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Elendsgasse

könnte man die Idlhofgasse wieder rückbenennen. Der Name verwies auf die am Ende der Gasse- in der Nähe des "Lazaretts" - im Pestjahr 1680 errichteten hölzernen Keuschen, in denen die Kranken festgehalten wurden. Diese Behausungen blieben aber auch danach bestehen und wurden nun von Menschen der ärmsten Bevölkerungsschichten bezogen. Aber es gab hier auch andere Bewohner, denn nach dem endgültigen Ende der osmanischen Bedrohung von Graz entschlossen sich viele Adelige, aber auch vornehme Bürger, in die Vorstädte zu ziehen, die – zumindest im Sommer – weitaus bessere Lebensbedingungen boten, als die Enge der ummauerten, licht- und grünarmen Innenstadt. Kleinere Ansitze mit Obst- und Ziergärten entstanden. Man nannte sie – für uns heute etwas verwirrend – oft „Garten“. Seitzerhof, Idlhof, Prankerhof Zollnergarten sind längst verschwunden, vom Ansitz Wintersgrün steht noch ein Stück auf Nr. 11. Was die Bomben des Weltkriegs verschonten, beseitigen die von Profitmaximierung angetriebenen Investoren und die ihnen willfährige Stadtregierung.

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