritensaal komplett zerstört wurde.
AUS Bernhard A. Reismann: Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Stadt Graz 1500 bis 1800.
(Geschichte der Stadt Graz, Bd. 2, S. 150f.)
Als erster Leinwanddrucker der Stadt ist im Jahr 1701 der gebürtige Ungar Jacob Philipp Szerdahéli (Certohelli) genannt, der in der Murvorstadt lebte und arbeitete. Er wurde 1713 als Bürger aufgenommen und erdachte in den nächsten Jahren neue Model und Formen, bemühte sich auch um den Baumwolldruck, brachte eine Baumwollspinnerin und einen Webergesellen aus Augsburg nach Graz und errichtete eine eigene Bleiche, um Leinen und Baumwolle nach dem Druck wieder zu bleichen. 1729 wurde sein Unternehmen privilegiert, 1740 wurde ihm sogar ein Privilegium Privativum ausgestellt, doch um die Mitte des 18. Jahrhunderts arbeiteten in der Stadt bereits vier Leinwanddrucker.351 Dennoch beherrschte Szerdahéli den Grazer Markt vollständig. Er verfügte über weit reichende Handelsverbindungen in die gesamte Steiermark, nach Salzburg, Oberösterreich, Kärnten, Venedig und Triest und gar nach Rom.352 Der Betreiber des Unternehmens verstarb am 20. Oktober 1748 und seine Witwe Maria Apolonia ehelichte 1750 den Handlungsbedienten Andreas Farovino aus Graubünden, der die Druckerei und Färberei weiterführte und ausbaute.
Das Werkstättengebäude nahm seinen Ausgang in einem Pferdestall in der Josefigasse 57 oder 59 und entwickelte sich rasch zu einem Großbetrieb, der zwar arbeitsteilig organisiert war, allerdings über keinerlei mechanische Hilfsmittel verfügte. Hier befanden sich bald Blachenhaus und Manggebäude samt Färberei und Kesseln.353 Zu den Bediensteten fehlen leider genaue Zahlen. Sicher jedoch gab es um das Jahr 1768 mindestens drei Druckergesellen, einen weiteren Gehilfen, einen Hausknecht, ein Ladenmensch und eine Angestellte sowie ein Kuchelmensch und ein Viechmensch, die allerdings eher nicht zu den mit der Druckerei und Färberei Betrauten zu zählen sind.354
Die Unternehmung ging nach Farovinos Todim Jahr 1776 in den Besitz des Grazer Handels-mannes Johann Anton Poschinger und dessen Gattin Theresia über, die sie bis nach 1790 betrieben. Die „Skitze von Grätz“ vermerkt noch: Die poschingerische Leinwanddruckerey soll sehr gut seyn, und würde noch blühender werden können, wenn sie Unterstützung hätte.355 Allerdings zeichnete sich der Zerfall des Unternehmens bereits ab, da im aus-gehenden 18. Jahrhundert die technische Entwicklung, insbesondere der Übergang zum maschinellen Walzendruck, in der Josefigasse nicht mehr mitvollzogen wurde. Die ehemaligen Betriebsräume wurden zu Wohnzwecken umgestaltet. 356
Sehr geehrte Damen und Herren,
nach längerem Recherchieren des Namens "Farovino" bin ich auch auf Ihren Artikel bez. Lendplatz - Farovino gestossen. Dieser Name Farovino scheint bei mir ihn einem handgeschriebenem mediz. Rezeptbuch des frühen 18. Jhdts, stammend aus Steyr auf, das ich bearbeite, neben vielen anderen Namen, wie Fundeisin, Zettenhoferin, Rathgebin, etc.(doch leider nicht verortet)auf.
Das Rezept trägt den Titel " Pflaster wie solches Herr Farovino machet." Möglicherweise besteht eine Verbindung zu diesem Mann aus Graz. Vielleicht ist Ihnen mehr zu der Familie und Tätigkeit der Familie des Herrn Farovino bekannt? Gerne würde ich mit Ihnen Kontakt aufnehmen, meine Emailadresse habe ich angeben.
Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mich kontaktieren würden.
Mag. Eva Maria Mannsberger
Wieder so eine geniale Erfindung der grünen Autoliebhaber und Zechfreaks: Sichermachung der Straßen, indem die Schwächsten von der Teilnahme am Verkehr vergrault werden. Wo keine Alten mehr laufen wollen (sollen, weil ihnen die Knete nicht so locker sitzt ?) passieren weniger Unfälle, schön. Vermeidungsverhalten als Unfallschutz, zynisch. Wenn ich ständig irgendeine Stoßstange in den Kniekehlen fühlen muß - und mich mit dem jugendlichen ROAARR- Gasgeber mit Blicken verständigen soll, dann lass ich's mit meinen 61 Jahren und bleib zu Haus. Macht Eure Verständigungsphilosophie unter Gleichstarken aus, lasst sie auf der Autobahn in die Gegenfahrbahn hineinfahren, da können sie sich dann "mit Blicken verständigen", ohne mich bitte. Graz kenn ich nicht, gilt aber überall. Das kommt nicht von der Bauweise sondern vom abstrußen Konzept.
sterzdank für die zumailung ihres offenen briefes an die grazer stadtgewaltigen und meinungsmacher.
wenn ich auch nicht durchgehend ihrer meinung bin, als studierter architekt sehe ich naturgemäß das eine oder andere etwas anders, so bewundere ich doch sehr ihr engagemet und ihren furor, womit sie sich für eine wichtige sache einsetzen.
wenn man vor ort an den langen auseinandersetzungen zu diesem und jenem thema beobachtend teilgenommen hat, dann fehlt einem naturgemäß die ihnen eigene unmittelbarkeit. Ich denke da z.b. an die vielen versuche zur thalia, die ganze kohorten potenter architekten verschlissen hat. bei aller liebe zum idealismus, die ökonomie bleibt ein wichtiger faktor. Ich warte in diesem speziellen zusammenhang nur noch auf den bankrott des verabredeten mieters der thalia und das darauffolgende desaster.
bei K&Ö ließe sich einwenden, dass die alte dachlandschaft mit altstadt außer in der camouflage der tonziegel auch nicht viel gemein hatte. Zwar scheint mir die jetzige gestalt auch nicht gerade ideal, man muß der erscheinungsform allerdings zugute halten, dass dem vernehmen nach die dachhaut nicht die endgültige ist. Zumindest eine farbliche anpassung sei noch zu erwarten.
beim ökonomischen aspekt des neuen KÖ bin ich nicht ihrer meinung. Ich halte die erneuerung sogar für sehr verdienstvoll. In einer zeit, in der die vorstädte mit einkaufszentren zugeräumt werden und die innenstädte zunehmend entfunktionalisieren – welches relevante geschäft gibt es noch in der grazer innenstadt? – trägt der kastner ganz wesentlich zur aufrechterhaltung von graz als stadt im sinn von handelsplatz bei. Ja, ich bin sogar der meinung, stirbt (auch) der kastner, stirbt graz als funktionierende stadt. Dann wären wir endgültig bei dinkelsbühl und rotenburg.
was das kommod-haus betrifft bin ich ganz bei ihnen und halte das geschehen für barbarei. Ich habe zufällig einen einblick in die genese der causa, da mein zahnarzt ein 1%-mitbesitzer war und ausgetrixt wurde.
auch beim thema palmenhaus bin ich ganz ihrer meinung, zu dem ich ebenfalls ein naheverhätnis habe – ein bekannter hat seine diplomarbeit über eine mögliche weiternutzung abgegeben. der pensionierte chef des denkmalamts friedrich bouvier bemüht sich sehr um die erhaltung (wie auch um die rekonstruktion des portikus der oper), aber das projekt ruht vermutlich in dieser zeit der knappen kassen.
die zeitschrift STERZ kann zumindest z. zt. nicht in ihrem sinn aktiv werden.
ich freue mich aber über ihren idealistischen einsatz
und hoffe, dass er nicht vergeblich ist.
