Neueste Kommentare


  • Sie haben mit Ihren beiden Beiträgen so recht. Statt Städteplanung gibt es Eierspeise,( alles ist überall) und eine Kanalgitterachitektur auf Stelzen. Alles hergerichtet für Immobilienentwickler, sprich Abzocker. Sollte Moritz Ritter von Franck, Joseph Wastler und Martin Ritter von Kink, die Gründerväter der Gartenstadt Graz,noch einmal durch Graz wandern können, würden sie sich mit Grauen von hier abwenden.

    Autor: 5 nach 12

  • die allgegenwärtige, prototypisch-einfallslose Wohnsiedlung mit ihrem Laubengang, EG-Klofensterfassade direkt neben dem Gehsteig und großzügigen Parkplätzen, die in Graz an jeder inzwischen verstopften Einfallstraße aus dem Boden sprießt. Diese Siedlungsbauten, die sich schon in den zersiedelten Grazer Umlandgemeinden nicht in die Dörfer, Äcker und Flure einfügen können - sondern oft zwischen Logistikhallen, Einfamilienhausteppiche und kreisverkehrserschlossene Fachmarktzentren zwängen - sind erst recht in einer dichteren Umgebung fehl am Platz. Städtisches Wohnen bedeutet halt auch schon auf programmatischer Ebene eine Funktionsdurchmischung, Moderation und Einbindung vieler Interessen bei Wohnungsgrößen und Verkehrsanbindung, ein Einpassen und Aufwerten des Umfelds, gestaffelte Übergänge vom privaten zum öffentlichen Außenbereich, nutzungsoffene Zonen, gemeinschaftliche Grünräume etc, alles Dinge, die sich vermeintlich nicht verwerten lassen, aber den Gesamtwert erhöhen.
    Und meine Theorie is es auch net, dass es eine Gesättigtheit is, eher ein „Gefallen-Wollen“ oder Ängste, um im Durchsetzungskampf in der Masse von Planern möglichst gefällig den Geldgebern die Dienstleistungen zu geben. In der Masse von Planern, in der es zu wenig Solidarität gibt, wird die Haltung nicht überraschend schon vor der Auftragserteilung aufgegeben.

    Autor: Wolfgang Timmer

  • Danke für den Artikel, für mich ein herausragender Aufruf in der guten Reihe der „Aber Hallos“.
    Selbst für LiebhaberInnen von schrägen Darbietungen war die Unverfrorenheit bei der Vorstellung des Regierungsprogramms für Graz 2020 erstaunlich.
    Anfangs ist das Bemühen noch groß, über den schrittweisen Verlust von kultureller „Eleganz“ hinwegzusehen, aber es fällt net leicht, des deplatzierte Verunglimpfen vorheriger Regierungspartner zu ignorieren, das wohl mehr über die Fähigkeit der Zusammenarbeit aussagt, als über die Leistung der vorherigen Partner.
    Oder den Worten zu glauben, dass ein Rotationsprinzip oder „Change Management“ der Ressortumverteilung zugrunde liegt, wenn danach zB. beim Ressort der Stadtentwicklung über eine Kompetenzumschichtung offensichtlich nicht nachgedacht wurde. Bei den Grazer Wachstumsraten und der Attraktivität des Ressorts spart man sich einfach eine Evaluierung über die Performance des Ressorts.
    Vielleicht hat der Bürgermeister aber den Widerspruch selbst gespürt, als er im darauf folgenden Satz die unter seiner Ägide gebaute Vielzahl von Wohnungen lobt. Nur bedeutet die Menge leider nicht, dass eine Qualität vorhanden wäre und die Misere eines Großteils der in Graz tatsächlich gebauten Wohnungsbauten bestreitet ja hoffentlich niemand. Die Chance aus dem Wachstum einer Stadt mit großem architektonischem Erbe, behutsam eine zeitgemäße, nachhaltige städtebauliche Entwicklung und Qualität auszubilden, scheint in Graz seit den letzten zwei Jahrzehnten längerfristig vertan. Masse ist hier nicht Qualität, halt nur Geschäft. Dann verwunderts net, dass Graz zwar die Stadt mit der höchsten Architektendichte Europas ist, aber sogar diese Zahl von der Anzahl der Bauträgern übertroffen wird.
    Neben der politischen Kultur, hat auch die Planungskultur momentan keinen guten Stand. Und die schwierigste Disziplin, das Städtebauhandwerk - welches gemeinschaftliche Interessen vertritt, die eben über die Belange des Einzelnen in unserer so individualisierten Gesellschaft hinausgehen – ist bei den meisten Projekten nicht erkennbar.

