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Koolhaas

Rem Koolhaas argumentiert sehr scharfsinnig, dass die Proklamation einer "smarten" Stadt, für die bisherige Dummheit impliziert.
Von diesem Ausgangspunkt analysiert er sehr stimmig die damit einhergehende (Bild-) Sprache und die Verschiebung der Kompetenzen und Verantwortung in der Stadtplanung vom Architekten zum Techniker. Sehr treffend beschreibt Herr Grabner in seinem Artikel, dass das Auto bei "smarten" Projekten immer noch prominent vorm Hauseingang steht - allerdings mit Strom aus der Steckdose "befeuert" und mit grünem Mascherl dran. Durch die Vereinnahmung von gesellschaftlichen Themen durch Technologiekonzerne wird das Interesse soweit verlagert, dass (für die Technologiekonzerne) im "besten" Falle nicht einmal mehr über die Möglichkeit eines Verzichts nachgedacht wird.
Immer mehr Technologie (und das ist symptomatisch) soll helfen das System Stadt in den Griff zu bekommen. Die Maschinenstadt verspricht uns vor einer diffusen Gefahr, dem Klimawandel, zu retten. Die Ängste werden durch geschicktes "Marketing" in gewünschte Bahnen gelenkt, und ein Denken außerhalb der Box wird gekonnt unterbunden.
Sowie beim Statussymbol Auto wird aber auch im Maßstab des Gebäudes oder der Stadt darüber nachgedacht werden müssen, ob die Probleme die die Technik vorgibt zu lösen, als solche real sind und nicht durch andere Maßnahmen gänzlich vermieden werden könnten.
Jener Wertewandel den Koolhaas beschreibt, erscheint jedenfalls besorgniserregend und verdient es beachtet zu werden.

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