SEHR SCHADE
mehr darüber:
http://www.arch-urb.at/projects/haus-lind-graz-herbert-eichholzer/
Meinungen sind ja bekanntlich wie Arschlöcher jeder hat eins. Und Gesetze dienen nicht immer dem Schutz oder der Vernunft. Ich finde es immer wieder lustig daran zu denken wie die Ordnungswache mich als im schritttempo radfahrenden Menschen auf einem Weg, welcher mehreren Meter Breite zur Verfügung hatte anhielt und abstrafte :) Aber des ist ja nur die feuchte spitze des schmelzenden Eisberges.
_Busbahnhof am Hauptbahnhof
_Andreas-Hofer-Platz und Neutorgasse Fuzo
_Tegetthoffbrücke durch Fussgängersteg ersetzen
_linkes Murufer von Kastner bis Kalchberggasse Fuzo
_Graz an die Mur bringen
_Verkehr richtung süden an der Mur belassen
_Verkehr richtung norden an der Mur tunneln mit Einfahrt TG wie Kastner aber beide verbinden und überplatten
PS.auch wenn diese Vorschläge den Geschirrhändlern in der Herrengasse die Schweißperlen auf die Stirn treiben - in meiner Kindheit war man der Meinung dass eine verkehrsfreie Sporgasse das Geschäftsleben ruinieren würde
wie das leider bei „echten“ architekturwettbewerben immer noch und immer wieder vorkommt, hat auch im fall der diesjährigen steel student trophy die jury unter dem vorsitz von architektin bettina götz die zielvorgaben der ausschreibung über bord geworfen und damit außerhalb der festgelegten kriterien eine entscheidung getroffen. im konkreten fall geht es bei diesem regelbruch nicht einfach nur um eine geschmacksfrage, sondern tatsächlich um die grundsätzliche aufgabenstellung.
die ausschreibung forderte die studierenden auf, ein modulares bausystem für urbanen wohnbau aus stahl zu entwerfen, ein „ansprechendes tool-kit zur schließung von innerstädtischen baulücken“ als werkzeug zur nachverdichtung urbaner bestände. ausdrücklich sollte dieses modulsystem an gründerzeitliche blockrandbebauungen anknüpfen und zur lückenverbauung, zum anbau an offene blöcke und als eckmodul universell geeignet sein. darin, und in der ausformung zeitgemäßer wohnformen und erdgeschoßzonen sollte der innovative aspekt dieses wettbewerbs liegen.
als platzhalter für dieses überall adaptibel anwendbare system wurde das areal des ehemaligen 'sturmplatzes' ausgewählt, aber eben nicht, um dort einen städtebaulichen gestaltungscontest abzuwickeln, sondern weil sich alle teile der aufgabenstellung an dieser schnitt- und bruchkante der gründerzeitlichen stadterweiterung perfekt austesten lassen.
im diskurs um nachhaltigen umgang mit schwindenden ressourcen und knapper werdendem bauland und der frage, wie man die weitere zersiedlung der landschaft eindämmen könnte, gehören der ruf nach neuen lösungsansätzen für ein zeitgerechtes diversifiziertes innerstädtisches wohnungsangebot und innovativen vorschlägen zu nachverdichtungsmethoden bestehender typologien zu den gängigsten argumenten. die aufgabenstellung agierte zu hundert prozent in diesem kontext.
im rahmen der preisverleihung wurde den studierenden der TU graz die einhaltung der aufgabenstellung faktisch zum vorwurf gemacht, ihnen mangelndes engagement vorgehalten und die ergebnisse als konventionell und wenig innovativ abgetan, sobald sie als blockrandbebauungen in erscheinung traten. man bedauerte wie schwer es gewesen wäre, überhaupt innovation in den projekten zu finden, vor allem hinsichtlich der städtebaulichen ansätze. dass ein derartiger vortrag zusätzlich zum zweifelhaften vorgehen der jury alles andere als motivierend auf die geschlossen anwesenden studierenden wirkte, brauche ich wohl nicht gesondert erwähnen. das hat nichts mit schlechtem verlierertum zu tun.
ps: die im juryprotokoll angeführetn zuordnungen „TU-Graz“ sind willkürlich und nicht nachvollziehbar. es wurden 8 arbeiten der TU- graz und 5 der FH-graz eingereicht.
