Reply to comment

Im Gespräch mit Johannes Fiedler


Architekt Johannes Fiedler
war von 2010 bis 2012 Leiter des Instituts für Städtebau an der TU Braunschweig, wirkte zudem als Planer und Berater bei der Seestadt Aspern in Wien mit und war zuletzt ein Jahr Gastprofessor an der Universität in Addis Abeba, Äthiopien. Der freischaffende Architekt und Stadtplaner lebt heute wieder in Graz, wo er auch an der TU unterrichtet und mit Jördis Tornquist das Büro fiedler.tornquist arch+urb betreibt.

ZUR AUSSTELLUNG "Stadt und Verkehr"

Straßen machen Städte - Mein Raum, meine Orte - Region Suburbia - Modal Split - Verkehr und Umwelt – Funktion Auto - Die Straße als Feind - Gehen ist Sehen - Stadtutopien, Verkehrsutopien - Neue Mittel und Wege - Begegnungen im Raum - Emotion, Experiment, Erlebnis

So lauten die Stichworte, unter denen die Jahresausstellung 2013 im Kunsthaus Mürz das Thema Stadt und Verkehr umkreist. Nach einem Konzept von Johannes Fiedler und Jördis Tornquist werden Phänomene, Zusammenhänge und Szenen aus dem öffentlichen Raum dargestellt. Markus Wilfling und die Studierenden seiner Meisterklasse interpretieren Stadt und Verkehr mit den Mitteln der Kunst.

In der Einleitung zur Ausstellung schreibt Johannes Fiedler:
Das Entstehen und das Leben von Städten ist in elementarer Weise mit der Bewegung von Menschen und Gütern - mit Verkehr verbunden. Wo es günstige Transportbedingungen gibt, an Flüssen, Flussmündungen, Handelswegen, dort gedeiht der Austausch von Waren und Ideen, dort siedeln sich Menschen an, die, ihre agrarische Lebensweise zurücklassend, in der Herstellung von Gütern und im Handel ihre Lebensgrundlage finden. So entstehen Märkte dort, wo der Zugang von allen Seiten möglich und attraktiv ist, und mit den Marktplätzen entstehen die Orte, die für die Identität der Stadt und für das Selbstverständnis ihrer Bürger und Bürgerinnen prägend werden. Aus den Verkehrswegen werden Räume. Die solcherart kultivierten Straßen und Plätze schaffen das, was man heute den öffentlichen Raum nennt. Es entsteht Stadt.

Heute sind es die Umschlagplätze des interkontinentalen Handels, aber auch die Knoten des öffentlichen Verkehrs, die Städten besondere Attraktivität und Prosperität verleihen. Dabei sind die Dimensionen explodiert und vor allem der Autoverkehr hat einen Maßstab eingeführt, der die Stadt weit über den bebauten Raum hinaus ausdehnt. Weite Teile der Städte und des Landes wurden der Verkehrsinfrastruktur geopfert. Aus dem einst befruchtenden Verhältnis von Stadt und Verkehr ist ein Konflikt geworden, der sich in Umweltproblemen, Verödung und Kosten niederschlägt. Längst weiß man, dass das Auto der Stadt nicht gut tut und arbeitet an neuen und an alten Lösungen, die es ermöglichen, dass Stadt und Verkehr wieder zusammenpassen.

Reply

The content of this field is kept private and will not be shown publicly.

CAPTCHA

This question is for testing whether you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.
Kommentar antworten