    Autor: Wolfgang Timmer

  • Ihr Artikel, Frau Tschavgova, trifft den Nagel auf den Kopf. Man hätte das nicht besser formulieren können, scharfsinnig und 100ig zutreffend. Ich kann Ihnen gratulieren. Den Verantwortlichen für das Grazer Desaster gehört die rote Karte, denn es ist untragbar, dass man in einem Teil von Österreich, derartige Baugesetze hat und dass man sich über RLB , 4.0 STEK etc hinwegsetzt. Ein einmaliger Vorgang, der seitens der Volksanwaltschaft einmal geprüft gehört. Wo sind wir gelandet im alten Rumänien oder der UdSSR? Nachbarrechte, Demokratie, Einhaltung der Gesetze und Verordnungen, alles willkürlich. Nein Danke zu diesen Zuständen. Der Tag wird kommen, wo man den gierigen Leuten sagen wird können, "Reich ist nicht der, der viel hat, sonder wenig braucht -ich ergänze noch - und verbraucht", frei nach Peter Rosegger. Mit lieben Grüssen "5 nach 12"

    Autor: 5 nach 12

  • In einem Gespräch mit einem kompetenten Beobachter des Grazer Baugeschehens mussten wir feststellen, dass derzeit so gut wie alles schief läuft. Es beginnt bei untauglichen Gesetzen wie der Stmk. Bauordnung, die als einzige in Österreich Laubengänge und offene Parkplätze nicht in die Baudichte rechnet. Und in der der §§ 43 (Bedeutung des Straßen-, Orts- und Landschaftsbilds) zu "totem Recht" geworden ist. Dann folgen: fehlendes oder mangels Verordnungscharakter wirkungsloses Räumliches Leitbild, investorenorientierte Flächenwidmungspläne und Bebauungspläne. Fehlende Vorschriften zur Einschränkung der Bodenversiegelung führen regelmäßig zu großflächiger Grünraum-Vernichtung, der die Stadt nur Alibi-Handlungen (Vorbehaltsflächen) entgegenstellt. Nicht zu vergessen: fehlende Evaluierung der Altstadt-Schutzzonen, Schwächung des Denkmalschutzes, keine Beachtung der Welterbe-Bestimmungen (ein Beispiel: Girardihaus). Bei den Bauverfahren selbst werden städtebauliche Gutachten der Stadtplanung vorgelegt, bei denen einem die Haare zu Berge stehen. Sogar besondere Schutzpläne für Villenviertel (Schubertstraße) finden keine Beachtung. Schließlich ist die Baubehörde nicht in der Lage - oder nicht willens, ihrer Verpflichtung zur Beurteilung der Sachlage nachzukommen; wie auch, wenn hier in erster Linie juristisch gewertet wird? Wenn dann Nachbarn mit Einwendungen kommen, wird das in der Regel als nicht zulässig zurückgewiesen. Berufungen gehen letztlich überwiegend auch ins Leere. All das zeichnet nicht das Bild einer demokratischen Baugesinnung!

    Autor: Laukhardt

  • Mir haben Sie aus der Seele gesprochen, liebe Frau DI Tschavgova. Es gibt nichts mehr zu ergänzen. Ich hoffe nur, dass die vernünftigen Grazer nicht den Mut verlieren und selbst kreativ bleiben.
    Alles Gute wünscht Gertraud Prügger

    Autor: Gertraud Prügger

  • es freut mich, daß ihr mit einem so mutigen projekt gewonnen habt.
    ich hätte niemals gewagt, bei einem umbauprojekt einen neubau abzugeben.
    dieser mut verdient belohnung und die habt ihr offensichtlich bekommen.
    bei der "überarbeitung unter jurybegleitung" werdet ihr das projekt sicher noch kostenmäßig optimieren können. ich freue mich schon auf den baubeginn.

    alles gute
    gerald hirsch

    Autor: gerald hirsch - architekt

  • sehr geehrte Frau Knees,
    Es ist ein wichtiges Problem, wenn im Investorenwohnbau keine Freiraumqualitäten geschaffen werden. Diese Sandkiste der Golden skin ist einfach widerlich.
    Und muss jeder Filmkritiker, jede Filmkritikerin, jeder Literaturkritiker, jede Literaturkritikerin ihrer Meinung nach auch gleich einen besseren Film machen, ein besseres Buch schreiben, damit Kritik erlaubt ist?