(Ida Pirstinger war Mitautorin der Wettbewerbsunterlagen. Anm.d.R.)
Eure Plattform ist eine großartige Möglichkeit für kritische Geister, sich ohne Zensur zu Fragen der Lebens- und Stadtgestaltung zu äußern. Auch manche Unvereinbarkeit im öffentlichen Leben wird dabei angesprochen. Für diese Möglichkeit der offenen Meinungsäußerung ist aber auch den Unterstützern aus dem politischen Lager Respekt zu zollen. Ich bedaure aber, dass es nur ganz Wenige gibt, die bereit sind, ihre Haltungen offen zur Diskussion zu stellen. Viele Menschen (nicht nur Architekten) haben heute einfach Angst vor beruflichen oder gesellschaftlichen Nachteilen - oder gar Repressalien. Das gibt mir schon sehr zu denken.
Smart is more.
was Frau Kickenweitz in berechtigter Weise anprangert...
Ich kann dem nur vollinhaltlich beipflichten!!
Architektin, ich weiss auch nicht genau, was an den Hochschulen gelehrt wird. Auf jeden Fall dürfte gelehrt werden, dass der funktionale Zweck dem Gebäude seinen Stempel aufdrücken muss. Dass Funktionalität einfach über allem steht. Dass Gebäude aber ebenso die Funktion haben sollten, die Umwelt zu bereichern, das menschliche Auge zu erfreuen, diese Funktion wird völlig ausser acht gelassen.
Wenn man schon einen Platz zerstört, der es bis jetzt ermöglichte, das Joanneum schon von der Tegetthoffbrücke aus zu erblicken, dann sollte man die zu entstehenden Baulichkeiten doch zu einem optischen Blickfang ("Augenweide") machen. Die Entwurf der Gewinner sieht sehr nach momentanen Zeitgeist aus, bleibt aber wenig euphorisch noch gewagt oder provokant.
Also ich persönlich finde das Projekt schlichtweg langweilig und ästhetisch unausgewogen.
Das vom Architekten Thomas Pucher errichte Bürogebäude am Entenplatz finde ich wesentlich interessanter, weil in seinen Proportionen und optischer Aufgliederung harmonischer (obwohl es sich mit den historischen Bauten daneben überhaupt nicht verträgt und woanders sein Domizil hätten finden sollen).
Das von den Bürgern so geliebte und eigentlich auch geschützte Graz (das war mal!) wird allmählich komplett verhunzt - das ist nicht nur meine Meinung! Ausnahmen bestätigen die Regel (zum Glück gibt es sie) Hier aber ist es keine Ausnahme....
*sarah andersson*
bitte verlinkt bücher möglichst nicht mit amazon sondern zb. mit:
http://www.derbuchhaendler.at/
in diesem fall:
http://www.derbuchhaendler.at/webapp/wcs/stores/servlet//Product/E-Books...
Leider ein schlechter, unstrukturierter Artikel, der nur zitiert und weder eigene Meinung noch Haltung zeigt. Selbst Roland Gnaigers Stimme bleibt diffus. Vielleicht mehr dazu später.
Karin Tschavgova
.
ein plädoyer für veränderung - danke
Diesem Schreiben ist in jedem Fall zuzustimmen.
Als nächste Skandale sind die restlose Zerstörung des
Joanneumsparks mitten in der Altstadt und die Erweiterung
des Spitals der Barmherzigen Brüder in der Murvorstadt zu nennen,
wodurch das Barockensemble Minoritensaal komplett zerstört wurde.
AUS Bernhard A. Reismann: Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Stadt Graz 1500 bis 1800.
(Geschichte der Stadt Graz, Bd. 2, S. 150f.)
