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verstehbar? Oder....

brauchen Architekten doch Vermittler ihres Denkens und Tuns?
04 | 08 | 12
lieber Werner, pardon, aber ich halte das Zitat von Prix im Zusammenhang mit der sogenannten Architekturvermittlung für ziemlich deplatziert und glaube auch nicht, dass Prix mit der Bemerkung, dass in Wien alle glauben, Architekten zu sein und/oder über Architektur reden zu können, die Leute gemeint hat, die sich um die Vermittlung von Verständnis für (zeitgenössische) Architektur bemühen. Außerdem vermute ich, dass nicht wenige sich, dein Zitat ohne einen weiteren erklärenden Kommentar lesend, fragen, was der Werner Swoboda damit in Bezug zur Architekturvermittlung sagen wollte. Zynisch gesehen könnte man deine Wortmeldung als Beweis dafür sehen, dass es durchaus Sinn macht, das Tun von Architekten, die Konzepte, Absichten und Ziele ihres Planens und natürlich auch die Qualitäten des Gebauten zu erklären. Mehr noch, dass es notwendig ist, weil Architekten ihre Anliegen und ihre Arbeit oft selbst nur sehr suboptimal erklären können. Der - leider- beste Beweis für diese, meine Überzeugung: das schlechte Ansehen der Architekten in der Gesellschaft; ihre Arbeit wird von vielen nur als teure Selbstverwirklichung gesehen, deren Wert nicht erkannt wird. Glaub mir, die Architekten selbst tragen viel zu diesem Image bei, nicht immer wegen Arroganz, oft "nur" aus einer Unfähigkeit heraus, ihre Arbeit verständlich zu machen. Gute Vermittlungsarbeit, die nicht nur Alibi ist, sondern gründlich, langfristig und die das Ergebnis von Forschungsarbeit und Erfahrung auf dem Gebiet ist, macht durchaus Sinn, um die Vorurteile gegen Architekten und die "moderne" Architektur abzubauen. Und vor allem - und das sehe ich als wesentlichstes Ziel - kann Architekturvermittlung eine kritische Schulung des eigenen Qualitätsurteils sein. Die Leute lernen genauer hinzuschauen, Basisqualitäten eines Hauses zu erkennen und selbst zu beurteilen, ob eine bestimmte Architektur (und alles, was dazu gehört) Qualität hat. Oder eben nicht, denn vieles, was Architekten planen, ist ja leider auch unterm Hund. Oder nicht? Aber das ist wieder eine andere Geschichte und wäre auch wert, einmal ausdauernd diskutiert zu werden.
herzliche Grüße Karin

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