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Mi. 17/09/2014 19:00h - Fr. 19/09/2014 20:00h
Ghegas Semmeringbahn und die Bahn der Zukunft
Mürzzuschlag

Das kunsthaus muerz und das Institut für Eisenbahnwesen und Verkehrswirtschaft der Technische Universität Graz veranstalten in Zusammenarbeit mit dem Südbahnmuseum Mürzzuschlag ein Symposium unter dem Titel Ghegas Semmeringbahn und die Bahn der Zukunft.
Die Programmgestaltung erfolgte durch Univ.-Prof. DI Dr. Klaus Rießberger, Univ.-Prof. DI Dr. Peter Veit, Mag. Ursula Horvath und Robert Lotter. Das Symposium setzt sich aus verschiedenen Modulen zusammen, die allesamt um den Semmering kreisen: Bahn, Landschaft, Region.

Die 1854 fertig gestellte Semmeringbahn ist eine der wenigen großen identitätsstiftenden Pionierleistungen der versunkenen Monarchie. Die 41 Kilometer lange, von Gloggnitz nach Mürzzuschlag führende Bahn ist eine geniale technische Lösung für frühe Schienenwege. Sie ließ eine neue Form einer großartigen künstlichen Landschaft entstehen, die in ihrer kulturellen Prägung deren Wahrnehmung als ästhetisches Gebilde ermöglicht.

Die Südbahn bewirkte kolossale Veränderungen in der Region: Eine gehobene Hotellerie entstand, ein gewaltiger Schub an Betriebsgründungen in einem damals jungen Industriegebiet. Auch die Bahn stieg zum bedeutenden Arbeitgeber auf, mussten doch die Züge aufwändig mit vorgespannten Lokomotiven über den Berg geführt werden. Heute kämpft die Region mit lange zurückliegenden Redimensionierungen der Industrie, die die Wohnbevölkerung schrumpfen ließen.

Die Region möge sich der singulären Welterbebahn zuwenden, um sich als Welterberegion zu finden und die Zukunft zu gestalten. Letztlich ist der europäische Aspekt wichtig: Die Bahn ist das einzige Verkehrsmittel, das hohe Erweiterungskapazitäten bietet. Sie wird schneller und vertaktet fahren und einem einheitlichen Regelwerk unterliegen, das für den ganzen Kontinent Gültigkeit hat.

Die Republik Österreich – die ÖBB – baut die Südbahn mit hoher Priorität aus: Semmering-Basistunnel neu und Koralmtunnel sind die Beispiele für diese gewaltige Beschleunigung, die Reisende und Güter rascher an das Ziel bringt: Und dies von der Ostsee bis zum Adriatischen Meer. Marinetti schrieb schon 1909 in seinem Manifest des Futurismus: "… dass sich die Herrlichkeit der Welt um eine neue Schönheit bereichert hat: die Schönheit der Geschwindigkeit"

Programm siehe Link.

Eintritt frei

Die Ausstellung 16,27 m/s _ Wege über den Semmering eröffnet am selben Tag und dauert bis 16. Nov. 2014.
Kuratoren:
Christiane Feuerstein und Michael Goldgruber

 

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