Als erster Leinwanddrucker der Stadt ist im Jahr 1701 der gebürtige Ungar Jacob Philipp Szerdahéli (Certohelli) genannt, der in der Murvorstadt lebte und arbeitete. Er wurde 1713 als Bürger aufgenommen und erdachte in den nächsten Jahren neue Model und Formen, bemühte sich auch um den Baumwolldruck, brachte eine Baumwollspinnerin und einen Webergesellen aus Augsburg nach Graz und errichtete eine eigene Bleiche, um Leinen und Baumwolle nach dem Druck wieder zu bleichen. 1729 wurde sein Unternehmen privilegiert, 1740 wurde ihm sogar ein Privilegium Privativum ausgestellt, doch um die Mitte des 18. Jahrhunderts arbeiteten in der Stadt bereits vier Leinwanddrucker.351 Dennoch beherrschte Szerdahéli den Grazer Markt vollständig. Er verfügte über weit reichende Handelsverbindungen in die gesamte Steiermark, nach Salzburg, Oberösterreich, Kärnten, Venedig und Triest und gar nach Rom.352 Der Betreiber des Unternehmens verstarb am 20. Oktober 1748 und seine Witwe Maria Apolonia ehelichte 1750 den Handlungsbedienten Andreas Farovino aus Graubünden, der die Druckerei und Färberei weiterführte und ausbaute.
Das Werkstättengebäude nahm seinen Ausgang in einem Pferdestall in der Josefigasse 57 oder 59 und entwickelte sich rasch zu einem Großbetrieb, der zwar arbeitsteilig organisiert war, allerdings über keinerlei mechanische Hilfsmittel verfügte. Hier befanden sich bald Blachenhaus und Manggebäude samt Färberei und Kesseln.353 Zu den Bediensteten fehlen leider genaue Zahlen. Sicher jedoch gab es um das Jahr 1768 mindestens drei Druckergesellen, einen weiteren Gehilfen, einen Hausknecht, ein Ladenmensch und eine Angestellte sowie ein Kuchelmensch und ein Viechmensch, die allerdings eher nicht zu den mit der Druckerei und Färberei Betrauten zu zählen sind.354
Die Unternehmung ging nach Farovinos Todim Jahr 1776 in den Besitz des Grazer Handels-mannes Johann Anton Poschinger und dessen Gattin Theresia über, die sie bis nach 1790 betrieben. Die „Skitze von Grätz“ vermerkt noch: Die poschingerische Leinwanddruckerey soll sehr gut seyn, und würde noch blühender werden können, wenn sie Unterstützung hätte.355 Allerdings zeichnete sich der Zerfall des Unternehmens bereits ab, da im aus-gehenden 18. Jahrhundert die technische Entwicklung, insbesondere der Übergang zum maschinellen Walzendruck, in der Josefigasse nicht mehr mitvollzogen wurde. Die ehemaligen Betriebsräume wurden zu Wohnzwecken umgestaltet. 356
Sehr geehrte Damen und Herren,
nach längerem Recherchieren des Namens "Farovino" bin ich auch auf Ihren Artikel bez. Lendplatz - Farovino gestossen. Dieser Name Farovino scheint bei mir ihn einem handgeschriebenem mediz. Rezeptbuch des frühen 18. Jhdts, stammend aus Steyr auf, das ich bearbeite, neben vielen anderen Namen, wie Fundeisin, Zettenhoferin, Rathgebin, etc.(doch leider nicht verortet)auf.
Das Rezept trägt den Titel " Pflaster wie solches Herr Farovino machet." Möglicherweise besteht eine Verbindung zu diesem Mann aus Graz. Vielleicht ist Ihnen mehr zu der Familie und Tätigkeit der Familie des Herrn Farovino bekannt? Gerne würde ich mit Ihnen Kontakt aufnehmen, meine Emailadresse habe ich angeben.
Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mich kontaktieren würden.