    Autor: Elisabeth Lechner

  • Sehr geehrte Frau Lechner,

    In gewisser Weise kann ich "Herrn" (Kann auch eine Frau geschrieben haben) Anonymus schon verstehen.
    Ich meine dies nicht in Bezug auf Ihre Architektur, sondern bezüglich der Kritik, dass Architekten, Ihre Kollegen (bzw. Bauträger), öffentlich im GAT Forum als mangelhaft bewerten.
    Meiner Meinung nach ist es nicht der richtige Weg über Kollegen zu urteilen, sondern Konzepte, Visionen und neue Ideen aufzuzeigen.
    Architekten sollen nicht zu permanenten Nörglern mutieren sondern sich mit wirklich wichtigen Problemen auseinandersetzen.

    LG Marieke

    Autor: marieke knees

  • wie ich diese feige Art anonym zu kommentieren nicht mag.
    Aber sehr geehrter Herr Anonymus, da Sie offensichtlich meine Werke reflektierenswert finden und mir unterstellen, dass ich dies nicht ausreichend mache und mir somit absprechen, Kritik an anderen Bauten zu üben, lade ich Sie herzlich ein doch ein reflektiertes Minus über eines meiner von mir nicht ausreichend reflektierten Werke zu schreiben. Ich freue mich über echte Kritik.

    Autor: Elisabeth Lechner

  • Diejenigen, die anderer Architektur so kritisieren....
    ..sollten vorher einmal ihre eigenen Werke reflektieren!

    Autor: Anonymous

  • dann wirds wohl zeit hier den sogenannten schulterschluss mit allen betroffenen zu suchen und auf die strasse zu gehen.
    würde mir wünschen, im dienste der transparenz, zu erfahren wer im ministerium lässt sich diese art von gestztesnovellierung einfallen - welche politischen kräfte arbeiten hier ?

    Autor: feyferlik

  • s.g. Damen und Herren,
    ich bin durch Zufall auf ihre wunderbare Rubrik gestossen...
    und würde mir wünschen,
    dass es selbige breiter gefächert in ganz Österreich geben könnte,
    dass positive/negative Beispiele Platz für Diskussionen und Verbesserungen bieten;
    (ähnlich der goldenen Himbeere ;)
    weiter so.. !
    und beste grüsse aus innsbruck

    t

    Autor: thomas thaler

  • In der Gegend von Graz nimmt die Stadtplanung schon lange keine planerische Funktion mehr wahr. Wo war hier der Gestaltungsbeirat, ach ja, wahrscheinlich war das Projekt gerade zu klein.

    Autor: feyferlik

  • sehr schön gesagt, ja, nikos grigroriadis war ein wegbereiter, der den filmliebhabern und interessierten in graz eine welt eröffnet und mir und viele anderen zahllose wunderbare kinoerlebnisse voller schönheit und nachdenklichkeit beschert hat, wofür ihm große dankbarkeit und eine bleibende erinnerung gewiss ist.
    dass er so früh gehen musste, ist schockierend und traurig.

    Autor: Willi Stadler

  • Industrie und Handel gibt es, weil wir konsumieren. Keine Nachfrage, keine Industrie, kein Handel. Daher kommen wir nicht darum herum, uns auch für deren Energieverbrauch mitverantwortlich zu fühlen. Bauen/Dämmen von Häusern passiert meist mit Materialien, die wenig nachhaltig sind (von der Produktion bis zum Entsorgen). Ich bin nicht für das Murkraftwerk, kann aber angesichts meines Energiehungers eigentlich nur schwer dagegen sein.

    Autor: Michaela Wambacher

  • Elektrische Geräte sind heute energie- , also stromsparender gebaut als früher, wir verwenden Energiesparlampen und laut "Standard" vom 10.März verbraucht das iPhone 7 bei täglichem Aufladen in einem Jahr 3,88 Kilowattstunden /ca. 84 Cent und ein Akku eines Laptops im mittleren Preissegment ca. 41 Watt pro Tag/ ca. 4,62 Euro pro Jahr. Ich kann das nicht verifizieren, aber ganz falsch wird es nicht sein. Jedenfalls bleibt uns noch als Selbstbestimmung, auch unseren eigenen Stromkonsum noch zu steuern.
    Wirklich große Verbraucher sind wohl die Industrie, der Handel inklusive Werbung in den Städten (Lichtverschmutzung) und die, die mit Strom heizen, so wäre auch der starke Anstieg des Stromverbrauchs im Winter zu erklären, der heuer im Jänner angeblich europaweit fast (!) zu einem Engpass geführt hat. Und Alternativen zum Heizen mit Strom kennen wir doch, sie fangen beim Dämmen von Häusern an und enden noch nicht beim Umrüsten von Heizungen.
    Liege ich da ganz falsch? Wenn nicht, dann gibt es wirklich keinen Grund, das sogenannte "höhere öffentliche Interesse" (Stromerzeugung mit Wasserkraft), mit dem in der UVP trotz zugestanderner Verschlechterungen in fast allen der geprüften Punkte der Bau des innerstädtischen Murkraftwerks legitimiert wurde, höher zu bewerten als die Erhaltung des frei fließenden Flusses und seiner ungezähmten Natur des uferbegleitenden grünen Baumsaums.
    Übrigens: Auwald wirst du dort tatsächlich nie mehr einen sehen, nicht nur in unserem fortgeschrittenen Leben nicht, sondern sowieso nie, weil gar keiner geplant ist von der Energie Steiermark und dem Bürgermeister links und rechts an der jetzt zerstörten Uferzone.

    Autor: Karin Tschavgova

  • ...mit meinem Kommentar befürworte ich den Kraftwerksbau keineswegs, die Argumente dagegen hab ich schon verstanden. Ich fahre ja recht oft über die Murbrücke in Kalsdorf (mit dem guten alten Drahtesel) und da erahnt man, wie lange es dauern wird, bis wieder Grün nachkommt. Außerdem ist alles deshalb so trostlos dort, weil das Flussbett begradigt wurde und die Mur kein Leben mehr hat. So mache ich mir keine Hoffnungen, dass es in Graz anders sein wird und ob ich dort in meinem Leben noch jemals einen Auwald sehen werde, bezweifle ich....In meinem Heimatdorf wird gerade mein Badeplatz seit Kindheitstagen durch ein hässliches Kraftwerk zerstört, ich bin zerstört. Trotzdem: Ist es legitim sich dagegen aufzulehnen, wenn man selbst für allen möglichen Komfort viel zu viel Strom verbraucht? Und welche sauberen Lösungen gibt es wirklich, außer zu einzusparen und sich zu bescheiden? Nenn mir ein Beispiel, mir fällt nämlich keines ein....

    Autor: Michaela Wambacher

  • Dass jeder und jede einzelne auch etwas dafür tun muss, um Strom zu sparen, ist den Murkraftwerksgegnern und -gegenerinnen bewusst, liebe Michi. Da bin ich mir sicher. Ganz abgesehen davon gibt es in der Zeit außer im Winter genügend Strom, nicht nur in Österreich, sondern in ganz Europa wird der hin- und hergeschoben. In lange extrem kalten Wintern haben wir in Europa ein Problem mit der flächendeckenden Versorgung, sagt uns die Energieagentur am beispiel des heurigen Jänner. Nur da, in so einer Situation, würde das Murkraftwerk auch nicht beitragen gegen die Stromknappheit, weil im Winter wenig Wasser und daher nur Strom für geschätzte 6000 Haushalte, sagen Experten. Dafür aber so viel Grün in einer Stadt zu opfern, die jeden Baum dringend bräuchte, um das Feinstaubproblem ein wenig zu reduzieren, das ist nicht nur Barbarei, sondern auch total unvernünftig und unverantwortlich. Mein letztes Argument: schau dir die Sauerei an den Murufern ab Höhe Seifenfabrik nach Süden einmal an, und wenn Du da nicht zum Heulen kommst, dann ruf mich an. Ich kann dir noch viele weitere Argumente gegen den Kraftwerksbau innerhalb der Stadt liefern, auch solche, die mit einem Demokratieverständnis und mit der Einhaltung von Beschlüssen zu tun haben, zu denen sich die Stadt im Gemeinderat mit Mehrheitsbeschluss einst verpflichtet hat - zum Beispiel der zum Grünraum, bei dem das grüne Band an den Murufern als schützenswertes hohes Gut eingestuft und festgelegt wurde.

    Autor: Karin Tschavgova
Kommentar antworten