Mag. Eva Maria Mannsberger
Wieder so eine geniale Erfindung der grünen Autoliebhaber und Zechfreaks: Sichermachung der Straßen, indem die Schwächsten von der Teilnahme am Verkehr vergrault werden. Wo keine Alten mehr laufen wollen (sollen, weil ihnen die Knete nicht so locker sitzt ?) passieren weniger Unfälle, schön. Vermeidungsverhalten als Unfallschutz, zynisch. Wenn ich ständig irgendeine Stoßstange in den Kniekehlen fühlen muß - und mich mit dem jugendlichen ROAARR- Gasgeber mit Blicken verständigen soll, dann lass ich's mit meinen 61 Jahren und bleib zu Haus. Macht Eure Verständigungsphilosophie unter Gleichstarken aus, lasst sie auf der Autobahn in die Gegenfahrbahn hineinfahren, da können sie sich dann "mit Blicken verständigen", ohne mich bitte. Graz kenn ich nicht, gilt aber überall. Das kommt nicht von der Bauweise sondern vom abstrußen Konzept.
geehrter herr rothschuh,
sterzdank für die zumailung ihres offenen briefes an die grazer stadtgewaltigen und meinungsmacher.
wenn ich auch nicht durchgehend ihrer meinung bin, als studierter architekt sehe ich naturgemäß das eine oder andere etwas anders, so bewundere ich doch sehr ihr engagemet und ihren furor, womit sie sich für eine wichtige sache einsetzen.
wenn man vor ort an den langen auseinandersetzungen zu diesem und jenem thema beobachtend teilgenommen hat, dann fehlt einem naturgemäß die ihnen eigene unmittelbarkeit. Ich denke da z.b. an die vielen versuche zur thalia, die ganze kohorten potenter architekten verschlissen hat. bei aller liebe zum idealismus, die ökonomie bleibt ein wichtiger faktor. Ich warte in diesem speziellen zusammenhang nur noch auf den bankrott des verabredeten mieters der thalia und das darauffolgende desaster.
bei K&Ö ließe sich einwenden, dass die alte dachlandschaft mit altstadt außer in der camouflage der tonziegel auch nicht viel gemein hatte. Zwar scheint mir die jetzige gestalt auch nicht gerade ideal, man muß der erscheinungsform allerdings zugute halten, dass dem vernehmen nach die dachhaut nicht die endgültige ist. Zumindest eine farbliche anpassung sei noch zu erwarten.
beim ökonomischen aspekt des neuen KÖ bin ich nicht ihrer meinung. Ich halte die erneuerung sogar für sehr verdienstvoll. In einer zeit, in der die vorstädte mit einkaufszentren zugeräumt werden und die innenstädte zunehmend entfunktionalisieren – welches relevante geschäft gibt es noch in der grazer innenstadt? – trägt der kastner ganz wesentlich zur aufrechterhaltung von graz als stadt im sinn von handelsplatz bei. Ja, ich bin sogar der meinung, stirbt (auch) der kastner, stirbt graz als funktionierende stadt. Dann wären wir endgültig bei dinkelsbühl und rotenburg.
was das kommod-haus betrifft bin ich ganz bei ihnen und halte das geschehen für barbarei. Ich habe zufällig einen einblick in die genese der causa, da mein zahnarzt ein 1%-mitbesitzer war und ausgetrixt wurde.
auch beim thema palmenhaus bin ich ganz ihrer meinung, zu dem ich ebenfalls ein naheverhätnis habe – ein bekannter hat seine diplomarbeit über eine mögliche weiternutzung abgegeben. der pensionierte chef des denkmalamts friedrich bouvier bemüht sich sehr um die erhaltung (wie auch um die rekonstruktion des portikus der oper), aber das projekt ruht vermutlich in dieser zeit der knappen kassen.
die zeitschrift STERZ kann zumindest z. zt. nicht in ihrem sinn aktiv werden.
ich freue mich aber über ihren idealistischen einsatz
und hoffe, dass er nicht vergeblich ist.
sterzliche grüße
g. lauffer
Die Informationen zu den einzelnen Fachbegriffen befinden sich im Infoblatt, welches vor dem Eingang zum Ausstellungsraum zu finden ist.